Für den bestmöglichen Start ins Leben
"Elterntreff" stößt auf große Resonanz - zusätzliches Angebot für Eltern von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen
29.12.2010
Eltern zu werden und für ein neugeborenes Leben verantwortlich zu sein, ist der größte Traum vieler Partnerschaften. Schon die Schwangerschaft ist eine besondere Zeit, in der ein neues Leben heranreift. Was ist jedoch, wenn ein Kind zu früh oder krank zur Welt kommt? Für Eltern beginnt in dieser Situation eine ungewisse Zeit voller Ängste und Sorgen. Um sie dabei intensiv zu begleiten und zu unterstützen, haben die Pflegekräfte der Perinatologischen Intensivstation (PNI) des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin der Universitätsmedizin Mainz ein besonderes Angebot etabliert: den Elterntreff. Jeden zweiten Donnerstag im Monat treffen sich Eltern von Früh- und kranken Neugeborenen während und nach dem stationären Aufenthalt, um sich über ihre Erfahrungen auszutauschen. Darüber hinaus können sie sich mit ihren zahlreichen Fragen - etwa zur Entwicklung und Förderung des Kindes oder zu therapeutischen Maßnahmen - an ein interdisziplinäres Team wenden. Das Fazit nach einem Jahr: Zahlreiche betroffene Eltern nehmen das Angebot gern an und der Elterntreff hat sich mittlerweile fest als hilfreiche Institution etabliert.Das plötzliche Ende einer Schwangerschaft bringt nicht nur große Ängste um das Leben von Mutter und Kind mit sich, es bedeutet auch eine Unterbrechung der mütterlichen Fürsorge für das Baby. Meist muss das Kind mittels eines Kaiserschnitts geboren und direkt intensivmedizinisch versorgt werden. Es folgt ein wochenlanger stationärer Aufenthalt. Diese Zeit stellt für die Eltern eine große Belastung der gesamten familiären Situation dar. Sie haben in dieser Zeit einen sehr hohen, aber auch sehr unterschiedlichen Informationsbedarf. Während im Stationsalltag normalerweise der Patient in seiner akuten Situation im Mittelpunkt steht, steht im Elterntreff besonders die familiäre Situation im Fokus. Die in diesen Treffen angebotenen Informationen decken alle Bereiche ab, die sich während und v.a. nach dem stationären Aufenthalt ergeben.
Bei den anderhalbstündigen Treffen werden die Eltern durch ein interdisziplinäres Team aus Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen, Still- und Laktationsberaterinnen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern, Psychologen und Kinderärzten betreut und beraten. In Vorträgen zu gezielten Themen, wie bspw. Entwicklung und Förderung eines Kindes, Stillen und Ernährung, psychische Belastungen oder sozialrechtliche Aspekte, informieren sie die betroffenen Mütter und Väter. Bei offenen Gesprächsrunden finden die Eltern Zeit für gegenseitigen umfassenden Austausch. Dabei können sie Erfahrungen sammeln und merken, dass sie mit dieser Situation nicht allein sind. Das breite Informationsangebot unterstützt die Eltern in der für sie völlig neuen Situation und fördert ihre elterliche Kompetenz. Informationen über präventive und therapeutische Maßnahmen bieten eine Hilfestellung und tragen so zur Entwicklungsförderung des Kindes bei.
"Der Elterntreff wird sehr gut angenommen. Zahlreiche Mütter und Väter nehmen das Angebot dankbar an und kommen regelmäßig. Dadurch fühlen sich die Eltern sicher im Umgang mit ihrem Kind und sind gut vorbereitet auf das Leben zuhause", so Ursula Jendrsczok, eine der Initiatorinnen und Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin in der Perinatologischen Intensivstation (PNI) des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin. "Auch nach der Entlassung ist dies ein fester Termin für die Eltern, zu dem sie dann auch ihre Kinder mitbringen. Dort tauschen sie sich über ihre Erfahrungen und Probleme aus und geben denjenigen Eltern, deren Kinder noch auf der Station liegen, Hoffnung. Mit viel Freude und großem Interesse wird über das Erlebte berichtet. Außerdem entstehen so zwischen den Eltern auch Freundschaften, die über den stationären Aufenthalt hinaus andauern."