Universitätsmedizin verleiht Ehrendoktorwürde an Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Industrie

Medizinische Spitzenforschung braucht Kooperation von Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Politik

18.12.2009

Die Universitätsmedizin Mainz hat im Rahmen einer feierlichen Veranstaltung die Ehrendoktorwürde an 4 herausragende Persönlichkeiten aus Wissenschaft, Politik und Industrie verliehen: Den Titel "Doktor der Medizin ehrenhalber" erhielten Prof. Dr. Dr. Andreas Barner, Sprecher der Unternehmensleitung von Boehringer Ingelheim, Prof. Dr. James E. Baumgardner, amerikanischer Professor für Anästhesiologie und bedeutender Kooperationspartner der Mainzer Klinik für Anästhesiologie, Helmut Fahlbusch, ehemaliger Vorstand von Schott Glas und langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats des Universitätsklinikums und der Universitätsmedizin, sowie der frühere rheinland-pfälzische Wissenschaftsminister und Aufsichtsratsvorsitzende des Universitätsklinikums, Univ.-Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner, der heute Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Berlin ist.

Auf Initiative des Wissenschaftlichen Vorstands Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban hatten Mediziner und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz die nun geehrten Persönlichkeiten für den Titel "Doktor der Medizin ehrenhalber" vorgeschlagen. Der Fachbereichsrat hatte dieser Auswahl mit überwältigender Mehrheit zugestimmt. Welche Kriterien dabei berücksichtigt wurden, beschrieb der Wissenschaftliche Vorstand in seiner Begrüßung: "Um Spitzenleistungen in Krankenversorgung, Forschung und Lehre zu erbringen, bedarf es exzellenter Kooperationspartner – auf der medizinisch-wissenschaftlichen Ebene ebenso wie auf der politischen und industriellen." Notwendig für die medizinische Spitzenforschung seien gemeinsame Anstrengungen von Forschungseinrichtungen, Wirtschaft und Politik. So gestalte die Politik die Rahmenbedingungen, während industrielle Partner unverzichtbar seien für die anwendungsbezogene Forschung oder um besonders große Projekte zu schultern – wie etwa die Gutenberg-Herz-Studie. Darüber hinaus profitiere die medizinische Forschung in Mainz enorm von internationalen Kooperationspartnern. "Die Auswahl der 4 Persönlichkeiten, die heute die Ehrendoktorwürde erhalten, spiegelt all diese Überlegungen wider", so Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban.

"Mit der Verleihung der Ehrendoktorwürde honorieren wir in erster Linie die vielfältigen Verdienste um die Universitätsmedizin Mainz", richtete der Medizinische Vorstand Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer sein Grußwort an die 4 Ehrendoktoren. "Sie haben die jetzige Universitätsmedizin und das frühere Klinikum auf einem großen Stück des Wegs konstruktiv begleitet und die medizinische Forschung in Mainz maßgeblich gefördert. In diesem Sinne sind Sie gewissermaßen zu einem Teil der Universitätsmedizin geworden. Deshalb möchten wir heute in erste Linie Danke sagen für die in der Vergangenheit geleisteten Dienste. Natürlich erhoffen wir uns aber auch, Sie zukünftig noch enger an die Universitätsmedizin binden zu können, um so auch weiterhin von Ihrem wissenschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Sachverstand und ihren Visionen zu profitieren."

Der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, erklärte in seinem Grußwort: "Die Universitätsmedizin Mainz ist derzeit dabei, einen Richtung weisenden Reformprozess in die Tat umzusetzen, der sie für den zunehmenden Wettbewerb des kommenden Jahrzehnts gut vorbereitet. Die heute Ausgezeichneten haben an verschiedener Stelle ihren Beitrag zu diesem Prozess geleistet, dafür gebührt ihnen unser Dank und unsere Anerkennung."

"Die Landesregierung nimmt ihre Verantwortung für die medizinische Versorgung und die Krankenversorgung engagiert und aus Überzeugung wahr. Dabei spielt die Universitätsmedizin als einzige Einrichtung ihrer Art in Rheinland-Pfalz eine zentrale Rolle", so Ministerpräsident Kurt Beck in seiner Festansprache. Das Land fördere die Hochschulmedizin Mainz sehr stark, etwa über den Globalhaushalt der Johannes Gutenberg-Universität Mainz mit jährlich etwa €80 Mio. für Forschung und Lehre. "Solche Investitionen sind auf lange Sicht die besten Zukunftsinvestitionen", so Beck.

Personalia

Prof. Dr. Dr. Andreas Barner
Andreas Barner wurde 1953 geboren und studierte Medizin und Mathematik in Freiburg und Zürich. Seit 1992 leitete er bei Boehringer Ingelheim erst die Abteilung Medizin und dann den Bereich Medizin mit der weltweiten klinischen Forschung. Seit 1999 ist er Mitglied der Unternehmensleitung und seit Anfang 2009 deren Sprecher.

Prof. Dr. James E. Baumgardner
James Baumgardner studierte Medizin an der University of Pennsylvania. Als Professor für Anästhesiologie arbeitet er eng und vertrauensvoll mit der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz zusammen und ist seit dem Jahr 2001 an der Konzeption und Durchführung sämtlicher DFG-Projekte zum "Akuten Lungenversagen" beteiligt. Er entwickelte und patentierte die weltweit erste Messmethode zur Ventilations- / Perfusionsbestimmung in der Lunge durch multiple Inertgas-Eliminationstechnik mittels "Micropore Membrane"-Massenspektrometrie. Der erste Prototyp dieser Messtechnik wurde an der Universitätsmedizin Mainz implementiert.

Helmut Fahlbusch
Helmut Fahlbusch wurde 1933 geboren und absolvierte eine Ausbildung zum Industriekaufmann bei den Continental Gummi-Werken in Hannover. 1975 begann er als Leiter des Zentralen Marketings bei Schott Glas. 1988 wurde er Vorstand, von 1993 bis zu seinem Ruhestand Ende 1998 war er dessen Sprecher. Er ist langjähriges Mitglied des Aufsichtsrats des Universitätsklinikums und der Universitätsmedizin.

Univ.-Prof. Dr. E. Jürgen Zöllner
Jürgen Zöllner studierte Medizin in Freiburg und Mainz. Von 1983-1990 war er Vizepräsident für Forschung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und von 1990-1991 deren Präsident. Von 1991-2006 war er rheinland-pfälzischer Wissenschaftsminister und in dieser Funktion seit 1998 Aufsichtsratsvorsitzender des Universitätsklinikums Mainz. Seit November 2006 ist er Senator für Bildung, Wissenschaft und Forschung in Berlin.

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