Augenhornhautbank kann Spendeaufkommen erneut steigern
Hornhautbank des Landes Rheinland-Pfalz an der Universitätsmedizin Mainz blickt auf erfolgreiches Jahr zurück
09.08.2010
Die Zahl der Augenhornhautspenden in Rheinland-Pfalz ist im Jahr 2009 erneut gestiegen. So konnten im vergangenen Jahr der Hornhautbank des Landes an der Augenklinik der Universitätsmedizin Mainz 613 Augenhornhäute durch Spender zur Verfügung gestellt werden. Verglichen mit dem Vorjahr, in dem 538 Augenhornhäute gespendet wurden, bedeutet dies eine Steigerung um 14%. Diese positive Entwicklung bei der Spendergewinnung ist auf die intensive Zusammenarbeit der Augenklinik mit mehreren Kliniken in Rheinland-Pfalz zurückzuführen.Auch beim Transplantationsverfahren gibt es Fortschritte. So scheint sich der Einsatz des bereits 2008 erworbenen Mikrokeratom-Geräts zu bewähren. Es handelt sich um ein elektronisch gesteuertes, äußerst präzises Schneideinstrument. Mit dem Mikrokeratom-Gerät in Kombination mit einer modernen Operationstechnik kann lediglich eine dünne Schicht im Inneren der Hornhaut verpflanzt werden. "Im Vergleich zur ganzheitlichen Hornhauttransplantation, wie sie seit über 100 Jahren durchgeführt wird, liegen die Vorteile hierbei in der schnelleren Wundheilung sowie einer geringeren Rate an postoperativen Hornhautverkrümmungen", berichtet Dr. Melissa Faust, Koordinatorin der Hornhautbank.
"Wir freuen uns, auf ein erneut erfolgreiches Jahr zurückblicken zu können. Da die Wartelisten jedoch nach wie vor sehr lang sind, ist es ungemein wichtig, potenzielle Spender und Angehörige über die Hornhautspende und -transplantation zu informieren und aufzuklären", sagt Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, Direktor der Augenklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.
Die Transplantation von Augenhornhäuten ist die häufigste Verpflanzung eines Gewebes beim Menschen. Jährlich werden in Deutschland 4.500-6.000 Hornhäute transplantiert. Der tatsächliche Bedarf an Hornhautspenden ist deutlich höher: Schätzungsweise benötigen jährlich bis zu 8.000 Patienten in Deutschland eine Spenderhornhaut als Ersatz für ihre aufgrund einer Erkrankung oder eines Unfalls getrübten, verformten oder beschädigten Hornhaut. Die Hornhautbank des Landes Rheinland-Pfalz existiert seit 18 Jahren und befindet sich in der Augenklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Ziel dieser Einrichtung ist es, sowohl den regionalen als auch Teile des nationalen Bedarfs an Spenderhornhäuten zu decken.