Universitätspräsident gratuliert Mainzer Wissenschaftlern sowie Stifterin Sibylle Kalkhof-Rose zur Auszeichnung mit dem Landesverdienstorden

Sibylle Kalkhof-Rose, Ursel Theile, Ullrich Hellmann, Volker Hentschel und Norbert Trautmann erhalten den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz

02.12.2010

Für ihr herausragendes und außerordentliches Engagement für die Wissenschaft haben Sibylle Kalkhof-Rose, Prof. Ullrich Hellmann, Prof. Dr. Volker Hentschel, Prof. Dr. Norbert Trautmann und Prof. Dr. Ursel Theile den Verdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz erhalten. "Frau Kalkhof-Rose engagiert sich nunmehr seit über 40 Jahren für die Wissenschaft - für Studierende wie für Forschende. So unterstützt die Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung großzügig und nachhaltig unsere jungen Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler", gratuliert der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch. "Darüber hinaus freuen wir uns sehr, dass drei unserer Wissenschaftler für ihr Werk und Wirken ebenfalls diese Auszeichnung erhalten haben. Prof. Ullrich Hellmann, Prof. Dr. Volker Hentschel und Honorarprof. Dr. Norbert Trautmann haben sich sowohl in der Kunst bzw. Wissenschaft als auch im Management der Hochschule und ihrer Einrichtungen engagiert und über viele Jahre hinweg Einsatz gezeigt. Mit Prof. Ursel Theile wurde zudem eine ehemalige Mitarbeiterin der Universitätsmedizin geehrt, die maßgeblich an Planung, Aufbau und Leitung der Genetischen Beratungsstelle an der Universitätsmedizin Mainz beteiligt war."

Prof. Ullrich Hellmann wurde 1978 an den damaligen Fachbereich 24 der JGU, die jetzige Kunsthochschule Mainz, berufen und leitet seither die Klasse für Metallbildhauerei. In seiner Laudatio würdigt ihn Ministerpräsident Kurt Beck: "Mit nie nachlassendem persönlichen Einsatz hat er sich für die Akademie, ihre Dozenten und Studierenden eingesetzt. Viel Zeit und Energie verwendet Prof. Hellmann auf die Organisation von Ausstellungen [...]. Den Austausch mit anderen Kunsthochschulen betreibt Prof. Hellmann mit einer Hingabe, die ihresgleichen sucht. [...] Auch im Bereich design- und industriegeschichtlicher Themen ist Herr Prof. Hellman engagiert. [...] Mit seiner hohen Fachkompetenz auf dem Gebiet plastischer Gestaltung sowie im Bereich ortsbezogener Skulptur ist der zu Ehrende in diversen Jurys sog. 'Kunst-am-Bau-Projekte' in Rheinland-Pfalz eingebunden. Seit 1999 ist er darüber hinaus Mitglied im Kunstbeirat der Stadt Mainz."

Prof. Dr. Volker Hentschel war von 1980-2009 Professor für Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Seine besondere Verbundenheit zur Universität Mainz hat Herr Prof. Hentschel durch seinen Einsatz als Dekan in den Jahren 1988-2001 und während seiner Vizepräsidentschaft von 2004-2005 gezeigt. Mit großem Engagement hat sich Herr Prof. Hentschel seit 1999 im Vorstand der Zukunftsinitiative Rheinland-Pfalz (ZIRP) betätigt. "Hierbei hat er in besonderer Weise die Interessen und Belange der rheinland-pfälzischen Universitäten vertreten, die einen der Pfeiler der ZIRP neben den Bereichen Wirtschaft, Politik und Kultur darstellen", so der Ministerpräsident in seiner Laudatio. "Im Beirat des Projekts Zukunftsradar 2030, dem er ab 2003 angehörte, war er an der Erarbeitung wichtiger Grundlagen zu Zukunftsthemen in Rheinland-Pfalz beteiligt. [...] Auf Initiative der ZIRP hat Herr Prof. Hentschel den EMBA-Studiengang für Management an der Universität Mainz gestartet, den er bis heute noch äußerst erfolgreich betreut."

Sibylle Kalkhof-Rose hat sich gemeinsam mit ihrem verstorbenen Ehemann, Dr. Walter Kalkhof-Rose, für die Belange der Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz und der Johannes Gutenberg-Universität in ganz außergewöhnlicher Weise engagiert. "Auch nach dem Tod ihres Mannes im Jahr 1988 hat Frau Kalkhof-Rose das gemeinsam begonnene Engagement zielstrebig und erfolgreich fortgeführt", so Ministerpräsident Kurt Beck in seiner Laudatio. "Im Dezember 2005 gründete sie die Sibylle Kalkhof-Rose-Stiftung als unselbstständige Stiftung unter dem Dach der Johannes Gutenberg-Universitätsstiftung. Stiftungszweck ist die Förderung von Forschung und Lehre, insbesondere des wissenschaftlichen Nachwuchses durch die Vergabe von Stipendien und Preisen und die Gewährung von Sachmitteln zur Unterstützung von Forschungsvorhaben. [...] Frau Kalkhof-Rose engagiert sich nunmehr seit über 40 Jahren für die Wissenschaft und für die Menschen, die von der Beschäftigung mit Wissenschaft fasziniert sind."

Prof. Dr. Ursel Theile, Professorin und Fachärztin für Innere Medizin und Humangenetik, war maßgeblich an Planung und Aufbau der 1975 auf Beschluss des Landesparlaments Rheinland-Pfalz errichteten Genetischen Beratungsstelle beteiligt, die 2001 in das neu geschaffene Institut für Humangenetik der Universitätsmedizin Mainz eingegliedert wurde. "Mit großem Engagement baute sie von der Zentralstelle in Mainz schrittweise die Außenstellen der genetischen Beratungsstelle in Neustadt, Neuwied, Trier, Wittlich und Worms auf. Ihr Sachverstand und ihre persönliche gewinnende Art machten sie zu einer geschätzten und vertrauensvollen Partnerin im öffentlichen Gesundheitsdienst", betont der Ministerpräsident in seiner Laudatio. "Aufgrund ihrer speziellen medizinischen Erfahrungen und ihres Einsatzes für die Humangenetik wurde sie vom Ministerium der Justiz im Jahr 1986 in die damals neu gegründete Bioethikkommission Rheinland-Pfalz berufen, der sie seitdem angehört. Mit ihren insgesamt acht Berichten und vier Stellungnahmen zu ethischen und medizinischen Fragen der Biomedizin und hier insbesondere zu Fragen der Humangenetik und der vorgeburtlichen Diagnostik (PID) hat sie die Arbeit und die Empfehlungen der Kommission ganz wesentlich mitgeprägt."

Prof. Dr. Norbert Trautmann war 15 Jahre lang Betriebsleiter des Forschungsreaktors TRIGA Mainz, der als einer von nur zwei Kernreaktoren an einer deutschen Hochschule maßgeblich zur Forschungsleistung und zum Kompetenzerhalt auf dem Gebiet der Kern- und Radiochemie in Deutschland beiträgt. "Norbert Trautmanns Engagement ist es zu verdanken, dass sich die Kooperationen mit der Schwer-Ionenforschung (GSI) in Darmstadt über viele Jahrzehnte hinweg so zielführend weiterentwickelt haben. Auch die Errichtung eines Helmholtz-Instituts ist sichtbares Zeichen seiner prägenden Handschrift auf diesem international anerkannten Forschungssektor an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz", würdigt der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Kurt Beck Trautmanns Verdienste. Ein Markenzeichen der Mainzer Kernchemie ist die Erzeugung kurzlebiger Spalt- und Kernreaktionsprodukte und ihre Untersuchung mit schnellen chemischen Trennverfahren. Bei diesen Trennverfahren kann ein chemisches Element innerhalb weniger Sekunden aus einem komplexen Gemisch vollautomatisch abgetrennt werden. Prof. Dr. Norbert Trautmann hat zur Entwicklung dieser Verfahren und ihrer Anwendung bei zahlreichen Elementen wesentlich beigetragen.