Fachzeitschrift "Medicine Studies" feiert 1. Geburtstag

Aktuelle medizinische Themen in ihren gesellschaftlichen, kulturellen und ethischen Zusammenhängen

18.12.2009

Im Dezember erscheint die 4. Ausgabe der neuen Fachzeitschrift "Medicine Studies: International Journal for the History, Philosophy and Ethics of Medicine & Allied Sciences". Ideengeber, Initiator und Herausgeber ist Prof. Dr. Norbert Paul, Leiter des Instituts für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Universitätsmedizin Mainz. Neu gegenüber anderen Fachzeitschriften ist, dass in einer Ausgabe jeweils eine aktuelle medizinische Fragestellung aus verschiedenen Richtungen – also aus medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ebenso wie aus historischer, philosophischer, ethischer, kultureller und gesellschaftlicher Perspektive – beleuchtet und so ein transdisziplinärer Diskurs entfacht wird. Bereits jetzt hat die Zeitschrift, die seit Anfang 2009 erscheint, Beiträge international sehr bekannter Autoren veröffentlicht.

Die Zeitschrift "Medicine Studies", die im Druck wie auch als elektronische Zeitschrift bei Springer erscheint, lehnt sich an das Konzept der "Science Studies" an und überträgt dieses auf medizinische Themen. Hinter dem Begriff "Science Studies"/Wissenschaftsforschung verbirgt sich die Analyse der komplexen und vielschichtigen Wechselwirkungen zwischen aktuellen wissenschaftlichen Ergebnissen, Entwicklungen und Innovationen und gesellschaftlichen, kulturellen und individuellen Belangen. Wie beeinflussen und begrenzen gesellschaftliche Aspekte die wissenschaftliche Arbeit und welche sozialen, gesellschaftlichen und ethischen Folgen haben neue wissenschaftliche Erkenntnisse.

"Da die Medizin sich anders als andere Wissenschaften dadurch auszeichnet, dass sie immer auch schon eine Praxis ist und daher unmittelbar auf die existentiellen Grundlagen menschlichen Daseins durchschlägt, haben wir überlegt, dass der Ansatz der Science Studies spezifisch auf das Feld der Medizin ausgerichtet werden müsste", beschreibt Prof. Norbert Paul die Idee , die hinter der neuen Zeitschrift steckt. "Dies spiegelt sich im Titel der neuen Zeitschrift wider."

Ziel von "Medicine Studies" ist es somit, ein besseres Verständnis der komplexen Zusammenhänge zwischen Medizin, Naturwissenschaften, Technologie und Gesellschaft zu erreichen und die Konsequenzen dieses Zusammenspiels aufzuzeigen. "Um moderne medizinische und medizin-ethische Herausforderungen zu bewältigen, müssen der historische und gesellschaftliche Kontext bekannt sein und in die Diskussion einbezogen werden. Es muss also ein echter transdisziplinärer Diskurs stattfinden, der die Fächergrenzen überwindet", erläutert Paul. "Genau darauf zielt die neue Zeitschrift ab und reagiert auf die Notwendigkeit, Entwicklungen, Chancen und ethische Herausforderungen, die die moderne Medizin mit sich bringt, genau zu analysieren."

Das Konzept von "Medicine Studies" sieht vor, dass in jeder Ausgabe eine aktuelle medizinische Fragestellung unter sämtlichen genannten Aspekten beleuchtet wird – dabei handelt es sich immer um besonders kontroverse, oft heftig diskutierte Themen. So behandelte die Hefte bisher die Themen "Regenerative Medizin und Stammzellforschung", "Genetik und Gesundheit", "Ageing und Anti-Ageing" und "Medicine in a Neurocentric World".

"Besonders stolz sind wir darauf, dass wir auf Anhieb international renommierte Wissenschaftler für eine Mitwirkung im Herausgeber- und Beratungsgremium begeistern konnten", so Paul. "Wie uns das internationale Echo und die rasant wachsende Zahl der Zugriffe über das Internet zeigt, wird das Journal bereits jetzt als wichtiger Beitrag für die transdisziplinäre Auseinandersetzung mit aktuellen Fragestellungen der Medizin gewertet. Deshalb sind wir sehr zufrieden mit dem ersten Jahr von Medicine Studies."

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