Verleihung des U.S. Ambassador’s Grant 2010 an Mainzer Nachwuchswissenschaftlerin Katja Kurz

Amerikanistin der JGU erhält Dissertationspreis des U.S.-Botschafters für Nachwuchswissenschaftler in der Amerikaforschung

21.06.2010

Den in diesem Jahr erstmalig verliehenen U.S. Ambassador's Grant for Young Researchers in American Studies verlieh U.S.-Botschafter Philip D. Murphy im Rahmen der  57. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Amerikastudien (DGfA) an Katja Kurz von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Der Preis, der in Kooperation mit der DGfA durch ihren Präsidenten Prof. Dr. Peter Schneck ins Leben gerufen wurde, ist mit 5.000 Euro dotiert und unterstützt Katja Kurz' Dissertationsprojekt "Narrating Contested Lives: The Aesthetic Evolution of Human Rights in Autobiographical Works of Art" (deutsch: Schwierige Lebensgeschichten: Die ästhetische Entwicklung von Menschenrechten in autobiografischen Werken). Katja Kurz promoviert bei Prof. Dr. Alfred Hornung im Forschungs- und Lehrbereich American Studies an der Universität Mainz im Rahmen des 2009 geschaffenen internationalen Graduiertenkollegs "Life Writing".

Katja Kurz wird die finanzielle Unterstützung durch den U.S. Ambassador's Grant nutzen, um von August bis Dezember 2010 am Institute for the Study of Human Rights an der Columbia University in New York Forschungen zu Menschenrechtskampagnen anzustellen. "Im Rahmen meiner Dissertation möchte ich herausfinden, wie autobiografische Erzählungen von Opfern und Zeugen von Menschenrechtsverletzungen in aktuellen Kampagnen über Terrorismus, politische Verfolgung, Völkermord, Kindersoldaten und die Diskriminierung gegen Frauen und Minderheiten inszeniert werden, um einen Wandel in der amerikanischen Politik und Gesetzgebung zu erzielen", erklärt Kurz. Wie prägen autobiografische Erzählungen den lokalen und globalen Menschenrechtsdiskurs? Welche Erfahrungsgeschichten sind dabei besonders erfolgreich? Wodurch gestaltet sich die Beziehung zwischen Ethik und Ästhetik? - dies sind einige der Fragestellungen, mit denen sich die Doktorandin im Rahmen ihrer Recherche auseinandersetzt.

In diesem bisher wenig erforschten Wissensbereich können durch multidisziplinäre Forschungsansätze und transnationale Zusammenarbeit wertvolle neue Erkenntnisse zum Verhältnis von Recht, Literatur und Kultur erzielt werden. Kurz ergänzt: "Recht und Literatur stellen keine getrennten gesellschaftlichen Sphären dar, sondern zeigen vielmehr fließende Übergänge und bedingen einander."  Schließlich sei die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 ohne ein entsprechendes kulturell und literarisch verankertes Rechtsverständnis über die Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg nicht möglich gewesen. "Nur wenn man die Zusammenhänge zwischen Literatur, Recht und Kultur wirklich versteht, kann man sich den Herausforderungen des aktuellen Menschenrechtsdiskurses stellen und innovative Lösungsansätze formulieren", schlussfolgert sie. In New York wird Katja Kurz mit Menschenrechtsaktivisten und Experten von UNICEF, Human Rights Watch und UNDP zusammenarbeiten.