Neubau der Physikalischen Chemie: Rohbau steht auf dem Campus der JGU

Neues Forschungs- und Lehrgebäude / Fertigstellung ist für Mai 2011 geplant

21.06.2010

Pressemitteilung des Landesbetriebs Liegenschafts- und Baubetreuung

Heute wurde das Richtfest für den Neubau der Physikalischen Chemie auf dem Campus der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz gefeiert. Investiert werden fast 32 Mio. Euro für das neue Forschungs- und Lehrgebäude, das im Mai 2011 fertiggestellt werden soll.

Anlass

Die vorherigen Räumlichkeiten der Physikalischen Chemie entsprachen baulich und technisch nicht mehr den Anforderungen an ein modernes Forschungs- und Lehrgebäude. Im Rahmen des Neubaus der Chemie sowie der Fachbereichsbibliotheken und Hörsaalgebäude der Naturwissenschaften bildet der Neubau der Physikalischen Chemie den Abschluss der Neuordnung der Chemiegebäude am Duesbergweg.

Entwurf

Das Hauptgebäude ist als viergeschossige, dreibündige Anlage konzipiert. Auf der Nordseite befinden sich die Laboratorien mit einem erhöhten Bedarf an Klimatisierung, auf der Südseite liegen die Büros und in der Kernzone sind die - zum Teil durch Lichthöfe natürlich belicht- und belüftbaren - Nebenräume angeordnet. Das zentrale, geschossübergreifende Atrium und die in der Kernzone ausgebildeten Lichthöfe mit den jeweils angelagerten Servicebereichen ermöglichen und fördern die informelle und interdisziplinäre Kommunikation unter den Professoren und Studierenden.

Konstruktion

Die Rohbaukonstruktion wird aus Gründen des sommerlichen Wärmeschutzes in konventioneller Massivbauweise erstellt und hat gegenüber einer Stahlskelettkonstruktion den Vorteil der stützenfreien Räume. Die Geschossdecken werden mit deckengleichen Unterzügen vor Ort betoniert, um eine größtmögliche Installationsfreiheit für die Haustechnik zu ermöglichen und die erforderlichen Geschosshöhen zu minimieren.

Brandschutz

Das Hauptgebäude gliedert sich in drei Brandabschnitte (Atrium sowie West- und Ostflügel). Der brandschutztechnische Aufwand wird durch die Bildung einzelner Nutzungseinheiten minimiert. Sowohl im Atrium als auch im West- bzw. Ostflügel befinden sich die notwendigen Treppen. Zwischen dem zentralen Treppenraum im Atrium und den stirnseitigen Treppen werden die Büro- und Laborräume an der Nord- bzw. Südseite über je einen notwendigen Flur erschlossen.

Äußere Gestaltung

Die Fassadengestaltung orientiert sich gestalterisch formal an der Fassade des Gebäudes "Lehre". Die Längsseiten werden als Elementfassade mit geschlossenem Brüstungsfeld und außen liegendem Sonnenschutz ausgebildet. Der Eingangsbereich wird durch eine mit Photovoltaiklamellen bestückte Pfosten-Riegel-Fassade betont. Die Stirnseiten werden als hinterlüftete, vorgehängte Fassade in Sichtbeton bzw. im Bereich des Treppenlaufs mit Alupaneelen ausgeführt. Die zurückgesetzte Dachzentrale wird als Stahlkonstruktion mit vorgefertigten Wand- bzw. Dachelementen erstellt.

Energetische und ökologische Belange

Die Lüftungsanlage ist mit modernen Wärmerückgewinnungsanlagen ausgerüstet. Das Kühlsystem für die Laser ist in dieses System eingebunden. Dies reduziert den Heizbedarf der Lüftung und ermöglicht eine teilweise Kühlung der Laser ohne Kältemaschine. Eine automatische variable Volumenstromregelung in den Laboren und Seminarräumen minimiert die benötigten Luftmengen. Durch thermische Bauaktivierung wird die Nutzungsqualität der Büros wesentlich erhöht und ist durch den aktiven Nachtbetrieb besonders umweltschonend. Für die Toilettenspülung ist eine Regenwassernutzung vorgesehen. Eine in die Fassade integrierte Photovoltaikanlage und die Versickerung des Oberflächenwassers runden den Umweltaspekt ab.

Technischer Ausbau

Die physikalischen Labore erfordern aufgrund ihrer großen Wärmequellen durch Laser und Mikroskope in Kombination mit hohen Anforderungen an die einzuhaltenden Raumtemperaturen überdurchschnittlich hohe Kühlleistungen. Die Gebäudeanschlussleistung von mehr als 1.000 kW entspricht etwa dem Dreifachen eines vergleichbaren Bürogebäudes.

Barrierefreiheit

Neben der Installation eines taktilen Leitsystems für Blinde und Sehbehinderte im Atrium gewährleisten ein behindertengerechter Aufzug, Behindertentoiletten, kraftbetriebene Türöffner am stufenlosen Haupteingang sowie Brandschutztüren mit Magnetoffenhaltung in den Fluren den barrierefreien Zugang.

Städtebau

Der Neubau des Instituts für Physikalische Chemie bildet den nördlichen Abschluss des Gebäudeensembles für den Fachbereich Chemie und vervollständigt die städtebauliche Grundidee eines zentralen Forums im Westen des Campus.