Blickpunkt Afrika: Nachwuchsforscher beobachten Unabhängigkeitsfeiern

Neue Doktorandengruppen im Rahmen der Nachwuchsförderung in den Geistes- und Sozialwissenschaften gestartet

26.05.2010

Mit ihrer Initiative für die Nachwuchsförderung in den Geistes- und Sozialwissenschaften hat die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) neue Wege beschritten. 1,2 Mio. Euro werden für bis zu 50 Stipendien bereitgestellt, um neue Doktorandengruppen mit interdisziplinären Forschungsansätzen zu unterstützen. Bis zum Beginn dieses Jahres hatten alle 11 Doktorandengruppen, die bei der Begutachtung der Vorschläge überzeugen konnten, mit ihrer Arbeit begonnen.

Eine dieser Doktorandengruppen in der Uni-Initiative "PRO Geistes- und Sozialwissenschaften" befasst sich mit "Erinnerungspolitik und Nationalfeiern in Afrika". Fünf Doktorandinnen beschäftigen sich am Institut für Ethnologie und Afrikastudien mit den Nationalfeiern in afrikanischen Staaten, die den 50. Jahrestag ihrer Unabhängigkeit begehen. Unterstützung bekommen sie dabei nicht nur von den Professorinnen und Professoren am Institut für Ethnologie und Afrikastudien, sondern auch vom Institut für Theaterwissenschaften - interdisziplinäre Arbeit wird großgeschrieben.

Wie wird Gabun das Jubiläum begehen, nachdem sich die politische Situation des Landes durch den Tod des Präsidenten Omar Bongo Ondimba stark verändert hat? Wie wird die Landesgeschichte in Burkina Faso dargestellt und erzählt, wenn im Dezember der 50. Jahrestag der Unabhängigkeit gefeiert wird? Wie entsteht in Madagaskar ein verbindendes Nationalgefühl, wo doch ethnische Gruppen, soziale Hierarchien und Regionalismus in dem Inselstaat stark in Erscheinung treten? Von welchen Faktoren werden die Jubiläumsfeiern in Kamerun und der Côte d'Ivoire bestimmt? Diese und viele weitere Fragen gilt es im Rahmen der Forschungsprojekte zu beantworten. "Wir untersuchen, wie eine Nation als Einheit dargestellt wird, wie sich ein Land an seine Geschichte erinnert und wie die 50 Jahre Unabhängigkeit bewertet werden", erklärt  Svenja Haberecht, eine der beteiligten Doktorandinnen. "Wir interessieren uns aber auch konkret dafür, wie sich die Länder bei den Feierlichkeiten darstellen, und werden die Festlichkeiten vor Ort besuchen und beobachten." In einem "Afrika-Spezial" auf der JGU-Homepage berichten sie über ihre Erfahrungen und die Stimmung im jeweiligen Land vor, während und kurz nach den Unabhängigkeitsfeiern.

Zum Inhalt der Seite springen Zur Navigation der Seite springen