Grabungen in Jaffa bestätigen ägyptische Besiedlung der antiken Stadtanlage

Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie seit 2007 an der Erkundung der antiken Stadtanlage von Jaffa beteiligt

30.08.2012

Das Seminar für Altes Testament und Biblische Archäologie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) hat in diesem Jahr wieder gemeinsam mit der US-amerikanischen University of California, Los Angeles (UCLA), Grabungen auf dem antiken Hügel von Jaffa in Israel durchgeführt. Dabei wurden neue Erkenntnisse über die Zerstörung von Teilen der Festungsanlage gewonnen und Nachweise erbracht, die auf eine ägyptische Bevölkerung an diesem Ort hinweisen.

Jaffa ist heute ein Stadtteil von Tel Aviv und der älteste literarisch erwähnte Hafen der Weltgeschichte. Bereits seit dem 2. Jahrtausend v. Chr. gibt es hier intensive Handelsaktivitäten. Schon in den 1950er Jahren führte der ehemalige Stadtarchäologe Y. Kaplan Grabungen durch, bei denen er das Stadttor einer ägyptischen Festungsanlage aus der Zeit Ramses II. (1279-1213 v. Chr.) entdeckte. Allerdings wurden seine Grabungen nicht ausführlich publiziert. Im Jahr 2007 wurde daher von Dr. Martin Peilstöcker von der JGU und Prof. Aaron Burke von der UCLA das Jaffa Cultural Heritage Project ins Leben gerufen, an dem sich neben den beiden Universitäten auch die israelische Antikenverwaltung und die Old Jaffa Development Company beteiligen. Die Projektpartner wollen die alten Ausgrabungen veröffentlichen, aber auch neue Grabungen im Stadtgebiet durchführen.

Bei den diesjährigen Grabungen ging es um eine genaue Klärung der Siedlungsgeschichte im 2. Jahrtausend. So wurden die Fragen nach den Zerstörungsphasen der Festungsanlage und nach dem Charakter der ägyptischen Präsenz gestellt. Wie der deutsche Grabungsleiter, Dr. Martin Peilstöcker von der JGU mitteilte, ist es nun klar, dass allein der Torkomplex zumindest viermal zerstört und wieder aufgebaut wurde. Außerdem zeigte sich, dass nicht nur die Lehmziegelarchitektur und die Haushaltskeramik der ägyptischen Tradition entsprechen. Auch ein seltener skaraboider Anhänger, der den Namen des ägyptischen Pharaos Amenhoteps III. (1390-1353 v. Chr.) trägt, weist auf eine ägyptische Bevölkerung an diesem Ort hin. Einige der Grabungsergebnisse sollen 2013 in einer Sonderausstellung am Frankfurter Bibelhaus Erlebnis Museum präsentiert werden.