Johannes Gutenberg-Universität Mainz dankt beim Stiftertag 2010 für 70.000 Euro für Projekte in Forschung und Lehre

"Wege in die Zukunft: Wissen stiften" / Stiftungen präsentieren vielfältige Formen gesellschaftlichen Engagements

29.11.2010

Damit die deutschen Universitäten im internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe auch künftig mithalten können, sind bürgerliche Mitverantwortung und Mitgestaltung stärker gefragt als je zuvor. Privates Engagement von Stifterinnen und Stiftern trägt entscheidend dazu bei, dass an deutschen Hochschulen Forschung und Lehre auf höchstem Niveau betrieben werden können. So stehen sowohl die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung als auch der Stiftertag 2010 unter dem Motto "Wege in die Zukunft: Wissen stiften". Fünfzehn Stiftungen und die Dachstiftung stellen insgesamt rd. €70.000 für Projekte in Forschung und Lehre an der Johannes Gutenberg-Universität (JGU) zur Verfügung. Elf davon nutzen den Stiftertag für ihre Preisverleihungen an den wissenschaftlichen Nachwuchs und demonstrieren hierbei die große Vielfalt an Themen und Formen des Stiftens für die Universität.

Spitzenforschung einerseits, Qualifikation intelligenter Köpfe andererseits – mit diesen Kernaufgaben sind Hochschulen heute der Motor eines wissensbasierten Wirtschafts- und Kulturraums. Die hierzu notwendigen Handlungsfelder können die Universitäten angesichts der engen finanziellen Spielräume allerdings immer weniger besetzen und sind folglich zunehmend auf private Initiativen und Investitionen angewiesen. Daher wurde Ende 2004 unter der Schirmherrschaft des Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung gegründet. Diese Dachstiftung eröffnet Privatpersonen, aber auch Institutionen und Unternehmen verschiedenste unbürokratische Möglichkeiten effizienten Stifterengagements.

"Stiften erfordert kein großes Vermögen. Auch kleine Stiftungsbeiträge sind in ihrer Summe von großer Wirkung für Bildung und Wissenschaft und fördern damit das Zukunftspotenzial unseres Landes", erklärt der Vorsitzende des Vorstands der Universitätsstiftung, Dr. h.c. Klaus Adam, anlässlich des Stiftertags 2010. "Sollte der Stiftertag daher zur Nachahmung oder zur Unterstützung einer der hier anwesenden Stiftungen anregen, wäre das eine ganz besondere Freude."

Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung ermöglicht Stiftern, ganz konkret und dauerhaft Projekte in Forschung, Lehre, Studium, wissenschaftlicher Weiterbildung und Kunstausübung entsprechend ihrer individuellen Lebensziele und Wünsche zu unterstützen. Als sechstgrößte Hochschule in Deutschland mit über 35.000 Studierenden und 3.800 Wissenschaftlern in mehr als 150 Instituten und Kliniken bietet die Universität Mainz ein attraktives Spektrum von unterstützungswürdigen Projekten quer durch alle Fachrichtungen.

Wissen bewahren – Wissen vermitteln – Wissen erzeugen

Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung fördert in diesem Jahr entsprechend ihrem Leitmotiv ein fakultätsübergreifendes Projekt, das v.a. auch geistes- und sozialwissenschaftliche Forschung unterstützen soll. Mit rd. €15.000 ermöglichte die Stiftung die Anschaffung eines Buchscanners für die Zentralbibliothek der JGU. "Die Universitätsbibliothek freut sich sehr, allen Bibliotheksbenutzerinnen und -benutzern ab sofort die Möglichkeit zum vorlagenschonenden Einscannen von Büchern und bspw. Zeitschriften bei besonderen Ansprüchen in Bezug auf Komfort und kompletter Ausnutzung der Vorlagen anbieten zu können – und dies im Sinne der Gesetzeslage für persönliche wissenschaftliche Zwecke", erklärt Dr. Andreas Anderhub, Leitender Direktor der Universitätsbibliothek der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Sowohl der Zugriff auf Informationen als auch deren Verarbeitung werden hierdurch für Studierende erheblich erleichtert. Wir danken der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung, dass sie es uns ermöglicht hat, unseren Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern fakultätsübergreifend diesen besonderen Mehrwert bieten zu können." Die Anschaffung des Buchscanners stellt eine wesentliche Verbesserung der Infrastruktur für Forschung und Lehre an der JGU und insbesondere eine deutliche Erleichterung der Studienbedingungen für Studierende dar. Sämtliche Hochschulangehörige können den Buchscanner während der kompletten Öffnungszeiten der Zentralbibliothek - 22 Stunden täglich an 7 Werktagen - unabhängig von der jeweiligen Fachrichtung nutzen.

Neben der Unterstützung durch Sachmittel für Geräte oder Forschungsvorhaben besteht für die Stifter auch die Möglichkeit, mit Investitionen u. a. in Stipendien, Graduiertenkollegs oder Auslandaufenthalte den wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern und junge Talente zu qualifizieren. "Ein besonderer Vorzug der Dachstiftung ist dabei, dass die Stifter mit der persönlichen Auswahl ihres Projekts dieses gezielt fördern und den Verlauf aktiv begleiten können", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr Georg Krausch. "Durch engen Kontakt mit den geförderten Wissenschaftlern und Studierenden erhalten die Stifter ständig Einblick in die Verwendung des Ertrags ihres Vermögens und können langfristig die Entwicklung und Folgen ihres Tuns verfolgen."

Derzeit werden 28 unselbstständige Stiftungen von der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung verwaltet. Das gesamte Stiftungsvermögen beläuft sich dabei auf rd. €6 Millionen. "Über die Form der Mitwirkung – also die Beteiligung durch Zustiftungen, die Errichtung eines Stiftungsfonds oder die Errichtung einer unselbstständigen Stiftung – können die Stifter selbst entscheiden, ganz nach ihren individuellen Vorstellungen und Möglichkeiten", erklärt Götz Scholz, Kanzler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Vorstand der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung. "Die Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung macht dabei das Stiften leicht und gewährt viele Vorteile. Kompetente Berater begleiten den Stiftungsvorgang und helfen bei den notwendigen Schritten in Zusammenarbeit mit den beteiligten Behörden." Darüber hinaus übernimmt die Universitätsstiftung die Stiftungsverwaltung und garantiert eine kompetente Verwaltung des Vermögens.

Beispielhaftes Stifterengagement demonstrieren mit ihrer Preisverleihung im Rahmen des Stiftertags 2010 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz folgende Stiftungen: die Adolf Todt-Stiftung, die Alumni-Stiftung der Mainzer Publizisten, die Blanke-Stiftung, die Karl-Gückinger-Stiftung, die Philipp Haupt – Dr. Gisela Spennemann-Haupt-Stiftung, die Prof. Dr. med. Lothar Diethelm-Gedächtnis-Stiftung, die Professor Dr. Friedrich Schubel-Stiftung, die Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung, die Stiftung Edelstein- und Lagerstättenforschung, die Sulzmann-Stiftung und die Susanne Marie Sofie Haufen-Stiftung.

 

BILDERGALERIE

Stiftertag 2010: Wege in die Zukunft - Wissen stiften Kanzler Götz Scholz hieß die Stifterinnen und Stifter, die Preisträgerinnen und Preisträger sowie weitere Gäste herzlich zum Stiftertag 2010 an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz willkommen. (Foto: Peter Pulkowski) Dr. h.c. Klaus G. Adam, der Vorsitzende des Vorstands der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung, begrüßte die Gäste und erläuterte Stiftungsgeschichte und Stiftungszweck der Dachstiftung. (Foto: Peter Pulkowski) In seiner Festansprache dankte Universitätspräsident Prof. Dr. Georg Krausch den Stifterinnen und Stiftern für ihr großes Engagement und den so gelegten wichtigen Grundstein zur Sicherung von Spitzenforschung und -lehre an der JGU. (Foto: Peter Pulkowski) (v.l.) Otto Boehringer, Dr. h.c. Klaus G. Adam, Wolfgang Hempler (Mitglied der Geschäftsleitung der Deutschen Bank) und Peter Radermacher (Mitglied der Geschäftsleitung der Commerzbank AG, Filiale Mainz) (Foto: Peter Pulkowski) (v.l.) Dr. Andreas Anderhub und Dr. Andreas Brandtner (Universitätsbibliothek Mainz), Univ.-Prof. Dr. Jürgen Blume (Rektor der Hochschule für Musik), Peter E. Geipel und Ferdinand Scherf ('Freunde der Universität Mainz e.V.') (Foto: Peter Pulkowski) (2. Reihe) Sibylle Kalkhof-Rose (l.) unterstützt mit ihrer Stiftung den wissenschaftlichen Nachwuchs. Dank großzügiger Spenden von Prof. Dr. Elisabeth Gateff (r.) baut die JGU die Grüne Schule im Botanischen Garten. (Foto: Peter Pulkowski) (vorn) Stifterin Almut Diethelm rief im Jahr 2006 die unselbstständige Professor Dr. med. Lothar Diethelm-Gedächtnis-Stiftung ins Leben, die Studierende des Fachgebiets Onkologie begünstigt. (Foto: Peter Pulkowski) (Foto: Peter Pulkowski) Der Leitende Direktor der UB, Dr. Andreas Anderhub (Mitte), und sein Nachfolger Dr. Andreas Brandtner (r.) dankten der durch Götz Scholz (r.) vertretenen Universitätsstiftung für den durch Stiftungsmittel erworbenen Buchscanner. (Foto: Peter Pulkowski) Die Anschaffung des Buchscanners stellt eine wesentliche Verbesserung der Infrastruktur für Forschung und Lehre an der JGU und insbesondere eine deutliche Erleichterung der Studienbedingungen für Studierende dar. (Foto: Peter Pulkowski) Der Preis der Sulzmann-Stiftung 2010 ging an Christine Fricke, Kathrin T. Ngninzégha und Godwin Kornes (r.), der den Preis stellvertretend von Prof. Dr. Thomas Bierschenk (l.) entgegennahm. (Foto: Peter Pulkowski) Die Adolf Todt-Stiftung zeichnet 2010 zwei Nachwuchswissenschaftler am Institut für Physikalische Chemie für ihre hervorragenden Diplomarbeiten aus: Thomas Christian Jagau (l.) und Matthias Hanauer (r.). (Foto: Peter Pulkowski) Im Namen der Stiftung zur Förderung der Edelstein- und Lagerstättenforschung zeichnete Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister, Dekan des FB 09, Dr. Tatjana Mirjam Gluhak für ihr Dissertationsprojekt am Institut für Geowissenschaften aus. (Foto: Peter Pulkowski) Den Preis der Alumni-Stiftung der Mainzer Publizisten 2010 überreichte Christian Schäfer als Mitglied des Stiftungsbeirats an Imane Jackob in Anerkennung ihrer Abschlussarbeit im Studiengang Medienmanagement. (Foto: Peter Pulkowski) Der diesjährige Preis der Karl Gückinger-Stiftung geht an Nicole Zgodzaj (l.) für ihr hervorragendes Vordiplom und an Tim Bleith (r.), der ihn stellvertretend für den Förderverein Chemie-Olympiade e.V. (FChO) entgegennahm. (Foto: Peter Pulkowski) Die Philipp Haupt - Dr. Gisela Spennemann-Haupt-Stiftung zeichnet im Jahr 2010 Frederic Theis für seine Magisterarbeit am Institut für Klassische Archäologie aus. Den Preis überbrachte Univ.-Prof. Dr. Heide Frielinghaus. (Foto: Peter Pulkowski) Dr. Torsten Konrad (r.) erhielt den Preis der Prof. Dr. med. Lothar Diethelm-Gedächtnis-Stiftung 2010 für seine Dissertation Den Preis der Professor Dr. Friedrich-Schubel-Stiftung überreichte Univ.-Prof. Dr. Britta Mondorf an Matthias Köhler für sein Dissertationsprojekt Die Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung zeichnet Daniela Hamann (l.) für ihre Doktorarbeit in American Studies aus. Zudem erhält Dr. Suzan Tug, Postdoc am Institut für Sportwissenschaft, einen Sachkostenzuschuss für Forschungsarbeit. (Foto: Peter Pulkowski) Ein Stipendium der Susanne Marie Sofie Haufen-Stiftung erhielten in diesem Jahr u.a. Christine Wagner, Claudia Lacher und Katja Britz (v.r.). Die Auszeichnung überreichte Univ.-Prof. Dr. Jörg Michaelis. (Foto: Peter Pulkowski) Im Namen aller Ausgezeichneten dankte Dr. Suzan Tug im Anschluss an die Preisvergabe den Stiftungen, deren Stifterinnen und Stiftern. (Foto: Peter Pulkowski) Wolfgang Hempler stellte als Mitglied des Vorstands die Votum-Stiftung vor. Gruppenfoto der Stifterinnen und Stifter mit den Preisträgerinnen und Preisträgern 2010 (Foto: Peter Pulkowski)