Mainzer Geowissenschaftlerin Dorrit Jacob erhält Heisenberg-Professur der Deutschen Forschungsgemeinschaft

Neue Professur für Kohlenstoff-Geomaterialien wird sich schwerpunktmäßig mit Diamanten und Biomineralien befassen

06.06.2012

Die Geowissenschaftlerin PD Dr. Dorrit Jacob hat von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) die Bewilligung für eine Heisenberg-Professur erhalten. Damit kann die Expertin für Biomineralisation an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) auf eine Professorenstelle berufen werden, die fünf Jahre lang von der DFG gefördert und anschließend dauerhaft von der JGU übernommen wird. "Wir beglückwünschen Dr. Dorrit Jacob zu der Bewilligung der angesehenen Heisenberg-Professur durch die DFG", so JGU-Präsident Prof. Dr. Georg Krausch. "Gleichzeitig setzt die Universität hier mit ihrem eigenen Engagement ein deutliches Zeichen für die strukturelle Weiterentwicklung der Geowissenschaften." Die erdsystemwissenschaftliche Forschung in Mainz hat sich in den letzten Jahren strukturell verändert und insbesondere mit dem Forschungszentrum "Geocycles" auch bundesweit profiliert. Die neue Professur für Kohlenstoff-Geomaterialien wird den eingeschlagenen Weg fortsetzen und gleichzeitig thematisch in zwei Richtungen weiter ausbauen.

Die Themen, die Jacob insbesondere beschäftigen, sind zwei extrem unterschiedliche Bereiche des Kohlenstoff-Kreislaufs, die zum einen in der Tiefe der Erde und zum anderen an deren Oberfläche auftreten: Diamanten und Biominerale. Biominerale werden von Organismen aus anorganischen und organischen Verbundstoffen gebildet, wie beispielsweise Perlen, Korallen und Muschelschalen, die auch für Paläoklima-Temperaturberechnungen zugezogen werden. Die Kenntnis der Mechanismen, wie es genau zur Bildung der Minerale kommt, dient den Wissenschaftlern in unterschiedlichen Bereichen bei der Rekonstruktion der Evolution und der Erdgeschichte. Die Arbeitsgruppe Biomineralisation, die Jacob seit 2006 leitet, kooperiert daher mit Arbeitsgruppen aus der Paläontologie, der Paläoklimatologie, der Molekularbiologie, der Analytischen Chemie, der Anthropologie sowie der Edelsteinforschung.

"Die Übernahme von Dorrit Jacob auf einer Professur wird die Kontinuität einer neuen interdisziplinären Geocycles-Initiative gewährleisten und gleichzeitig die Gleichstellungsstatistik des Instituts für Geowissenschaften, wo gegenwärtig keine Professorin vertreten ist, verbessern", erklärt der Dekan des Fachbereichs, Prof. Dr. Wolfgang Hofmeister. "Dr. Dorrit Jacob hat ihr Forschungsgebiet von der Isotopengeochemie in die Biomineralisation wesentlich erweitert und ist deshalb für die interdisziplinäre Forschung prädestiniert."

"Das Spannende an unseren Forschungen ist, dass wir mit den modernsten analytischen Methoden bis in den Nanobereich hinein arbeiten, um grundlegende Erkenntnisse über die Mineralisationsvorgänge zu erhalten, beispielsweise zu der Frage, wie Mollusken ihr Skelett aufbauen", beschreibt Jacob ihr Fachgebiet. Die Wissenschaftlerin verfügt über analytische Erfahrungen in mehreren mikro- und nanoanalytischen Methoden, sie hat über 50 Beiträge in begutachteten Fachzeitschriften wie Nature und Science veröffentlicht und ist auf ihrem Gebiet international anerkannt. Unterstützt werden die Arbeiten durch eine hervorragende Ausstattung der Mainzer Labore, wie sie in dieser Kombination von Mikro- und Nano-Analytik an keinem anderen Standort in Deutschland vorhanden ist.

Jacobs Arbeiten sind in das Exzellenzcluster "Earth and the Anthropocene" (ERA) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz eingebunden, das sich derzeit in der abschließenden Auswahlrunde der Bundesexzellenzinitiative befindet.

Dr. Dorrit Jacob ist die erste Wissenschaftlerin in Rheinland-Pfalz, der die DFG eine Heisenberg-Professur bewilligt hat, und somit auch die erste Heisenberg-Professorin an der JGU. Seit Beginn des Programms im Jahr 2005 hat die DFG Heisenberg-Professuren an insgesamt 125 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler erteilt.