Stresemann-Werkstatt 2010: Förderung, Austausch und Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Thema: Die Deutschen und ihre Außenpolitik

05.07.2010

Die Stresemann-Gesellschaft e.V. und der Lehrstuhl für Neueste Geschichte des Historischen Seminars der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) empfingen am Wochenende junge NachwuchswissenschaftlerInnen zur Stresemann-Werkstatt 2010, einem neu etablierten Format, das der Förderung, dem Austausch und der Vernetzung des wissenschaftlichen Nachwuchses dienen soll. In der Mainzer Staatskanzlei diskutierten die jungen Geschichts- und Politikwissenschaftler gemeinsam mit Univ.-Prof. Dr. Andreas Rödder, Inhaber des Lehrstuhls für Neueste Geschichte an der JGU und einer der Vorsitzenden der Stresemann-Gesellschaft e.V., über die Geschichte der Außenpolitik der Bundesrepublik Deutschland sowie über Grundfragen der internationalen Politik im 20. Jahrhundert.
Das Thema der Stresemann-Werkstatt 2010
Vor dem aktuellen Hintergrund andauernder Auslandseinsätze der Bundeswehr und der jüngsten Debatten um die Verwendung des Terminus "Krieg" zur Beschreibung der Lage in Afghanistan gewinnt mancher Beobachter den Eindruck, dass sich die Bundesrepublik Deutschland schwer tut mit ihrer Außen- und Sicherheitspolitik. Fast zwanzig Jahre nach dem Ende des Ost-West-Konflikts hat die Bundesrepublik zwar an außenpolitischem Gewicht und Manövrierfähigkeit im internationalen Staatensystem hinzugewonnen. Aber andererseits scheint sie nach wie vor auf der Suche nach ihrer eigentlichen Rolle in der heutigen, weniger übersichtlichen Weltordnung zu sein, was mit einer zunehmenden Perspektivlosigkeit im Bereich der deutschen Außenpolitik zu korrespondieren scheint. Eine Debatte um die "deutsche Staatsräson", um "nationale Interessen" oder gar um eine außenpolitische "grand strategy" scheint daher bis dato nicht stattzufinden.

Wo aber liegen die Gründe für diese Unklarheiten und für die heutigen, zuweilen nebulösen Debatten im Bereich der deutschen Außenpolitik? Kann man aus historischer Perspektive sogar von einem gesellschaftlichen Verlust oder von einem Teilverlust des außen- und sicherheitspolitischen Ernstfalldenkens im realpolitischen Sinne sprechen, welcher die gegenwärtige Debatte im Bereich der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik zu charakterisieren scheint? Und wenn man davon sprechen kann: an welchen historischen Wegmarken der bundesdeutschen Zeitgeschichte manifestierte sich dieser Verlust? Oder ist die Frage nach dem "Ernstfall" genau wie die Frage nach der "deutschen Staatsräson" und ihren Zielen, Mitteln und Kosten in der heutigen, postmodernen und globalisierten Welt anachronistisch oder gar obsolet geworden?

Diese zentralen Fragen der Vergangenheit und Gegenwart erörterten die NachwuchswissenschaftlerInnen in der Stresemann-Werkstatt 2010.

Die Stresemann-Gesellschaft e.V.

Die im Jahr 1955 gegründete Stresemann-Gesellschaft e.V. versteht sich als ein Forum, um die gesellschaftliche Verständigung über nationale Interessen und die internationale Integration zu pflegen. Die Gesellschaft möchte das Andenken an den Reichskanzler, Reichsaußenminister und Friedensnobelpreisträger Gustav Stresemann pflegen und das Verständnis für Außen- und Europapolitik in Deutschland fördern. Als staatsbürgerliches Forum dient die Stresemann-Gesellschaft der gesellschaftlichen Verständigung über nationale Interessen und internationale Integration. Mit ausgewählten und hochkarätigen Veranstaltungen und Projekten - wie etwa die Stresemann-Rede, das Stresemann-Forum und die Vergabe der Stresemann-Medaille - fördert die Stresemann-Gesellschaft e.V. diese Verständigung im Dialog von Wissenschaft, Politik und Öffentlichkeit.

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Foto: Peter Pulkowski
Aktuell SWR2-Interview mit Univ.-Prof. Dr. Andreas Rödder (01.07.2010)
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Stresemann-Gesellschaft e.V.
Geschäftsstelle
Anne Sophie Schumacher
c/o Arbeitsbereich Neueste Geschichte
Historisches Seminar
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-24465

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