Karrierechancen von Nachwuchswissenschaftlerinnen fördern
Edith Heischkel-Mentoring-Programm an der Universitätsmedizin Mainz startet in neue Runde
06.04.2011
Das Edith Heischkel-Mentoring-Programm für Nachwuchswissenschaftlerinnen der klinischen und theoretischen Medizin ist der zentrale Baustein an der Universitätsmedizin Mainz, um den persönlichen Karriereprozess hochqualifizierter Wissenschaftlerinnen zu fördern. Dabei setzt das Programm, das durch das Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen Rheinland-Pfalz aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds gefördert wird, auf das Prinzip des "Eins-zu-Eins-Mentoring": Das bedeutet: Je eine erfahrene Wissenschaftlerin oder ein erfahrener Wissenschaftler (Mentorin bzw. Mentor) steht einer Nachwuchswissenschaftlerin (Mentee) mit Rat und Tat zur Seite und begleitet sie ein Jahr lang persönlich. Im Rahmen einer Abschluss- und Auftaktveranstaltung beendeten jetzt die Mentees aus dem vergangenen Jahr das Mentoring-Programm und die Mentees der diesjährigen Runde wurden vorgestellt.Nach wie vor sind Frauen im wissenschaftlichen Spitzenbereich und in Führungspositionen stark unterrepräsentiert - gerade auch in der Medizin. Hier setzt das Edith Heischkel-Mentoring-Progamm an. "Dieses Programm hat das übergreifende Ziel, Nachwuchswissenschaftlerinnen, die im medizinnahen Bereich tätig sind, in ihrem beruflichen Karriereprozess zu begleiten", so Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, Wissenschaftlicher Vorstand der Universitätsmedizin Mainz. "Damit verfolgt die Universitätsmedizin Mainz die Strategie, langfristig den Anteil von Frauen in Führungspositionen deutlich zu erhöhen."
"Kurzfristiges Ziel des Mentoring-Programms ist es, die Vernetzung von Ärztinnen und Ärzten in Führungspositionen der Universitätsmedizin Mainz und außerhalb mit ambitionierten Nachwuchswissenschaftlerinnen zu fördern", erläuterte Projektkoordinatorin Verena Stange. Zum Aufgabenspektrum der Projektkoordinatorin zählt u. a. die Vermittlung der Mentoren aus Wissenschaft und Industrie sowie das Erstellen eines umfangreichen Rahmenprogramms, das Workshops und Seminare zur Förderung der sozialen Kompetenz, der sog. "soft-skills", beinhaltet, sowie die Netzwerkbildung mit anderen Wissenschaftlerinnen fördert. Der intendierte Nutzen bei den Mentees: Das Qualifikationsprofil schärfen, Anforderungen in einer Führungsposition trainieren, Netzwerke knüpfen und lernen, sich mit aktuellen Fragestellungen einer Wissenschaftskarriere auseinanderzusetzen. "Neben einem Coaching-Programm im Hinblick auf den Erwerb von Kommunikations- und Führungsqualifikationen sowie den verschiedenen Angeboten zum Aufbau von Netzwerken, setzen wir dabei v. a. auf das Eins-zu-Eins-Mentoring. In dieser Konstellation können die Mentees besonders effektiv von den Erfahrungen ihrer Mentoren und Mentorinnen profitieren, die ihnen in einer persönlichen Betreuung Perspektiven und Karrierewege aufzeigen können", so Verena Stange.
Dies bestätigten exemplarisch die Mentorin und Oberärztin PD Dr. Dr. Monika Daubländer und ihre Mentee Dr. Christina Erbe, eines von 15 Mentee-MentorInnen-Tandems der Runde 2008. Beide haben nach eigenen Angaben von diesem Jahr profitiert, pflegen auch weiterhin kontinuierlichen Austausch und arbeiten inzwischen wissenschaftlich zusammen. Für Monika Daubländer waren v.a. die Reflexion der eigenen Karriere und die Unterstützung der jüngeren Kollegin die zentralen Punkte. Christina Erbe betont neben der Unterstützung durch die Mentorin, die zu einem beruflichen Aufstieg geführt hat, die Netzwerkbildung unter den Mentees, die ebenfalls weiterhin intensiv gepflegt wird.
Für die Teilnahme am Programm 2010 erhielten 18 Mentees ihre Abschlusszertifikate aus den Händen der Sprecherin des Programms, Univ.-Prof. Dr. Maria Blettner. Abschließend wurden die neuen Mentee-MentorInnen-Tandems des Jahres 2011 vorgestellt: "Wir konnten in diesem Jahr 20 Mentees in das Programm aufnehmen. Erfreulich dabei ist, dass die Zahl der Bewerbungen deutlich zugenommen hat. Dies zeigt uns, dass ein großer Bedarf seitens der Nachwuchswissenschaftlerinnen besteht und das Programm zunehmend angenommen wird", so Verena Stange.
Das Programm ist nach Dr. Edith Heischkel-Artelt benannt, der ersten ordentlichen Professorin in der Medizin an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Die Namensgebung erfolgte mit freundlicher Unterstützung der Prof. Dr. Walter Artelt und Prof. Dr. Edith Heischkel-Artelt-Stiftung.
