Krebsregister Rheinland-Pfalz beteiligt sich an der bundesweiten CAESAR-Studie

Langzeit-Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten im Fokus / Befragung von rund 6.000 Personen mit zurückliegender Krebsdiagnose

23.11.2010

Über das Befinden und die Probleme der Betroffenen nach überstandener Krebserkrankung ist wenig bekannt. Das Projekt "Cancer Survivorship – a multi-regional population-based study", kurz CAESAR, will dies mit Unterstützung verschiedener Landeskrebsregister ändern, darunter auch das Krebsregister Rheinland-Pfalz. Angesiedelt ist dieses zum Teil am Institut für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Informatik (IMBEI) der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU).

Nach aktuellen Schätzungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) leben gegenwärtig in Deutschland etwa 3 Millionen Frauen und Männer mit der Diagnose Krebs. In Rheinland-Pfalz werden jährlich jeweils etwa 3.000 Neuerkrankungen an Prostata-, Brust-, und Darmkrebs gemeldet. Fortschritte in der Früherkennung sowie in der Therapie haben dazu geführt, dass viele Patientinnen und Patienten geheilt werden können. Fragen zur gesundheitlichen Lebensqualität und zu möglichen Spätfolgen werden daher immer bedeutsamer. So wurde im Rahmen von Studien des DKFZ gezeigt, dass viele Krebspatientinnen und -patienten trotz guter körperlicher Genesung noch Jahre später an Spätfolgen wie psychischen, sozialen und finanziellen Problemen beispielsweise durch Frühberentung leiden.

Da bislang nur wenig über die Langzeit-Lebensqualität von Krebspatientinnen und -patienten nach Abschluss der Therapie bekannt ist, führt das DKFZ jetzt in Zusammenarbeit mit ausgewählten Krebsregistern verschiedener Bundesländer die von der Deutschen Krebshilfe geförderte CAESAR-Studie durch. Im Rahmen dieser Studie sollen insgesamt bundesweit etwa 6.000 Personen mit einer mindestens fünf Jahre zurückliegenden Krebsdiagnose (Brustkrebs, Darmkrebs oder Prostatakrebs) mittels eines Fragebogens zu ihrer Krebserkrankung, ihrem Gesundheitszustand und ihrer Lebensqualität befragt werden. Neben Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Hamburg, Bremen und dem Saarland beteiligt sich auch das Krebsregister Rheinland-Pfalz an der CAESAR-Studie.

Hierzu wird per Zufall ausgewählten Patientinnen und Patienten mit einer früheren Prostata-, Brust-, oder Darmkrebsdiagnose ein Fragebogen vom eigens eingerichteten Studienzentrum zugesendet. Nach der Zustimmung der Ethikkommission der Ärztekammer Rheinland-Pfalz und der Abstimmung mit dem Datenschutzbeauftragten des Landes Rheinland-Pfalz werden die Angeschriebenen auf der Grundlage des Krebsregistergesetzes ausgewählt und schriftlich gefragt, ob sie bereit sind, sich an dieser Studie zu beteiligen. Die gesammelten Angaben der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer aus den Fragebögen werden dann zusammen mit den Ergebnissen aus den weiteren beteiligten Bundesländern im DKFZ in Heidelberg anonym ausgewertet. Die Antworten tragen dazu bei, die langfristigen Folgen einer Krebserkrankung besser zu verstehen, die Versorgung zu optimieren und damit die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten zu erhöhen.