Nigeria
HOME
|
Unabhängigkeitstag
|
1. Oktober 1960 (von Großbritannien)
|
|
Fläche
|
923.768 km²
|
|
Bevölkerungszahl
|
140.003.542
|
|
Amtssprache/n
|
Englisch, Igbo, Yoruba und Haussa
|
|
Hauptstadt
|
Abuja
|
|
Staatsform
|
Präsidiale Bundesrepublik
|
26.10.2010: Das goldene Jubiläumsjahr ist noch nicht zu Ende
Helen U. Okafor
Das zentrale, von der Regierung geplante Programm zum 50. Jubiläum der Unabhängigkeit des Landes ist nun eigentlich vorbei. Doch bis zum nächsten Unabhängigkeitstag am 1. Oktober 2011 sind in Nigeria weitere Veranstaltungen anlässlich des Goldenen Jubiläums geplant, und viele reguläre Ereignisse werden einfach diesem historischen Datum gewidmet. ...
08.10.2010: 'Greater Nigeria: culture our hope': ein Rundgang durch die Jubiläumsausstellungen in Abuja
Carola Lentz, Christine Fricke
"A greater Nigeria: culture our hope" - dieses Motto prangt auf der Wand der Eingangshalle des National Museum in Abuja, in dem wir unseren Rundgang durch Foto- und Kunstausstellungen anlässlich von Nigeria@50 beginnen. Im Foyer grüßt die Besucher allerdings kein traditionelles "Kultur"-Objekt, sondern ein großes Porträt von Präsident Goodluck Jonathan, der aus einem in Form der Landkarte Nigerias geschnittenen Fenster schaut, flankiert von Fotos des Ministers für Tourismus, Kultur und nationale Orientierung sowie des Direktors der nationalen Museumskommission.
...
06.10.2010: Nigeria@50 - Von Paraden und Autobomben: Reflexion eines Jubiläums
Helen U. Okafor
Die Feierlichkeiten zum Unabhängigkeitsjubiläum in Nigeria wurden mit einem traditionellen Staatsbankett eingeleitet. Am Vorabend des 50. Jahrestags der Unabhängigkeit versammelten sich in der Banquet Hall im State House in der Hauptstadt Abuja internationale und afrikanische Staatsoberhäupter und Regierungschefs. Bei dieser Gelegenheit verlieh Präsident Goodluck Jonathan auch den "Golden Jubilee Presidential Award" an 50 bedeutende Nigerianerinnen und Nigerianer.
...
05.10.2010: Nothing to celebrate?!
Eva Grimm
Am 1. Oktober sollten die Feiern zum 50-jährigen Jubiläum der nigerianischen Unabhängigkeit auf dem Eagle Square in Abuja ihren Höhepunkt finden. Doch statt fröhliche Schulkinder und marschierende Soldaten zeigten die Titelseiten der Zeitungen am folgenden Tag Schreckensbilder von blutenden Menschen und brennenden Autos. Mindestens acht Frauen und Männer kamen ums Leben, als unweit des Eagle Square um etwa 11 Uhr morgens zwei Autobomben ein deutliches Zeichen setzten – "nothing to celebrate"!
...
03.10.2010: "Oyo State leads while others follow": regionaler Stolz, Wahlkampf und Nigeria@50 im Yoruba-Land
Carola Lentz, Christine Fricke
"Wir nennen es das 'Museum der Einheit', denn wir möchten, dass sich alle Stämme Nigerias lieben." Mit diesen Worten begann unsere Führung durch das Nationalmuseum, das "Museum of National Unity" in Ibadan, der Hauptstadt des Bundesstaates Oyo im Südwesten Nigerias und einem Zentrum der Yoruba-Kultur. Mit einer beeindruckenden Menge von Objekten - unterteilt in Musikinstrumente, Masken und Kostüme sowie Handwerk - wird in drei Ausstellungsräumen nationale Einheit repräsentiert.
...
19.09.2010: "Celebrate, jubilate, consolidate!": Programmstart der Nigeria@50 Veranstaltungen - ein Wochenrückblick
Helen U. Okafor
Das Programm startete am vergangenen Dienstag mit einem Jubiläumsvortrag von Dr. Fidelis N. Umeh zum Thema "Die Auswirkungen des Zeitalters der Informations- und Kommunikationstechnologie für Nigeria und Afrika". Warum Dr. Umeh für diesen Vortrag eingeladen wurde, erläutert er selbst in seiner Einleitung. Die nigerianische Unabhängigkeit sei stark mit seinem eigenem Lebenslauf verwoben, weil sich dadurch für ihn die einzigartige Gelegenheit ergeben hätte, in die USA zu gehen. Damals hatten amerikanische Universitäten als Geschenk an den nun unabhängigen Staat 24 Nigerianern ein Universitätsstudium in Amerika ermöglicht.
...
18.09.2010: "Nigeria@50" - Wirklich nichts zu feiern?
Eva Grimm
Nur noch zwölf Tage bis zum 1. Oktober, dem 50. Geburtstag Nigerias. In Keffi, der Stadt unseres fürsorglichen Gastgebers, ist von Feierlaune bisher nichts zu spüren, und immer wieder habe ich in den vergangenen Wochen gehört, dass es auch nicht viel zu feiern gebe. Seit ein paar Tagen ist es zu einem etwas traurigen Scherz geworden, dass unser Gastgeber die ständigen Stromausfälle mit der Aussage: "Nigeria@50" kommentiert.
...
13.09.2010: Fackellauf, Turm-Einweihung und Karneval: Jubiläumsprogramm wird offiziell präsentiert
Helen U. Okafor
Gbosa! Gbosa! Gbosa! Dieser umgangssprachliche Ausdruck bedeutet soviel wie "Hip! Hip! Hurra!" und soll auf das geplante Jubiläums-Programm der Regierung einstimmen. Den Auftakt für die Feierlichkeiten am 1. Oktober machte die Pressekonferenz vom 12. September im State House Auditorium auf dem Gelände der Präsidenten-Villa in Aso, auf der das geplante Programm vorgestellt wurde.
...
12.09.2010: Nigeria feiert das Ramadan-Ende mit Salut-Schüssen
Helen U. Okafor
Nur noch gut zwei Wochen bis zum Unabhängigkeitstag, aber in diesen Tagen stand zunächst ein anderes Fest im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit: das Eid-el-Fitr-Fest, mit dem das Ende des für die Muslime heiligen Monats Ramadan gefeiert wird. Die nigerianische Bevölkerung besteht zu nahezu gleichen Teilen aus Christen und Muslimen, weshalb der Feiertagskalender Nigerias sowohl christliche als auch muslimische Feiertage enthält.
...
Hintergrund
Nigeria ist das bevölkerungsreichste Land in Afrika, von großer regionaler, ethnischer und religiöser Diversität geprägt, und die einzige ehemals britische Kolonie, die 2010 50 Jahre Unabhängigkeit feiert − am 1. Oktober. Mit der Unabhängigkeit verbanden sich große Erwartungen und Hoffnungen für diese wirtschaftlich starke und international einflussreiche afrikanische Nation. Doch Nigeria wird inzwischen häufig als "wankender Riese" bezeichnet: ein Land, das reich an Ressourcen, aber auch an Konflikten ist.
Die Vormachtstellung im sub-saharischen Raum verdankt Nigeria vor allem dem wirtschaftlichen Einfluss des Landes aufgrund der reichen Ölvorkommen. Seit den 1970er Jahren sichern die Erdölerlöse die Staatseinnahmen Nigerias, derzeit zu 75%. Doch hat der Ölboom auch massive Konflikte provoziert, insbesondere im Niger-Delta, dem Fördergebiet. Die lokale Bevölkerung protestiert gegen die in ihren Augen inadäquate Umverteilung der Erlöse und gegen beträchtliche Umweltschäden. Doch nicht nur im Niger-Delta, in ganz Nigeria leben zwei Drittel der Bevölkerung trotz des Ölreichtums unterhalb der Armutsgrenze.
Neben massiven Reichtumsunterschieden prägen auch regionale Differenzen und religiöse Gräben das Land. Um den muslimischen Norden und den christlichen Süden zu verbinden und so zur Einheit der Nation beizutragen, wurde 1991 die offizielle Hauptstadt Abuja im Zentrum des Landes erbaut. Auch die nigerianische Kulturpolitik pocht auf "Einheit": "Unity in diversity" ist ihr Motto und die Regierung verspricht Respekt für die diversen Traditionen der offiziell mit mehr als 250 bezifferten ethnischen Gruppen.
International beachtete kulturpolitische Zeichen setzte Nigeria 1977 als Gastgeberland des zweiten pan-afrikanischen World Black and African Festival of Arts and Culture (FESTAC '77). Das FESTAC-Emblem, die Queen Idia-Maske, gilt noch heute als Symbol für nationale Entwicklung und Kultur. An die Erfolge von FESTAC '77 will Nigeria jetzt mit den Feiern zum Unabhängigkeitsjubiläum anknüpfen.
Seit 1960 wird der Unabhängigkeitstag jährlich in allen der inzwischen 36 Bundesstaaten und in Abuja, dem Federal Capital Territory, gefeiert. "Unity, Peace and Hope" lautet das Motto des Independence Day Carnivals, der am 1. Oktober 2010 in Lagos stattfinden soll. Er soll den Höhepunkt eines einjährigen Veranstaltungsmarathons zum 50. Jahrestag des Landes bilden, der bereits am 1. Oktober 2009 eröffnet wurde. Landesweit sind zahlreiche Festivals, Paraden, Tanzveranstaltungen, Fernsehshows, Preisverleihungen und Ausstellungen geplant.
Doch die aktuellen politischen Entwicklungen im Land überschatten die Festvorbereitungen. Am 5. Mai 2010 verstarb Präsident Umaru Yar'Adua, der u.a. einen lang herbeigesehnten Waffenstillstand mit den Rebellen im Niger-Delta ausgehandelt hatte. Die erneuten Probleme in der Öl-Region sowie die blutigen Spannungen zwischen Muslimen und Christen im Zentrum Nigerias müssen nun von Interims-Präsident Goodluck Jonathan gelöst werden, bis 2011 Neuwahlen stattfinden.