Mainzer Herzchirurgin gewinnt Posterpreis
Dr. Constanze Bening für innovative Chirurgie der Brustschlagader ausgezeichnet
07.10.2010
Der Posterpreis des internationalen Kongresses über Aortenerkrankungen in Marseille ging in diesem Jahr an eine Herzchirurgin der Universitätsmedizin Mainz. Dr. Constanze Bening von der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie stellte ihre Forschungsarbeit über den minimal-invasiven Zugang bei Aufweitungen der Brustschlagader auf dem internationalen Kongress zur Diskussion und konnte die Jury mit diesem innovativen Ansatz überzeugen.Üblicherweise werden Eingriffe zur Aufweitung der Brustschlagader bei vollständig durchtrenntem Brustbein durchgeführt. In der Universitätsmedizin Mainz erfolgen diese Eingriffe bei geeigneten Patienten seit 3 Jahren in minimal-invasiver Technik. "Der Rippenbogen, mit dem die gesamte Bauchmuskulatur und der Bauch selbst verbunden ist, bleibt bei dieser chirurgischen Technik vollständig intakt", erläutert Dr. Constanze Bening. "Die Patienten können wegen des stabilen Brustkorbs deshalb deutlich früher vom Beatmungsgerät entwöhnt werden, haben weniger Schmerzen, der Krankenhausaufenthalt nach der Operation ist wesentlich kürzer und die Patienten genesen schneller."
Die chirurgischen Prinzipien des Eingriffs selbst entsprechen vollständig denen des konventionellen offenen Zugangs: Die Brustschlagader wird durch eine Prothese ersetzt, die Aortenklappe meist rekonstruiert oder ersetzt und manchmal müssen Herzkranzgefäße in die Prothese implantiert werden. Gerade im Bereich der Chirurgie der Hauptschlagader hat die Universitätsmedizin Mainz in den zurückliegenden Jahren mehrfach mit chirurgischen Spitzenleistungen auf sich aufmerksam gemacht.
"Hochleistungsmedizin ist Forschung und Forschung ist Hochleistungsmedizin", freut sich Univ.-Prof. Dr. Christian-Friedrich Vahl, Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. "Ich bin stolz darauf, dass Forschungsarbeiten aus der chirurgischen Anwendung, von denen die Patienten unmittelbar profitieren, mit einem internationalen Wissenschaftspreis gewürdigt werden." Dr. Constanze Bening stellt ergänzend fest: "Gleiche chirurgische Qualität bei deutlich reduziertem Trauma: Das ist in jedem Fall ein Fortschritt."