Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz begrüßt sechs neue GFK-Fellows

Gutenberg Forschungskolleg fördert international renommierte Wissenschaftler am Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz

09.11.2010

Die Arbeit des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird im kommenden Jahr durch sechs externe Fellows des Gutenberg Forschungskollegs (GFK) der Hochschule unterstützt. GFK-Fellowships werden an exzellente Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler vergeben, die die Schwerpunktsetzung der JGU - hier den im Rahmen der Forschungsinitiative Rheinland-Pfalz etablierten Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz - unterstützen und bereichern. Das GFK-Fellowship sichert jedem Fellow in erster Linie hervorragende Forschungsbedingungen. Die sechs GFK-Fellows "Medienkonvergenz" sollen die vielfältigen Aktivitäten und Antragstellungen des Forschungsschwerpunkts - unter anderem für ein im Rahmen der Bundesexzellenzinitiatve beantragtes Cluster "Medienkonvergenz" - beratend unterstützen, zu ihren jeweiligen eigenen Themenbereichen forschen und nach Möglichkeit ihr Wissen im Rahmen von Vortragsserien, Tagungen und Doktorandenseminaren weitergeben.

Die externen Fellows des Forschungsschwerpunkts Medienkonvergenz

Prof. Dr. Florian Dombois (Foto: Christof Mattes / © FSP Medienkonvergenz)Prof. Dr. Florian Dombois, Leiter des Instituts Y - Institut für Transdisziplinarität an der Hochschule der Künste Bern, Schweiz. Studium der Geophysik und Philosophie in Berlin, Kiel und Hawaii. 1998 Promotion. Seit 1994 Projekte zur Verbindung zwischen Kunst und Wissenschaft. Lehraufträge an Universitäten und Kunsthochschulen in Europa und den USA. Internationale Einzel- und Gruppenausstellungen unter anderem in der Kunsthalle Bern, Imprimerie Basel, Akademie der Künste Berlin, VolkSystem Toulouse, Riga Art Space und Galerie Rachel Haferkamp Köln.


Alvin Curran (Foto: Christof Mattes / © FSP Medienkonvergenz)Alvin Curran, US-amerikanischer Komponist, derzeit wohnhaft in Rom. Studium bei Elliott Carter. 1966 Gründung des Improvisationsensembles Musica Elettronica Viva unter ande- rem mit Frederic Rzewski und Richard Teitelbaum. Curran hat seitdem seine Werke auf den bedeutendsten internationalen Festivals präsentiert und ausgestellt - Ars Electronica (Linz), Tate Gallery (London), Guggenheim Foundation (New York). Er war Professor an der Accademia Nazionale d'Arte Drammatica in Rom und hatte von 1991 bis 2006 die Darius Milhaud-Professur für Komposition am Mills College in Oakland, Kalifornien, USA inne.


Prof. em. Dr. Dr. h.c. Elmar Mittler (Foto: Christof Mattes / © FSP Medienkonvergenz)Prof. em. Dr. Dr. h.c. Elmar Mittler, Professor für Buch- und Bibliothekswissenschaften an der Universität Göttingen, Altdirektor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. Seit 1985 Honorarprofessor der Universität Mainz, Institut für Buchwissenschaft. 1990 bis 2006 Direktor der Niedersächsischen Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen. 1989 bis 1994 Erster Sprecher der neu gegründeten Bundesvereinigung Deutscher Bibliotheksverbände. 1999 bis 2004 Präsident von LIBER - Ligue des Bibliothèques Européennes de Recherche. 1994 bis 2000 Mitglied des Bibliotheksausschusses der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). 2000 Ehrendoktorwürde der Universität Sorbonne Paris. Seit 2007 Chairman des Consortium of European Research Libraries.


Dr. Axel-Cyrille Ngonga Ngomo (Foto: Christof Mattes / © FSP Medienkonvergenz)Dr. Axel-Cyrille Ngonga Ngomo, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Informatik an der Universität Leipzig. Lehraufträge an der Leipzig School of Media. Studium der Informatik und Physik an der Universität Leipzig mit Vertiefungsrichtung Intelligente Informationssysteme und NLP. Forschungsinteressen im Bereich Wissensmanagement, im Data Mining und Clustering und insbesondere in der Extraktion von domänspezifischem Wissen aus Textkorpora.


Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl (Foto: Christof Mattes / © FSP Medienkonvergenz)Prof. Dr. Stephan Ruß-Mohl, Jahrgang 1950, mit dem der Projektbereich D seine Forschung bereichern und vor allem eine Internationalisierung der Perspektive erreichen will, ist Co-Direktor des Istituto Media e Giornalismo (IMeG) an der Università della Svizzera italiana (Lugano) und Direktor der European Journalism Observatory (EJO). Von 1985 bis 2001 lehrte er Publizistik an der FU Berlin; Forschungsaufenthalte haben ihn bereits an die University of Wisconsin in Madison, USA (1989), an das Europäische Hochschulinstitut in Florenz (1992) und an die Stanford University in Kalifornien (1995 und 1999) geführt.


Marie-Laure Ryan (Foto: Christof Mattes / © FSP Medienkonvergenz)Marie-Laure Ryan, PhD, Scholar-in-Residence der University of Colorado, Boulder, USA. Studium der Germanistik, Romanistik, Informatik und Linguistik in Genf, an der Georg-August-Universität Göttingen, an der University of Utah, USA und an der University of California in San Diego, USA. Ausgezeichnet unter anderem im Jahr 1992 mit dem Annual Prize for Independent Scholars durch die Modern Language Association for Possible Worlds, Artificial Intelligence and Narrative Theory und im Jahr 2002 mit dem Jeanne and Aldo Scaglione Prize for Comparative Literary Studies der Modern Language Association für Narrative as Virtual Reality. Guggenheim Fellowship 2001/2002.


Der Forschungsschwerpunkt Medienkonvergenz

Mit zunehmender Geschwindigkeit und Breitenwirkung findet eine umfassende Mediatisierung der Lebenswelt statt. Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit erfolgt im öffentlichen wie im nicht-öffentlichen Raum mittlerweile fast ausnahmslos über Medien, die im Zuge der Digitalisierung interaktiv und multimedial geworden sind. Die Fusion von Text, Bild und Ton sowie die zunehmend interaktiven Formen der Mediennutzung führen nicht nur im Internet zu einer Neuorganisation des kulturellen Wissens und sozialen Gedächtnisses. Ziel des Forschungsschwerpunkts "Medienkonvergenz" an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist es, die rechtlichen und wirtschaftlichen Folgen dieser rasanten Medienevolution, ihre kulturellen Potenziale und kreativen Möglichkeiten kritisch zu erfassen und wissenschaftlich aufzuarbeiten.

Prof. Dr. Stephan Füssel, Sprecher des Forschungsschwerpunktes Medienkonvergenz: "Bei der Bandbreite der Fächer, von der Neurolinguistik bis zur Psychosomatik, von den disziplinären Fächern der Buchwissenschaft, Filmwissenschaft, Theaterwissenschaft, Publizistik und Journalistik bis hin zu den Schnittstellendisziplinen Medienrecht, Medienökonomie, Medienmanagement und Medienpädagogik reichen, können wir methodische Brücken zwischen Geistes- und Sozialwissenschaften in einem bisher an der Mainzer Universität und generell nicht praktiziertem Ausmaß schlagen."

Die beteiligten Institute beschäftigen sich zum Teil bereits seit Jahrzehnten mit grundlegenden Fragen der Medienforschung - Buchwissenschaft seit 1947, Publizistik seit 1966, Journalistisches Seminar seit 1978, Theaterwissenschaft seit 1990, Filmwissenschaft seit 1993, das Mainzer Medieninstitut, eine interdisziplinäre Einrichtung zur Weiterbildung im Medienrecht, seit 1999. Dabei können die Mainzer Medienwissenschaftler auf ein bewährtes Netzwerk von Praktikern der umliegenden Fernsehanstalten, Verlage, Medienfirmen und Organisationen wie ZDF, SWR, 3sat, HR, FAZ, FR, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Deutsche Nationalbibliothek und viele andere zurückgreifen.

 

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