Studierende in Mainz - Wohnen, Konsum und Freizeit in der Landeshauptstadt

Teil III der Studie: Das Image von Mainz und Wiesbaden aus studentischer Sicht und die Verbundenheit der Studierenden mit ihrem Hochschulort

25.07.2011

PRESSEMITTEILUNG DER LANDESHAUPTSTADT MAINZ

Teil III
Als einer der bedeutendsten Hochschulstandorte in Deutschland zählt Mainz fast 40.000 Studierende an der Johannes Gutenberg- Universität und den beiden Fachhochschulen. Die Kenntnisse über die Lebensbedingungen dieser wichtigen Bevölkerungsgruppe und ihren Beitrag zur Wirtschaftskraft der Stadt Mainz sind jedoch unzureichend. Deshalb führten im Rahmen der "Stadt der Wissenschaft" Prof. Günter Meyer und Evelyn Schäfer vom Geographischen Institut der JGU in Zusammenarbeit mit dem Amt für Stadtentwicklung eine Online-Befragung der Studierenden an den drei Hochschulen in Mainz durch. Insgesamt 4806 Studierende beteiligten sich an der Untersuchung.

Während sich die beiden ersten Ergebnisberichte der vierteiligen Artikelserie mit der Wohnsituation und der Nutzung der Mainzer Infrastruktur durch die Studierenden befassten, werden jetzt die Fragen nach dem Image des Hochschulortes und nach der Verbundenheit der Studierenden mit Mainz beantwortet.

 

Vergleichsstudie zum studentischen Image von Mainz und Wiesbaden
Zum Vergleich des Images der beiden benachbarten Landeshauptstädte wurden neben den Mainzer Daten auch die Ergebnisse einer geographischen Diplomarbeit von Nina Laupichler herangezogen. Sie hatte 2010 insgesamt 213 in Wiesbaden wohnende und 216 auswärtige Studierende der Hochschule Rhein- Main zum Image von Wiesbaden interviewt.

In beiden Untersuchungen wurden die Studierenden gefragt, ob die vorgegebenen Eigenschaften zur Charakterisierung ihres Hochschulortes zutreffen.

 

Mainz ist sympathischer, gast- und bildungsfreundlicher, weltoffener und kleinstädtischer

84% der in Mainz wohnenden Studierenden empfinden ihren Hochschulort als sympathisch. Die gleiche Meinung über die hessische Landeshauptstadt teilen nur 72% der Wiesbadener Studierenden. Hinsichtlich Gastfreundlichkeit rangiert Mainz mit 66% Zustimmung sogar mit einem Vorsprung von 19% vor der Nachbarstadt. Bei Bildungsfreundlichkeit (+ 17%) und Weltoffenheit (+ 14%) schneidet die die Hauptstadt von Rheinland-Pfalz ebenfalls besser ab. Allerdings liegt Mainz mit 58% Zustimmung auch bei dem nicht unbedingt schmeichelhaften Prädikat "kleinstädtisch" weit vor Wiesbaden, wo nur 39% der dort wohnenden Studierenden diese Aussage als zutreffend ansehen.

 

Wiesbaden punktet mit mehr Flair, erholsamen Bereichen und mehr Grün

Von den Studierenden der Hochschule Rhein-Main sind 68% der Ansicht, dass Wiesbaden Flair hat; nur 56% der Mainzer Studierenden meinen, dass diese Charakterisierung auch auf ihren Hochschulort zutrifft. Bei der Verfügbarkeit von erholsamen Bereichen rangiert Wiesbaden mit 68% Zustimmung vor Mainz mit 50%. Bei mehr Grün in der Stadt erreicht Wiesbaden den größten Vorsprung mit einer Zustimmungsrate von 76%, während nur 41% diese Aussage auch für Mainz als zutreffend ansehen. Vor allem der Kurpark in der Wiesbadener Innenstadt dürfte für das positive Image verantwortlich sein.

 

Wie verbunden sind die Studierenden mit Mainz?

Zwar waren im letzten Wintersemester fast 40.000 Studierende an den drei Mainzer Hochschulen eingeschrieben, doch in welchem Maße nehmen sie tatsächlich am städtischen Leben teil? Handelt es sich vorwiegend um "DiMiDo-Studenten", die allenfalls drei Tage pro Woche wegen ihrer Seminare und Vorlesungen nach Mainz kommen und den Rest der Zeit außerhalb ihres Hochschulortes verbringen? Interessieren sich diese Studierenden überhaupt für das, was in Mainz passiert?

 

Die meisten Studierenden sind mindestens fünf Tage pro Woche am Hochschulort

Im November 2010 hielten sich 93% der in Mainz und 59% der außerhalb wohnenden Studierenden mindestens fünf Tage pro Woche in Mainz auf. Jeder vierte Auswärtige besuchte den Hochschulort nur an durchschnittlich weniger als drei Tagen pro Woche. 43% der einheimischen und 6% der auswärtigen Studierenden waren auch an den Wochenenden in Mainz.

 

Für 42% der in Mainz Wohnenden und 13 % der Auswärtigen ist Mainz ständiger Lebensmittelpunkt

Nichts anderes als ihr Studium verbindet 12% der in Mainz und 28% der außerhalb Wohnenden mit ihrem Studienort. Während der Vorlesungszeit betrachten 72% der am Hochschulort Wohnen und 23% der Auswärtigen Mainz als ihren Lebensmittelpunkt. In der vorlesungsfreien Zeit trifft dies nur noch für 42% der Einheimischen und 13% der außerhalb der Landeshauptstadt wohnenden Studierenden zu. 84% der einheimischen und 63% der auswärtigen Studierenden interessieren sich zumindest teilweise für das städtische Leben und informieren sich darüber in den Medien.

 

Nur 5 % aller Studierenden lesen täglich eine lokale Tageszeitung

Von den in Mainz wohnenden Studierenden lesen 37% nie eine lokale Tageszeitung (Auswärtige 44%). 44% informieren sich "selten" in der Allgemeinen Zeitung Mainz oder der Mainzer Rhein- Zeitung (Auswärtige 32%), während 15% "öfter" (Auswärtige 16%) und 5% täglich eine lokale Tageszeitung lesen.

 

Jeder elfte Studierende möchte dauerhaft in Mainz wohnen

Auf die Frage "Könnten Sie sich vorstellen, dauerhaft in Mainz zu wohnen?" antworteten 15% aller Studierenden, dass sie dies noch nicht genau wüssten. Jeder Dritte möchte langfristig gesehen nicht am Studienort, sondern woanders wohnen. 43% haben noch keine konkreten Pläne, können sich aber durchaus vorstellen, dauerhaft in Mainz zu wohnen. 9% möchten dauerhaft am Hochschulort wohnen.