Klaus Lieb ist "Hochschullehrer des Jahres"

Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz erhält mit 10.000 Euro dotierten Preis des Deutschen Hochschulverbands

27.11.2012

Univ.-Prof. Dr. Klaus Lieb, seit 2007 Direktor der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz, erhält vom Deutschen Hochschulverband (DHV) für seinen vorbildlichen Einsatz für integere Wissenschaft die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung "Hochschullehrer des Jahres".

Was kennzeichnet einen guten Hochschullehrer? Nach Ansicht des Deutschen Hochschulverbands (DHV) umfassen die Kriterien mehr als nur interessante Vorlesungen, engagierte Betreuung der Studierenden oder exzellente Forschung. Für ihn ist auch das Engagement über das eigene Fach hinaus entscheidend. Nur wer auch in dieser Hinsicht Außerordentliches leistet und sich um das Ansehen des Berufsstands der Dozenten in der Öffentlichkeit verdient gemacht hat, erhält vom DHV die Auszeichnung "Hochschullehrer des Jahres".

"Klaus Lieb ist ein Vorkämpfer für integere Wissenschaft. Die Unabhängigkeit von Forschung will er durch größtmögliche Transparenz und Regeln im Umgang mit Interessenkonflikten sicherstellen. Als Mitglied der Arzneimittelkommission der Bundesärztekammer und Gründungsmitglied des Ärztenetzwerks 'MEZIS – Mein Essen zahl' ich selbst!' unterstützt er Mediziner darin, weitestgehend frei von unsachgemäßen Beeinflussungen der Pharmazeutischen Industrie zu arbeiten", so der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Prof. Dr. Bernhard Kempen. Univ.-Prof. Dr. Klaus Lieb habe sich dadurch in herausragender Weise um das Ansehen des Wissenschaftler- und Professorenberufs in der Öffentlichkeit verdient gemacht.

Das Netzwerk MEZIS verpflichtet sich einer evidenzbasierten, rationalen Medizin und wendet sich gegen die Einflussnahme der Pharmaindustrie auf die Ärzteschaft und ihr Verordnungsverhalten. Es plädiert darüber hinaus für eine freie, unabhängige Wissenschaft und verdeutlicht entstehende Interessenkonflikte. "Seit 2007 nehme ich keinerlei persönliche Zuwendungen der Pharmaindustrie mehr an. Im Studienzentrum unserer Klinik hingegen führen wir eigeninitiierte klinische Studien sowie Studien in Kooperation mit der Pharmaindustrie durch, wenn dadurch ein echter Fortschritt für die Patienten zu erwarten ist. So versuchen wir Unabhängigkeit in Verordnung und Meinungsbildung und medizinischen Fortschritt in Einklang zu bringen", erläutert Lieb.

"Die Berufsvertretung der Universitätsprofessoren und des wissenschaftlichen Nachwuchses würdigt mit dem Preis einen engagierten Wissenschaftler, der für seine Überzeugung eintritt und weit über seine fachlichen Kompetenzen hinaus Anerkennung erfährt. Wir gratulieren Univ.-Prof. Dr. Klaus Lieb und hoffen, dass er den Studierenden von heute und Hochschullehrern von morgen als Vorbild dient", betont der Wissenschaftliche Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban.

Für den Präsidenten der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch, ist die Auszeichnung "Hochschullehrer des Jahres" auch in anderer Hinsicht bedeutsam: "Der Preis zeigt auf, wie wichtig gelebte Werte wie Integrität und Freiheit auch in der Wissenschaftlergemeinschaft sind. Hochschulen brauchen nicht nur kluge, sondern auch kritische Köpfe."

Der Preis "Hochschullehrer/-in des Jahres" wird mit Unterstützung des ZEIT-Verlags Gerd Bucerius GmbH & Co.KG seit 2006 jährlich vom Deutschen Hochschulverband, der bundesweiten Berufsvertretung der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland mit über 27.000 Mitgliedern, vergeben. Ausgezeichnet werden Hochschullehrer, die in herausragender Weise das Ansehen des Wissenschaftler- und Professorenberufs in der Öffentlichkeit gefördert haben.

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