Professorinnenprogramm des BMBF unterstützt Frauenförderung an der JGU

Verwirklichung des Gleichstellungskonzepts

14.06.2010

Wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit von Frauen in der Wissenschaft: Mit Mitteln aus dem Professorinnenprogramm des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) und der Länder schafft die Universitätsmedizin Mainz zwei Professorinnenstellen. Die beiden W2-Professorinnen werden voraussichtlich im Frühjahr 2011 in der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten sowie in der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik ihren Dienst antreten.

"Frauen sind in wissenschaftlichen Führungspositionen immer noch deutlich unterrepräsentiert. Das wollen wir ändern und schreiben zwei Professuren aus, auf die sich ausschließlich Frauen bewerben dürfen", unterstreicht der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban. "Das Potenzial unserer Wissenschaftlerinnen zu nutzen und zu stärken, das haben wir uns auf unsere Fahnen geschrieben. Das Professorinnenprogramm von Bund und Ländern eröffnet uns eine echte Chance, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen weiter zu erhöhen." Aktuell sieht der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende, Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, die Universitätsmedizin bereits auf einem guten Weg. "Während der Anteil der Frauen bei den Ruferteilungen für Professuren im Jahr 2008 bei 14% lag, waren es 2009 bereits 33%."

Die W2-Professorinnenstelle in der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten unter der Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Heinz Kölbl wird im Bereich der Senologie (Brustheilkunde) angesiedelt. "Es wird das zweite Brustzentrum in Deutschland, das von einer Frau geleitet wird", erklärt Kölbl. In den Verantwortungsbereich der Stelle wird die komplette Diagnostik und Behandlung von Patientinnen mit Brustkrebs fallen, bei der es sich um die häufigste Tumorerkrankung der Frau handelt. Forschungsschwerpunkte sollen im Bereich der Tumorbiomedizin, Immunologie und minimal-invasiven Chirurgie liegen. "Die Lehre wird ebenfalls davon profitieren, denn das Fach Senologie war im Medizinstudium in Mainz bislang nur mit einer Wochenstunde im Vorlesungsplan vertreten", so Urban.

Die W2-Professorinnenstelle in der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik wird der Molekularen Hepatologie zugeordnet. Bei der Hepatologie liegt der Fokus auf Patienten mit Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts und der Leber- und Gallenwege. "Auf Basis der neu geschaffenen Professur wollen wir die Anzahl der von uns durchgeführten Lebertransplantationen von derzeit rd. 50 auf 80-100 pro Jahr steigern. Das wird uns dabei helfen, uns als bester Partner für Patienten mit Lebererkrankungen zu profilieren", so Prof. Dr. Peter R. Galle, Direktor der I. Medizinischen Klinik und Poliklinik. Im Bereich der interdisziplinär ausgerichteten Grundlagenforschung ist die Entwicklung neuer Therapien das Ziel. "Von den dabei eingesetzten molekularbiologischen Methoden versprechen wir uns neue Strategien zur Behandlung des therapieresistenten hepatozellulären Karzinoms, einer Form des Leberkrebs", führt Galle fort.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) hat das Professorinnenprogramm im März 2008 mit dem Ziel initiiert, innerhalb von 5 Jahren bis zu 200 Stellen für Professorinnen an deutschen Hochschulen zu schaffen. Die finanziellen Mittel hierfür tragen jeweils zur Hälfte der Bund und das jeweilige Bundesland. Um in den Genuss der Förderung zu kommen, mussten sich die Hochschulen mit einem Gleichstellungskonzept bewerben. "Nach positiver Begutachtung des Gleichstellungskonzeptes der Johannes Gutenberg-Universität konnten wir uns in einem zweiten Schritt mit einem Maßnahmenkatalog zur Frauenförderung für die Universitätsmedizin bewerben", erklärt Prof. Dr. Ellen I. Closs, Gleichstellungsbeauftragte der Universitätsmedizin für Wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen. "Dieser Katalog beinhaltet - neben weiteren zusätzlichen gleichstellungsfördernden Maßnahmen - die Schaffung der beiden Professorinnenpositionen, die einen Multiplikationseffekt ausüben mit positiven Auswirkungen auf die Gleichstellungsziele der Universitätsmedizin."