Renommierte Materialwissenschaftlerin der JGU wird neue Direktorin am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden

Claudia Felser bleibt der Universität Mainz als Direktorin der Exzellenz-Graduiertenschule "Materials Science in Mainz" und Professorin für Anorganische Chemie und Analytische Chemie verbunden

15.11.2011

Prof. Dr. Claudia Felser vom Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wird zum 1. Dezember 2011 neue Direktorin des Max-Planck-Instituts für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden. Ihre Professur in Mainz wird Felser nicht vollständig aufgeben, sondern der Hochschule insbesondere als Direktorin der Graduiertenschule der Exzellenz "Materials Science in Mainz" (MAINZ) und Sprecherin der deutsch-japanischen Forschergruppe "Advanced spintronic materials and transport phenomena" (ASPIMATT) erhalten bleiben.

Das Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe wurde im März 1995 in Dresden gegründet, um für die beiden Disziplinen Chemie und Physik der Festkörper ein Forum der Zusammenarbeit zu schaffen. Zwei der Direktoren der ersten Stunde, Prof. Dr. Frank Steglich und Prof. Dr. Rüdiger Kniep, werden Mitte 2012 in den Ruhestand gehen. Knieps Nachfolge tritt Prof. Dr. Claudia Felser an, die sich seit vielen Jahren mit der Entwicklung neuer zukunftsweisender Materialien mit besonderen Eigenschaften beschäftigt und einen international hervorragenden Ruf als Expertin für Heusler-Verbindungen genießt. Ihre Herangehensweise an diese Thematik zeichnet sich durch die Nutzung von ab-initio-Berechnungen elektronischer Strukturen als Instrument zur Entwicklung von Feststoffen mit maßgeschneiderten Eigenschaften aus.

"Die Computersimulation steht am Anfang. Basierend hierauf stellen wir dann die Verbindungen mit den gewünschten Eigenschaften her - auch unter dem Gesichtspunkt der Ressourcenverfügbarkeit. Dünnschichttechniken erlauben es uns nach dem Bausteinprinzip, neue Verbindungen Atom für Atom aufzubauen", erklärt Felser. Nicht zuletzt mit diesem Ansatz und ihren hervorragenden Forschungsergebnissen, die durch zahlreiche Veröffentlichungen in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften dokumentiert ist, hat Felser den Europäischen Forschungsrat im November 2011 überzeugt, ihre Antrag "Design neuer Heusler-Verbindungen auf der atomaren Skala" mit einer Summe von €2,4 Mio. zu fördern.

Obwohl Felser in der Grundlagenforschung verankert ist und diese am Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden auch weiterverfolgen wird, ist sie auch für anwendungsorientierte Aspekte ihrer Forschung offen. Dies manifestiert sich in mehreren Patenten und anwendungsorientierten Forschungsprojekten, die sowohl vom Bundesministerium für Bildung und Forschung als auch von der Industrie gefördert werden. Felser unterhält intensive Kooperationen mit der Stanford University, IBM, Schott, Bosch und BASF. Für die Gründung des NaT-Lab für Schülerinnen und Schüler an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz wurde sie im Jahr 2001 mit dem Landesverdienstorden des Landes Rheinland-Pfalz ausgezeichnet.