Das goldene Zeitalter des italienischen Films

Die 1960er Jahre / Thomas Koebner und Irmbert Schenk (Hg.)

10.09.2010

Das italienische Kino hat bisher mehrere große und erfolgreiche Phasen durchlebt - in diesem Buch geht es insbesondere um den italienischen Film der 1960er Jahre. Der Band geht auf eine internationale Tagung an der Universität Mainz im März 2006 zurück und präsentiert mehr als 30 Studien zu diesem Thema. "Auch wenn der Neorealismus als Bewegung geschwächt war", so die Herausgeber in der Einleitung, "so ziehen sich seine Filme und Ausläufer doch noch über einen längeren Zeitraum hinweg durch die italienische Filmgeschichte, um schließlich ab 1960 in einer zweiten Welle eine neue, differenzierte realistische Orientierung auferstehen zu lassen." "La dolce vita" von Federico Fellini eröffnete eine Periode der Grenzüberschreitungen auf der Suche nach neuen Sujets, Formen und Genres, etwa nach einem kühn erweiterten Realismus ohne Ufer, einem undogmatischen Erzählstil in Angleichung an Modelle moderner Romanliteratur und einem zweiten Surrealismus, der Traum und Fantastik wie selbstverständlich in die Darstellung mit einschloss. Zudem entwickelte sich eine neue und wieder bittere gesellschaftliche Satire. Neue Genres wurden entdeckt, vornehmlich der Politthriller und der Italo-Western: ein Jahrzehnt der Aufbrüche in neue Dimensionen.

In den verschiedenen Beiträgen geht es um einzelne Regisseure - von Federico Fellini bis Michelangelo Antonioni, von Luchino Visconti bis Pier Paolo Pasolini, von Pietro Germi bis Francesco Rosi, von Sergio Leone bis Bernardo Bertolucci - um die italienische Gesellschaft, die Medien und ihr Publikum in den 1960er Jahren, um die verschiedenen Genres, die Musik von Nino Rota und Ennio Morricone, um Weiblichkeitsentwürfe, Surrealismus und das Jahr 1968.

Thomas Koebner war 1972-1973 Filmbeauftragter des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit, bevor er von 1973-1983 eine Professur für Germanistik und Allgemeine Literaturwissenschaft an der Bergischen Universität Wuppertal innehatte, an deren Aufbau er beteiligt war. Die Folgejahre arbeitete Koebner als Professor für Neuere Deutsche Literatur mit dem Schwerpunkt Medienwissenschaft an der Philipps-Universität Marburg. Von 1989-1992 war er Direktor der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Seit 1993 war er als Professor für Filmwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz tätig, wo er im Jahr 2007 emeritiert wurde.

Thomas Koebner: Das goldene Zeitalter des italienischen Films
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