Universitätsmedizin Mainz gleich zweimal positiv mitbegutachtet

Forschergruppen sollen sich bei Gesundheitszentren für Herzkreislauferkrankungen und Krebsforschung einbringen

08.11.2010

Die Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat sich gemeinsam mit der Goethe-Universität Frankfurt sowie weiteren Forschungsinstituten im Rhein-Main-Gebiet erfolgreich um die Förderung zweier nationaler Zentren der Gesundheitsforschung beworben. Dies teilte heute das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin mit. Bei den beiden Antragsskizzen, an denen die II. Medizinische Klinik und Poliklinik gemeinsam mit dem Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) bzw. die III. Medizinische Klinik und Poliklinik sowie das Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz beteiligt sind, handelt es sich um das Deutsche Zentrum für Herz-Kreislaufforschung und das Deutsche Konsortium für translationale Krebsforschung. Die Forschergruppen mit den 3 Einrichtungsleitern aus Mainz, Prof. Dr. Thomas Münzel, Prof. Dr. Matthias Theobald und Prof. Dr. Maria Blettner, sind nun aufgefordert, ihren Antrag mit jeweils 6 anderen Zentren zu einem Konsortialantrag zusammenzuführen. Eine endgültige Entscheidung wird im Februar 2011 erwartet.

Ziel des vom BMBF betriebenen Förderprogramms ist es, nationale Gesundheitszentren mit mehreren Standorten zu bilden, die auf hohem wissenschaftlichen und technischen Niveau Forschung, Diagnostik und Therapie zu Volkskrankheiten wie Herzinfarkt, Infektionen oder Krebs betreiben. Im sog. "translationalen Ansatz" sollen dabei Grundlagenforschung und klinische Medizin zum Wohle der Patienten zusammengeführt werden. Nationale Gesundheitszentren zu neurodegenerativen Erkrankungen und Diabetes haben bereits ihre Arbeit aufgenommen.  

Deutsches Zentrum für Herz-Kreislaufforschung

Weltweit sind immer mehr Menschen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen betroffen. Die Gesundheitssysteme sind mit steigenden Kosten konfrontiert, die bspw. durch Herzversagen nach Infarkt oder periphere arterielle Erkrankungen entstehen. Die Goethe-Universität, die Universitätsmedizin Mainz, das Max-Planck-Institut für Herz- und Lungenforschung und die Kerckhoff-Klinik in Bad Nauheim wollen in dem nun genehmigten Deutschen Zentrum für Herz-Kreislaufforschung untersuchen, wie diese Krankheiten entstehen. Sie haben sich die Aufgabe gestellt, die Übermittlung von Signalen im Gefäßsystem zu entziffern, den Beitrag epigenetischer Faktoren aufzuklären und Einblicke in das Reparatursystem des Körpers zu nehmen. Ziel ist es, molekulare Angriffspunkte für Diagnose und Therapie zu identifizieren.

Prof. Dr. Thomas Münzel, Direktor der II. Medizinischen Klinik und Poliklinik und Sprecher des CTH der Universitätsmedizin Mainz: "Wir freuen uns sehr über diese positive Begutachtung, denn die angestrebte Vorgehensweise wird den Weg zu einer personalisierten Therapie für Gefäßerkrankungen ebnen und somit einem großen Teil der Bevölkerung zugute kommen. Mainz wird schwerpunktmäßig an der Umsetzung von vorklinischen Befunden in der Klinik und bei klinischen Studien selbst beteiligt sein und hier insbesondere mit dem Interdisziplinären Zentrum für Klinische Studien (IZKS) und dem Centrum für Thrombose und Hämostase (CTH) kooperieren, beides Leuchtturmprojekte in Mainz, die aktuell schon mit Millionenbeträgen vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden."

Deutsches Konsortium für translationale Krebsforschung

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr rund 420.000 Menschen neu an Krebs, ein Viertel von ihnen stirbt hieran. Damit ist Krebs nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. In den vergangenen Jahren wurden in der Onkologie zwar immense Fortschritte in der Grundlagenforschung erreicht, allerdings kann noch lange nicht jedem Patienten geholfen werden. Das nun begutachtete Konsortium für translationale Krebsforschung vereint die Expertise der Goethe-Universität Frankfurt mit der der Universitätsmedizin Mainz und derjenigen des Georg-Speyer-Hauses sowie des Nordwest-Krankenhauses Frankfurt.

Prof. Dr. Matthias Theobald, Direktor der III. Medizinischen Klinik und Poliklinik, und Prof. Dr. Maria Blettner, Leiterin des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI), zeigen sich hocherfreut: "Die Entscheidung des BMBF zeigt uns, dass wir auch in diesem Schwerpunkt auf dem richtigen Weg sind. Unsere Aufgabe hier in Mainz wird es sein, unsere Erfahrungen aus der Immuntherapie sowie aus der Führung des Deutschen Krebsregisters, des Deutschen Kinderkrebsregisters und des epidemiologischen Krebsregisters Rheinland-Pfalz in ein regionales Netzwerk einzubringen. Dies soll gemeinsam mit einer entstehenden Biomaterialbank, einem klinischen Studiennetzwerk und einem Krebsforschungsinstitut - unter maßgeblicher Beteiligung der Grundlagenwissenschaftler - die richtige Antwort auf die zunehmend notwendige Individualisierung der onkologischen Therapie sein", erklären beide unisono.

Der Medizinische Vorstand der Universitätsmedizin Mainz Prof. Dr. Guido Adler: "Mit dieser positiven Begutachtung haben wir, gemeinsam mit unseren Kollegen aus Frankfurt, einen weiteren wichtigen Schritt gemacht, um durch die Mainzer Spitzenforschung unseren Patienten auch völlig neue Behandlungsoptionen zu ermöglichen. Jetzt gilt es, noch einmal alle Kräfte zu aktivieren, um einen endgültigen Zuschlag durch das BMBF zu erhalten und die Zentren auf- und ausbauen zu dürfen."