Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften startet Publikationsreihe "Mainzer Historische Kulturwissenschaften"

Methoden und Theorien der Kulturwissenschaften mit empirischer Forschung verbinden

27.10.2010

In der Reihe "Mainzer Historische Kulturwissenschaften" veröffentlicht der gleichnamige Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz aktuelle Forschungserträge, die Methoden und Theorien der Kulturwissenschaften in Verbindung mit empirischer Forschung entwickeln. Die ersten 4 Bände sind im September und Oktober 2010 im transcript-Verlag Bielefeld erschienen.

Zentraler Ansatz der Reihe ist eine historische Perspektive der Kulturwissenschaften, wobei sowohl Epochen als auch Regionen weit differieren und mitunter übergreifend behandelt werden können. So führt die Reihe u.a. altertumskundliche, kunst- und bildwissenschaftliche, philosophische, literaturwissenschaftliche und historische Forschungsansätze zusammen und ist für Beiträge zur Geschichte des Wissens, der politischen Kultur, der Geschichte von Wahrnehmungen, Erfahrungen und Lebenswelten sowie anderen historisch-kulturwissenschaftlich orientierten Forschungsfeldern offen. Ziel der Reihe "Mainzer Historische Kulturwissenschaften" ist dabei, sich zu einer Plattform für wegweisende Arbeiten und aktuelle Diskussionen auf dem Gebiet der Historischen Kulturwissenschaften zu entwickeln.

 

Band 1: Historische Kulturwissenschaften. Positionen, Praktiken und Perspektiven
(ISBN: 978-3-8376-1441-1)

In Band 1 "Historische Kulturwissenschaften. Positionen, Praktiken und Perspektive" geht es um den Begriff der "Kulturwissenschaften", der gegenwärtig in Kontexten genutzt, in denen gegen die fortschreitende Spezialisierung insbesondere in den Geisteswissenschaften und gegen die damit einhergehende Fragmentierung des Wissens plädiert wird. Neben einer Perspektivierung der einzelnen Disziplinen als 'Kulturwissenschaften' im Plural wird auch eine Art Dachdisziplin 'Kulturwissenschaft' als wesentlich für die Modernisierung der Geisteswissenschaften diskutiert. Die Beiträge dieses Bandes loten aus disziplinärer Perspektive Möglichkeiten und Grenzen kulturwissenschaftlichen Arbeitens aus und finden aus einer dezidiert historischen Sicht zu einer interdisziplinären Verständigung, die scheinbar disparate Geisteswissenschaften integriert.

 

Band 2: Räume des Wissens. Grundpositionen in der Geschichte der Philosophie
(ISBN: 978-3-8376-1442-8)

Band 2 "Räume des Wissens. Grundpositionen in der Geschichte der Philosophie" beschäftigt sich mit dem in den letzten Jahren in kulturwissenschaftlichen Zusammenhängen verstärkt aufgetretenen Forschungsinteresse an der räumlichen Organisation von Wissen. Die Beiträge dieses Bandes befragen ausgewählte philosophische Positionen - u.a. Plotin, Alkuin, Pomponazzi, Leibniz, Büchner, Heidegger, Foucault und Flusser - danach, auf welche Weise sie die Verräumlichung des Wissens fassen, wie also jeweils das spezifische Wissen räumlich organisiert, strukturiert und/oder veranschaulicht wird.

 

Band 3: Spielarten einer verlorenen Verortung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven
(ISBN: 978-3-8376-1406-0)

Der 3. Band der Reihe "Mainzer Historische Kulturwissenschaften" trägt den Titel "Unorte - Spielarten einer verlorenen Verortung. Kulturwissenschaftliche Perspektiven". Seit mehreren Jahren haben sich Raumtheorien als produktive Katalysatoren kulturwissenschaftlicher Untersuchungen bewiesen. Offen blieb dabei bisher, was die Negation des Räumlichen - ein 'Unort' - in kulturwissenschaftlichen Kontexten zu leisten imstande ist. Die Beiträge dieses Bandes bieten eine nach Michel Foucault, Michel de Certeau und Marc Augé erarbeitete theoretische Auffächerung des Begriffs und erproben sie an Objekten aus verschiedenen Disziplinen.

 


Band 4: Eine Disziplin und ihre Verleger. Disziplinenkultur und Publikationswesen in der Mathematik in Deutschland, 1871-1949
(ISBN: 978-3-8376.1517-3)

Im 4. Band "Eine Disziplin und ihre Verleger. Disziplinenkultur und Publikationswesen in der Mathematik in Deutschland, 1871-1949" werden am Beispiel der Mathematik die Wechselwirkungen zwischen wissenschaftlichem Verlagswesen und der Entwicklung einer wissenschaftlichen Disziplin in Deutschland zwischen 1871 und 1949 analysiert. Die Studie untersucht die Funktion unterschiedlicher Publikationsformen für die Scientific Community, die Profilierungsstrategien der Verlage angesichts steigender Konkurrenz in ihrem Marktsegment sowie wissenschafts- und branchenexterne Rahmenbedingungen des mathematischen Publizierens.

 

Die Reihe wird herausgegeben vom Koordinationsausschuss des FSP Historische Kulturwissenschaften. Sie erscheint im transcript-Verlag Bielefeld.