Kinderwunschzentrum der Universitätsmedizin Mainz zertifiziert
Patienten profitieren von hohen Qualitätsstandards
29.09.2010
Der TÜV Süd hat dem Kinderwunschzentrum der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten der Universitätsmedizin Mainz ein Zertifikat nach DIN ISO 9001: 2008 erteilt. Dem Kinderwunschzentrum wird damit bestätigt, dass seine innerklinischen Abläufe nach modernen Qualitätsmanagement-Richtlinien hinsichtlich Struktur, interdisziplinärer Zusammenarbeit und Qualitätssicherung organisiert sind. Die unabhängige Expertenkommission lobte insbesondere das leistungsfähige und optimal wirksameSeriösen Schätzungen zufolge suchen rund 10 % aller Paare in Rheinland-Pfalz Unterstützung bei der Verwirklichung ihres Wunsches nach Zeugung und Geburt eines Kindes. Etwa 2.000 Mal im Jahr beraten die Ärzte und Mitarbeiter des Kinderwunschzentrums der Universitätsmedizin Mainz Paare und bereiten sie auf hocheffektive Therapien vor. "So bieten wir alle aktuellen diagnostischen und therapeutischen Verfahren einer modernen Kinderwunschtherapie an", erläutert der Leiter des Kinderwunschzentrums, Univ.-Prof. Dr. Rudolf Seufert. Nach Beendigung aller therapeutischen Möglichkeiten können mehr als 75 % aller Paare ihren Kinderwunsch erfüllen - ein Wert, der den nationalen und internationalen Vergleich nicht zu scheuen braucht.
Zu diesen modernen Verfahren zählt auch der Einsatz des sog. IMSI-Verfahrens - Intracytoplasmic Morphologically Selected-Sperm Injection, das die Mainzer als eines der wenigen Kinderwunschzentren in Deutschland anbieten. "Bei dieser Art der künstlichen Befruchtung werden die Spermien vor der Injektion mit einem hochauflösenden Mikroskop einzeln anhand morphologischer Kriterien beurteilt und damit optimal ausgewählt", erklärt Prof. Dr. Rudolf Seufert. Für Frauen vor und nach einer Chemo- oder Strahlentherapie besteht darüber hinaus die Möglichkeit, sich nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen hinsichtlich ihrer Fruchtbarkeit beraten und ggf. auch Maßnahmen zum Schutz ihrer Fruchtbarkeit durchführen zu lassen. Zusätzlich besteht für diese Patientinnen das Angebot, sich vor einer intensiven Chemotherapie und Bestrahlung per Bauchspiegelung Eierstockgewebe entnehmen zu lassen. Dieses Gewebe wird mit einem speziellen Verfahren so schonend eingefroren, dass es nach Ende der Krebsbehandlung aufgetaut und der durch die Krebstherapie unfruchtbar gewordenen Patientin funktionsfähig zurück verpflanzt werden kann ("Ovarian Tissue Banking").
Bei der Betreuung von Paaren mit Kinderwunsch arbeiten die Mainzer Reproduktionsmediziner mit Internisten, Urologen, Humangenetikern sowie Psychologen Hand in Hand. Die gute interdisziplinäre Teamarbeit der verschiedenen Berufsgruppen bildet einen wichtigen Bestandteil der optimalen Versorgungsqualität im ärztlichen, pflegerischen und psychosozialen Bereich.
"Wir freuen uns sehr, dass die Qualität der von uns seit Jahren erfolgreich geleisteten Kinderwunschbehandlung nun auch von unabhängiger Seite bestätigt wurde. Das bestärkt uns darin, die Versorgung von Paaren mit Kinderwunsch weiterhin in unseren Fokus zu stellen und immer weiter zu verbessern", betont Univ.-Prof. Dr. h.c. Heinz Kölbl, Direktor der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten.
"Im Kinderwunschzentrum der Klinik und Poliklinik für Geburtshilfe und Frauenkrankheiten haben wir vielen Patientinnen und Patienten auch in schwierigen Situationen helfen können. Dabei gilt es, auf qualitativ hohem Niveau Tag für Tag im Zusammenspiel der verschiedenen beteiligten Kliniken und Institute Patienten kompetent zu versorgen und alle Probleme zu meistern. Dass die Mitarbeiter des Kinderwunschzentrums dies hervorragend können, haben sie nun bestens bewiesen", zeigt sich der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer, hochzufrieden über die Zertifizierung.