Leitungswechsel in der Kinderonkologie der Universitätsmedizin Mainz
Priv.-Doz. Dr. Jörg Faber ist der Nachfolger von Prof. Dr. Peter Gutjahr
04.03.2010
Der langjährige Leiter der Kinderonkologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Peter Gutjahr, ist mit Ablauf des Monats Februar in den Ruhestand getreten. Nachfolger ist Priv.-Doz. Dr. Jörg Faber. Der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Fred Zepp, dankte Prof. Dr. Peter Gutjahr für sein langjähriges und überaus erfolgreiches Engagement und wünschte gleichzeitig Priv.-Doz. Dr. Jörg Faber ein gutes Gelingen für die Zukunft."Prof. Dr. Gutjahr hat sein berufliches Wirken in ganz besonderer Weise der Behandlung von krebskranken Kindern gewidmet. Er zählt zu den frühen visionären Pionieren, die in den 1960er und 70er Jahren das damals in Deutschland noch neue Medizinfeld der Behandlung von Krebs bei Kindern mit großem Erfolg begründet und mit aufgebaut haben. Er begleitete seitdem über 3.000 Kinder und ihre Lebensschicksale am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin in Mainz – oft über viele Jahre. Mit seiner hohen Fachkompetenz und der intensiven und persönlichen Betreuung hat sich Prof. Dr. Peter Gutjahr großes Ansehen bei den kleinen und größeren Patienten wie auch bei deren Eltern und Angehörigen erworben", so der Direktor des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin, Prof. Dr. Fred Zepp. "Ich bin mir sicher, dass sich Priv.-Doz. Dr. Faber mit ähnlich großem Engagement für die Verbesserung von Heilungschancen bei krebskranken Kindern an unserem Zentrum einsetzen wird. Ich wünsche ihm dabei für die Zukunft gutes Gelingen."
Prof. Dr. Peter Gutjahr blickt auf nahezu vier Jahrzehnte erfolgreicher Tätigkeit in der Kinderonkologie zurück. Schon seine Ausbildungszeit zum Facharzt für Kinderheilkunde unter der Leitung von Prof. Dr. Köttgen begann er in Mainz. Seit 1972 war er verantwortlicher Leiter des Funktionsbereiches Pädiatrische Hämatologie und Onkologie. 1979 habilitierte er mit einem Thema, das heute aktueller als jemals zuvor ist: "Spätstatus Langzeitüberlebender nach onkologischer Erkrankung und Therapie im Kindesalter." Seit dem Beginn seiner Tätigkeit prägte Gutjahr sein Medizinfeld – in Mainz und weit darüber hinaus. 2007 wurde er für seine außerordentlichen Leistungen mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande geehrt.
Oberarzt Priv.-Doz. Dr. Jörg Faber hat zunächst sein Studium der Medizin in Mainz, München und Zürich absolviert. Nach einer Ausbildung zum Facharzt für Kinder- und Jugendmedizin am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz war er von 2005 bis 2008 am Children’s Hospital/Dana Farber Cancer Institute der Harvard Universität in Boston/USA tätig, um anschließend an das Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz zurückzukehren. Zu den klinischen Schwerpunkten des Mediziners zählen neben der Behandlung von Tumoren des Kindesalters insbesondere die Anwendung moderner Therapieverfahren bei kindlichen Leukämieerkrankungen. Auf diesem Gebiet ist er auch als Mitglied der Studienleitkommission der kooperativen Therapieoptimierungsstudie für akute Leukämien des Kindesalters "CoALL" mit Sitz am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf aktiv.
Fabers Engagement zeigt sich auch in zahlreichen aktiven Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Fachgesellschaften und sozialen Organisationen. Im Jahr 2009 gründete er zusammen mit anderen Kinderärzten des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin sowie weiteren Wissenschaftlern und Hochschulmedizinern der Universitätsmedizin Mainz die gemeinnützige "Kinderkrebshilfe Mainz e.V.". Diese fördert unter dem Motto "Forschen-Helfen-Heilen" wissenschaftliche und medizinische Maßnahmen, die helfen, die Behandlungsergebnisse bei Krebserkrankungen von Kindern und Jugendlichen am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz immer weiter zu verbessern.
Auch nach seinem offiziellen Eintritt in den Ruhestand wird Prof. Dr. Gutjahr weiter für die Behandlung krebskranker Kinder und Jugendlicher am Mainzer Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin aktiv sein. So starten er und Priv.-Doz. Dr. Faber zusammen zurzeit ein innovatives Projekt zum Aufbau einer Langzeitnachsorge-Ambulanz für ehemalige Patienten mit Tumoren bzw. Leukämien im Kindesalter am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz. Ziel des Projekts, das ab April ehemalige Patienten aufnehmen wird, ist die ganzheitliche und langfristige Nachsorge und Betreuung ehemals krebskranker Kinder und Jugendlicher weit über eine Nachsorgeperiode von fünf Jahren hinaus.