Johannes Gutenberg-Universität Mainz präsentiert sich auf der ACHEMA 2012

Von der elektrochemischen Vanillin-Herstellung bis zum maßgeschneiderten Einsatz von Kunststoffen

13.06.2012

Im Rahmen der ACHEMA - Ausstellungstagung für chemisches Apparatewesen, des weltgrößten Ausstellungskongresses für Chemische Technik, Umweltschutz und Biotechnologie vom 18.-22. Juni 2012 in Frankfurt am Main, stellt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) auf dem Gemeinschaftsstand "Rheinland-Pfalz auf der Achema" (Halle 9.2, Stand B 82) drei interessante und hochinnovative Projekte vor, die den Besuchern einen Eindruck von der wissenschaftlichen und technologischen Leistungsfähigkeit der Universität verschaffen sollen:

 

 

  • ELEKTRA – Vanillin aus Lignin

    Vanillin ist der am meisten konsumierte Aromastoff der Welt, doch deckt das natürlich gewinnbare Vanillin nur einen kleinen Bruchteil des Bedarfs. Im ELEKTRA-Projekt beschäftigt sich die JGU mit der elektrochemischen Zersetzung von Lignin, ein in erheblichen Mengen anfallendes Abfallprodukt aus der Zellstoffindustrie, zu Vanillin. Dieses Verfahren wäre nachhaltiger und ressourcenschonender als die bestehenden Synthesewege zum Duft der Vanille. Die Anwendung im industriellen Maßstab würde einen Abfallstoff nutzen und zugleich einen neuen nachwachsenden Rohstoff erschließen. Das Projekt ELEKTRA wird vom Bundesministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz (BMELV) gefördert und gemeinsam mit der BASF SE in Ludwigshafen und Condias in Itzehoe durchgeführt.

    Ansprechpartner: Prof. Dr. Siegfried Waldvogel, Tel. 06131 39-26069,

 

  • Organische Synthese unter Strom – Präparative Elektrochemie

    Die chemische Industrie nutzt elektrischen Strom schon lange für die großtechnische Herstellung von Grundstoffen wie Chlor, Natronlauge, unedlen Metallen oder Wasserstoff. Die elektrochemische Synthese komplexer Verbindungen aus dem Bereich der organischen Chemie findet nur selten Anwendung, oft wegen der ungewohnten apparativen Anforderungen. Dabei bietet organische Elektrosynthese zahlreiche Vorteile: direkte Umwandlung elektrischer Energie in Wertprodukte, geringe Abfallmengen und technische Anwendbarkeit. Die JGU zeigt verschiedene Beispiele, Elektrodentypen und Verfahren, an denen sich Vertreter aus Industrie und Forschung über die Vorteile dieser Methodik informieren können. Künstliche Nasen können rund um die Uhr nach Sprengstoffen schnüffeln, wohingegen die Hundenase spätestens nach einer halben Stunde eine längere Ruhepause benötigt. Mit einer geeigneten chemischen Beschichtung lassen sich extrem hochfrequente Quarzmikrowaagen für diese Aufgaben nutzen. Mit diesen Bauteilen können in hoher Effizienz z.B. Peroxidsprengstoffe aus der Umgebungsluft erschnüffelt werden. Mit einer Kombination aus mehreren Quarzmikrowaagen werden eine Reihe von Sprengstoffspuren und andere Düfte nachgewiesen sowie identifiziert. Der entwickelte Sensor ist miniaturisiert und preiswert in der Herstellung, was eine Massenproduktion ermöglicht. Da sich mit dieser Technologieplattform eine Vielzahl von luftgetragenen Spuren nachweisen lässt, ist ein breiter technischer Einsatz denkbar. Das Projekt wird u.a. zusammen mit dem Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und der Universität Bonn durchgeführt.

    Ansprechpartner: Prof. Dr. Siegfried Waldvogel, Tel. 06131 39-26069,

 

  • Fraktionierung von Polymeren

    Kunststoffe, auch Polymere genannt, sind aus dem modernen Leben nicht mehr wegzudenken. Besonders in den Bereichen Medizin, Kosmetik und Technik übernehmen sie zunehmend anspruchsvolle Sonderaufgaben. Bei diesen maßgeschneiderten Einsätzen stört oft, dass die Polymere auch bei gleicher chemischer Zusammensetzung aus einem Gemisch unterschiedlicher Kettenlänge bestehen. Um besonderen Anforderungen zu genügen, ist daher eine Entfernung von synthesebedingt unvermeidbaren, störenden Bestandteilen notwendig. Diese Abtrennung zu kurzer oder zu langer Ketten nennt man Polymerfraktionierung. Mit dem patentierten Verfahren namens "kontinuierliche Spinn-Fraktionierung" sind die Mainzer Wissenschaftler in der Lage, engverteilte Polymerproben herzustellen.

    Ansprechpartner: Dr. John Eckelt, Tel. 06131 39-24639,