Bitteres Gold
Bergbau, Land und Geld in Westafrika
26.02.2010
Seit Beginn der 1980er Jahren erlebt Westafrika einen Goldboom, der bis heute unvermindert andauert. Noch immer arbeiten Männer, Frauen und Kinder im informellen, handwerklichen Bergbau. Am Beispiel des ländlichen Südwestens von Burkina Faso beschreibt PD Dr. Katja Werthmann vom Institut für Ethnologie und Afrikastudien der JGU Mainz in ihrem Buch "Bitteres Gold. Bergbau, Land und Geld in Westafrika" wirtschaftliche, soziale und kulturelle Aspekte des Goldbooms. Dabei kommen Bauern, Schürfer, Staatsbeamte und Kleinunternehmerinnen zu Wort.Das Buch schildert Auseinandersetzungen um die Aneignung von Land und Bodenschätzen ebenso wie die soziale Organisation des Bergbaus und hinterfragt Klischees über "gesetzlose Orte" und das "sinnlose Verprassen" von Gewinnen aus dem Bergbau. Der Goldbergbau führt einerseits zu Konflikten über Nutzungsrechte und Entscheidungsmacht, ermöglicht andererseits aber wirtschaftlichen Wandel sowie alternative Lebensweisen und Weltsichten. Anlässlich des Goldbooms werden Mensch-Umwelt-Beziehungen, Kosmologien, Generations- und Geschlechterbeziehungen neu definiert. Der exzessive Konsum in Minenorten ist eine Form von Redistribution, die zur sozialen Einbettung des Bergbaus beiträgt.
Werthmanns Buch "Bitteres Gold. Bergbau, Land und Geld in Westafrika", mit dem sie sich habilitierte, ist ein Beitrag zur sozialwissenschaftlichen und vergleichenden Untersuchung von Goldrauschphänomenen, zur Ethnographie und Geschichte Westafrikas, zum Verhältnis von Bodenrecht, lokalen Machtstrukturen und Staat in Afrika, und zur Ethnologie des Geldes.