Kosten und Nutzen Olympischer Winterspiele in Deutschland

Mainzer Sportwissenschaftler Holger Preuß stellt Analyse von München 2018 vor / Veröffentlichung einer Kosten-Nutzen-Studie im Gabler Verlag

18.03.2011

München bewirbt sich zusammen mit Garmisch-Partenkirchen und Schönau um die Austragung der Olympischen Winterspiele 2018. Dieses Milliardenprojekt wird teilweise auch vom Steuerzahler zu tragen sein. Holger Preuß, Professor für Sportsoziologie und Sportökonomie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), untersucht in seinem Buch "Kosten und Nutzen Olympischer Winterspiele in Deutschland: Eine Analyse von München 2018", inwiefern sich die Kosten der Winterspiele durch deren wirtschaftlichen Nutzen in Form von Einkommen, Arbeitsplätzen und Steuereinnahmen aufrechnen lassen. In einer umfassenden Kosten-Nutzen-Analyse, die über 1.200 Variablen umfasst und auch nicht monetäre Wirkungen wie Imageeffekte, Tourismuswerbung und den Erlebniswert für die Bevölkerung berücksichtigt, gibt er einen umfassenden Überblick über die komplexen wirtschaftlichen Wirkungen der Winterspiele und Paralympics für Deutschland. Darüber hinaus enthält dieses im Gabler Verlag erschienene Buch zahlreiche Daten über die Olympischen Winterspiele von Nagano 1998 bis Vancouver 2010 und beschreibt im Detail, wie ökonomische Wirkungen einer Sportgroßveranstaltung ermittelt werden. Es richtet sich v.a. an Dozierende und Studierende der Wirtschafts-, Sport- und Tourismuswissenschaft, an Praktiker im Sport- und Eventmanagement sowie Tourismus- und Destinationenmanagement und Verantwortliche in der Stadt- und Regionalpolitik. Die Ergebnisse seiner Kosten-Nutzen-Analyse stellte Preuß auch bereits der IOC-Evaluierungskommission vor, die Anfang März 2011 München besuchte, um die Bewerbungsunterlagen für die Winterspiele 2018 zu überprüfen und noch offene Fragen zu klären. "Es war eine große Arbeit, diese Studie fertigzustellen. Sie basiert auf gut 10 Jahren Arbeit zur Methodik der Impaktmessung von Megasportevents. Daher freut es mich sehr, dass ich der IOC-Kommission diese Forschungsergebnisse vorstellen durfte", so Preuß.

Holger Preuß ist Professor für Sportsoziologie und Sportökonomie an der JGU. Seine Forschung beschäftigt sich schwerpunktmäßig mit den ökonomischen Wirkungen von Großsportveranstaltungen wie den Olympischen Spielen. Aktuell erforscht er die "Wirtschaftliche Bedeutung des Sports für Deutschland", ein Projekt, das vom Bundesministerium des Innern (BMI) und vom Bundesinstitut für Sportwissenschaften (BISp) finanziert wird.