Bologna-Prozess: Fakten und Informationsaustausch zum Stand der Hochschulreform

Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung will mit neuem Veranstaltungsformat den Austausch zwischen Politik und Wissenschaft im Bildungsbereich intensivieren

11.01.2012

Rund 13 Jahre nachdem der Bologna-Prozess zur Schaffung eines einheitlichen europäischen Hochschulraums gestartet wurde, gehen die Ansichten über den Erfolg der Reform weit auseinander. In mittlerweile 47 Staaten haben die angestoßenen Hochschulreformen teilweise dramatische Veränderungsprozesse ausgelöst. Die Diskussionen über die Auswirkungen werden zwar intensiv geführt, allerdings liegen bisher nur wenige gesicherte Erkenntnisse vor. Diesem Defizit möchte die Konferenz "Bologna-Reform: Eine Zwischenbilanz der empirischen Bildungs- und Hochschulforschung und Entwicklungsperspektiven" begegnen. Auf Einladung des Zentrums für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz werden sich im März 2012 Wissenschaftler, Bildungspolitiker und Vertreter der Administration in Berlin treffen, um erste Forschungsergebnisse zur Bologna-Reform zu diskutieren. Das ZBH eröffnet mit dieser Konferenz ein neues Veranstaltungsformat, genannt "Konferenz für Wissenschaft und Bildung", das den Austausch zwischen Wissenschaft und Politik fördern soll. Zum Thema "Bologna-Reform - Eine Zwischenbilanz der empirischen Bildungs- und Hochschulforschung und Entwicklungsperspektiven" geht es im März in Berlin um die Diskussion neu vorliegender empirischer aus der Hochschulforschung, an der sich Akteure aus Wissenschaft, Hochschulleitung und -verwaltung, Kultusministerkonferenz (KMK), Akkreditierungsrat, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) und studentische Vertreterinnen und Vertreter beteiligen.

"Wir wollen zentrale Merkmale des Bologna-Prozesses aufgreifen und sie mit einem Vergleich zwischen dem alten und neuen Studiengangmodell, also Diplom bzw. Bachelor und Master, erörtern. Dazu werden wir die relevanten Befunde aus BMBF-geförderten und anderen einschlägigen Projekten präsentieren und kritisch diskutieren", so Univ.-Prof. Dr. Olga Zlatkin-Troitschanskaia, Professorin für Wirtschaftspädagogik an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Das ZBH will mit dieser Veranstaltung die Ergebnisse seiner anwendungsorientierten Forschung an die verantwortlichen Entscheidungsträger weiterreichen und gleichzeitig neue Impulse für seine eigene weitere Arbeit aufgreifen. Grundsätzliches Ziel ist, den Austausch zwischen Politik und Wissenschaft im Bildungsbereich zu intensivieren.

Dazu sollen auch weitere Konferenzen unter dem neuen Veranstaltungsformat "Konferenz für Wissenschaft und Bildung" beitragen. Voraussichtlich im Spätherbst 2012 wird in Mainz das Thema "Übergang zu weiterführenden Schulen und Selektion" zum Thema eines Treffens gemacht. Auch hier wird es Ziel sein, die häufig politisch geführten Diskussionen um empirische Daten zu ergänzen. Ein weiteres avisiertes Thema ist "Evidenzbasierte Steuerung im Bildungssystem".

Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH)

Das Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH) ist eine interdisziplinäre Forschungseinrichtung der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Es untersucht Fragestellungen, die im Kontext erhöhter gesellschaftlicher Anpassungsanforderungen an institutionalisierte Bildung entstehen. Das ZBH sieht seine Aufgabe insbesondere darin, einerseits zwischen den Interessen von Forschung, Politik und Praxis und andererseits zwischen Grundlagenforschung und anwendungsorientierter Praxisforschung zu vermitteln. Eine eigens eingerichtete "Transferstelle Bildung" unterstützt die Kooperation zwischen Hochschule und Bildungspraxis.


Kontakt Kontakt
Dr. Frauke Choi
Geschäftsführerin
Zentrum für Bildungs- und Hochschulforschung (ZBH)
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-20132
Fax +49 6131 39-25995

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