Rückblick auf ein erfolgreiches Jahr "Diversity"-Mentoring durch das Ada-Lovelace-Projekt der JGU

Feierlicher Abschluss der ersten Runde des "Diversity"-Programms

21.06.2012

Jungen Migrantinnen Unterstützung in ihrer Berufswahl zu bieten – das ist das Ziel des Mentoringprogramms "Diversity", das seit dem letzten Jahr vom Ada-Lovelace-Projekt an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) angeboten und durchgeführt wird. Gestern trafen sich die Teilnehmerinnen, ihre Mentorinnen und Familien sowie Vertreter der beteiligten Schulen und die Projektleiterin, Simone Pfundstein, an der JGU, um auf ein Jahr Mentoring zurückzublicken. "Wir haben durchweg positives Feedback erhalten", freut sich Pfundstein. "Unser kostenfreies Angebot hat breite Akzeptanz und Nachfrage erfahren, so dass wir insgesamt 15 Schülerinnen aus Mainzer Schulen als Mentees begrüßen konnten."

Das "Diversity"-Mentoring ist für Schülerinnen ab der 10. Klassenstufe ausgelegt. Im Rahmen des Programms werden ihnen Studentinnen der Sozialwissenschaften als Mentorinnen zur Seite gestellt, die sie über den Zeitraum eines Jahres hinweg begleiten und in Bezug auf die spätere Studien- oder Ausbildungswahl beraten. So haben sich die Schülerinnen in den vergangenen 12 Monaten regelmäßig in kleinen Gruppen mit ihren Mentorinnen getroffen, um Fragen und Interessen in Bezug auf die anstehende Berufswahl zu besprechen. Eine Fähigkeiten- und Stärkenanalyse, ein gemeinsamer Besuch bei der Studienberatung und dem Berufsinformationszentrum der Bundesagentur für Arbeit sollten die Schülerinnen einen Schritt näher an die Wahl eines für sie erfüllenden und passenden Berufs heranführen. Außerdem konnten die Schülerinnen auch berufstätige Frauen aus den Tätigkeitsbereichen kennenlernen, die sie besonders interessieren. So besuchten die Schülerinnen etwa eine Lehrerin sowie eine Architektin und deren Auszubildende bei der Arbeit und konnten hier in den jeweiligen Beruf hineinschnuppern.

"Ich habe gemeinsam mit meiner Mentorin eine Grundschullehrerin besucht", erzählt Mentee Anna. "Das war mein Berufswunsch von klein auf und der Besuch hat mir sehr viel gebracht. Ich habe jede Menge Infos bekommen und konnte ausprobieren, ob ich auch mit ganz kleinen Kindern arbeiten kann. Ich glaube, dass dieses Mentoringprogramm eigentlich jedem Mädchen hilft, das nicht genau weiß, was es nach dem Schulabschluss machen will." Zusätzlich erhalten die Mentees Schulungen und Trainings, die ihnen bei der Berufswahl und der Bewerbung helfen sowie ihnen den Erwerb von Zusatzqualifikationen ermöglichen sollen. "Das Bewerbungstraining war am besten", findet Mentee Ermelina (17). "Dort haben wir auch gelernt, unsere Angst zu überwinden, vor einer großen Gruppe zu reden."

Durch das Mentoring sollen speziell junge Frauen mit Migrationshintergrund, aber auch Mädchen aus sozial schwachen, benachteiligten und bildungsfernen Familien gefördert werden. "Genau diese Frauen brauchen häufig mehr Hilfe als andere", erklärt die aus Marokko stammende Mentorin Sanaa Azzouzi. "Ich selbst hatte zu Beginn meines Studiums keine Unterstützung und hätte mir ein solches Programm gewünscht. Jetzt möchte ich meine Erfahrungen weitergeben."

Das Ada-Lovelace-Projekt ist ein rheinland-pfälzisches Mentoring-Netzwerk für Frauen im MINT[Mathematik-Informatik-Naturwissenschaften-Technik]-Bereich. Der Projektzweig "Diversity" wird aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) und des Ministeriums für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie Rheinland-Pfalz finanziert. Er wird in Rheinland-Pfalz auch an den Standorten Koblenz, Kaiserslautern und Trier angeboten.

Ada-Lovelace-Projekt Mainz (Link zur Homepage)   
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Mentees und Mentorinnen beim feierlichen Abschluss der ersten Runde des "Diversity"-Programms

Kontakt Kontakt
Simone Pfundstein
Ada-Lovelace-Projekt
Johannes Gutenberg-Universität
D 55099 Mainz
Tel +49 6131 39-26913
Fax +49 6131 39-24698

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