Positive Zwischenbilanz der Nachsorge-Ambulanz für ehemalige Krebspatienten am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin
Universitätsmedizin Mainz bietet nachhaltige und umfassende Betreuung
21.10.2010
Im April 2010 wurde die Langzeitnachsorge-Ambulanz für ehemals krebskranke Kinder und Jugendliche am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz eröffnet. Die Bilanz nach 6 Monaten zeigt, dass das Angebot von den Patienten sehr positiv aufgenommen wird.In Deutschland erkrankt jedes Jahr eins von 6.000 Kindern an Krebs. Durch Operation, Bestrahlung sowie Chemotherapie können etwa 70% der Kinder dauerhaft geheilt werden. Die erforderlichen Behandlungen sind jedoch intensiv und v.a. in der Akutphase, also in den ersten beiden Behandlungsjahren, sehr nebenwirkungsreich. Bei einigen der ehemaligen Patienten treten die Folgen ihrer Erkrankung und deren Behandlung oft erst nach einer langen Zeitspanne auf, manchmal erst nach 20 bis 30 Jahren.
Da eine nachhaltige und umfassende Betreuung dieser Patienten immer wichtiger wird, wurde im April 2010 am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz eine innovative Tumor-Nachsorge-Ambulanz eingerichtet. Ziel dieser Institution ist eine ganzheitliche und langfristige Nachsorge für ehemalige Patienten, deren Erkrankung mehr als 5 Jahre zurückliegt. Mehr als 500 ehemalige Patienten wurden kontaktiert und das Angebot überwiegend sehr positiv aufgenommen.
"So konnten etliche wichtige und dringend behandlungsbedürftige Befunde wie Knoten in der Schilddrüse, Blutdruckerhöhungen, zweite Tumoren und Herzerkrankungen frühzeitig erkannt und therapiert werden", so der frühere Leiter der Kinderonkologie am Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Peter Gutjahr. "Die Ergebnisse zeigen, dass das Projekt des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kinderkrebsforschung Mainz ein wichtiges Element darstellt, die Betreuung krebskranker Kinder zu verbessern, v.a. im Hinblick auf deren Langzeit-Überlebensqualität", betonen Univ.-Prof. Dr. Peter Gutjahr und sein Nachfolger, Priv.-Doz. Dr. Jörg Faber.