Universitäten Mainz und Edinburgh kooperieren in Literaturprojekt zu Sir Walter Scott

Förderung des deutsch-schottischen Forschungsprojekts zu "The Minstrelsy of the Scottish Border" mit über 500.000 Euro

23.02.2012

Das Deutsche Generalkonsulat in Edinburgh begrüßt ein deutsch-schottisches Forschungsprojekt über die Balladen, die der schottische Dichter und Schriftsteller Sir Walter Scott in dem Werk "The Minstrelsy of the Scottish Border" veröffentlicht hat. Das Projekt unter Leitung von PD Dr. Sigrid Rieuwerts von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird gemeinsam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem britischen Arts and Humanities Research Council (AHRC) mit über 500.000 Euro gefördert und soll die erste historisch-kritische Ausgabe von "Minstrelsy of the Scottish Border" erstellen. Walter Scott hatte das Werk mit etwa 100 Gedichten und Liedern erstmals 1802/1803 herausgegeben.

Die Minstrelsy-Balladen mit ihren Erzählungen von Liebe und Krieg, Familienloyalität und Verrat haben sich in das kulturelle Gedächtnis Schottlands eingegraben - sie sind Teil der schottischen Identität. Scott hat aber auch mit diesem Werk einen wesentlichen Beitrag zur Romantik in Europa, besonders aber in Dänemark und in Deutschland, geleistet. "Für uns in Deutschland ist Scott nicht nur der große schottische Autor historischer Romane, sondern der Sammler und Herausgeber von Schottlands Geschichte und Geschichten aus mündlichen Überlieferungen", so Rieuwerts. "Es ist daher kein Wunder, dass die Brüder Grimm ihn als Seelenverwandten und Freund betrachtet haben." Rieuwerts ist Dozentin am Mainzer Forschungs- und Lehrbereich British Studies des Department of English and Linguistics. Auf ihre Initiative hin wurde im Mai 2011 in Oberwesel auch die Society for Scottish Studies in Europe gegründet, die die wissenschaftliche Beschäftigung mit schottischer Literatur und Kultur in Europa fördern will.

Das deutsch-schottische Editionsprojekt wurde im April 2011 aufgenommen. Daran beteiligt sind zwei Forschergruppen, eine an der Abteilung Celtic and Scottish Studies der University of Edinburgh, die andere am Department of English and Linguistics der JGU. Die Förderung läuft für drei Jahre. Das Deutsche Generalkonsulat begrüßt die deutsch-schottische Kooperation, die das gemeinsame europäische Erbe und die Bedeutung Schottlands in beiden Kulturen hervorhebe. Das Projekt werde nicht nur die bilateralen Beziehungen zwischen den beiden Ländern befördern, sondern auch Scotts Bedeutung für die Weltliteratur unterstreichen.