Exzellenzpreis bestätigt strategische Ausrichtung der Lehre an der JGU

Konzept zur Weiterentwicklung der Lehrkompetenz verbindet systematische Personalentwicklung mit innovativen Elementen einer "lernenden Organisation"

23.04.2010

Für ihr Konzept der strategischen Ausrichtung der Lehre und der Weiterentwicklung der Lehrkompetenz hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) den Exzellenzpreis Studium und Lehre Rheinland-Pfalz erhalten. "Über diese Auszeichnung freuen wir uns sehr", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, "denn der Exzellenzpreis bestätigt einerseits die bereits eingeleiteten Maßnahmen zur weiteren Verbesserung der Lehre an unserer Universität, zum anderen aber auch unsere Konzeption und Projekte, die wir seit Sommersemester 2009 zur Entwicklung einer einheitlichen Lehrstrategie auf den Weg gebracht haben." Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist mit rund 34.600 Studierenden aus mehr als 130 Nationen die größte Hochschule in Rheinland-Pfalz und zurzeit die sechstgrößte Universität in der Bundesrepublik Deutschland. "'Menschen zukunftsfähig machen', dieser Aufgabe fühlt sich die Universität verpflichtet", so der Präsident weiter, "wir sehen daher insbesondere im Bereich der Lehre den Ort, an dem zukunftsfähig machendes Wissen und Können vermittelt werden müssen. Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, unterzieht die Universität seit zehn Jahren ihr Lehrengagement einem intensiven Reflexionsprozess, der zu einer einheitlichen Lehrstrategie führte, die der Senat unserer Universität im kommenden Wintersemester verabschieden soll." Das Zentrum für Qualitätssicherung und -entwicklung (ZQ) mit langjähriger Erfahrung im Bereich der Qualitätssicherung in Forschung und Lehre begleitet diesen Prozess mit einem breiten Spektrum an qualitätssichernden Maßnahmen.

Die "lernende Organisation" - Forum Lehren und Lernen

Das Konzept der strategischen Ausrichtung der Lehre und der Weiterentwicklung der Lehrkompetenz umfasst die gesamte Hochschule mit ihren unterschiedlichen Fächerkulturen einschließlich einer systematischen Personalentwicklung, was die Jury besonders beeindruckt hat. Zudem hob die Jury die Kombination von bestehenden und neuen partizipatorischen Elementen in der Lehre als besonders innovativ hervor. "Unser Personalentwicklungsprojekt greift Elemente einer 'lernenden Organisation' auf", erklärt Prof. Dr. Mechthild Dreyer, Beauftragte des Präsidenten für das Projekt "Pro Geistes- und Sozialwissenschaften", in dessen Rahmen das mit dem Exzellenzpreis ausgezeichnete Projekt entwickelt wurde. "Zum einen wird Lehre kollegial sichtbar und zum Thema gemacht, zum anderen sollen bereits vorhandene Kompetenzen innerhalb der Universität systematischer als bisher genutzt werden."

Zu den innovativen Elementen des Konzepts gehören bspw. der gegenseitige kollegiale Veranstaltungsbesuch der Lehrenden, begleitet durch hochschuldidaktisch ausgewiesene Experten, Evaluation und Dokumentation des Erfahrungsaustauschs in einem "Forum Lehre und Lernen" und ergänzt durch eine Workshopreihe zum Qualitätsmanagement in Wirtschaft und Wissenschaft. Ausgehend von den Fächern Geschichte, Germanistik und Biologie soll die Weiterentwicklung der Lehrkompetenz sukzessive auf alle Fächer und Fachbereiche der Universität übertragen werden. "Damit gelangen wir zu systematischem Wissen und zur Entwicklung von best practice sowie zur gegenseitigen erfahrungsgestützten Stabilisierung und Relativierung von Lehrerpraxis", so Dreyer.

Bereits in den vergangenen Jahren hat die JGU eine Reihe von Maßnahmen initiiert, um die Lehrsituation kontinuierlich zu verbessern. Dazu gehören u.a. das Bibliotheksprogramm in Höhe von 3 Millionen Euro, die Ermöglichung eines weitgehend "überschneidungsfreien Studiums" v.a. im Zuge der Einführung der neuen Lehramtsstudiengänge sowie Maßnahmen zur Qualitätssicherung in der Lehre durch das ZQ.

Die Lehre an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz positioniert sich durch ihre fachwissenschaftliche Breite und damit ihr interdisziplinäres Potenzial, ihre Internationalität und die Verbindung von Forschung und Lehre. So ermöglicht die Mainzer Universität als Volluniversität mit ihrem weiten Fächerspektrum vielfältige Formen eines Fachgrenzen überschreitenden Lehrens und Lernens. In der internationalen Ausrichtung der Studienangebote, in internationalen Lehrkooperationen und im intensiven Studierendenaustausch sieht die JGU beste Möglichkeiten für ihre Studierenden, bereits vor Ort nationale und kulturelle Grenzüberschreitungen einzuüben und anderen Kulturen zu begegnen.

Eine wesentliche Klammer von Forschung und Lehre bildet die gewachsene Struktur im Bereich der Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Zudem setzt die Universität auch auf institutionelle Grenzüberschreitung: In Kooperation u.a. mit den beiden auf dem Campus angesiedelten Max-Planck-Instituten, der Fachhochschule Mainz oder dem Römisch-Germanischen Zentralmuseum haben Studierende die Möglichkeit, Wissenschaft in unterschiedlicher institutioneller Ausprägung kennenzulernen.

Der Präsident begrüßt den Exzellenzwettbewerb Studium und Lehre Rheinland-Pfalz als wichtigen Baustein zur Qualitätssicherung von Studium und Lehre: "Den Studierenden qualitativ gute Bedingungen für ihr Studium zu bieten, gehört zu den Kernaufgaben einer jeder Universität, und hier sehen wir uns in einer doppelten Verantwortung - einerseits den Studierenden gegenüber, um ihnen mit einer optimalen Ausbildung eine hervorragende Basis zum Start ins Berufsleben zu bieten; aber auch der Gesellschaft gegenüber, da die Studierenden von heute die Führungskräfte und Entscheidungsträger von morgen sind. Im Rahmen unserer Qualitätssicherung und -entwicklung hat die kontinuierliche Qualitätsentwicklung von Studium und Lehre daher einen hohen Stellenwert."