Universitätsmedizin Mainz führt Orthopädie und Unfallchirurgie zu neuer Klinik zusammen
Pol Maria Rommens übernimmt Leitung des neuen Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie
27.03.2013
Die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie und die Orthopädische Klinik und Poliklinik der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) werden zum neuen Zentrum für Orthopädie und Unfallchirurgie zusammengeführt. Dadurch wird der geänderten Facharztweiterbildung, die nur noch einen gemeinsamen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie vorsieht, Rechnung getragen. Zudem wird eine optimale akademische Weiterentwicklung der Fächer Unfallchirurgie und Orthopädie an der Universitätsmedizin Mainz gewährleistet. Die Patienten profitieren von der Zusammenführung durch eine Komplettversorgung aller Erkrankungen und Verletzungen des Bewegungsapparates innerhalb einer Einrichtung. Die Leitung des neuen Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie übernimmt Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Pol Maria Rommens.Innerhalb des neu geschaffenen Zentrums sind verschiedene Abteilungen vorgesehen, wobei für die Hauptschwerpunkte jeweils eigene Professuren etabliert werden sollen. Darunter ist eine W3-Professur für Unfallchirurgie, deren Inhaber Univ.-Prof. Dr. Dr. h.c. Pol Maria Rommens auch der Leiter des Zentrums ist, sowie eine W3-Professur für Spezielle und Rheuma-Orthopädie, deren künftiger Inhaber für die orthopädische Lehre verantwortlich sein wird und ständiger Vertreter des Zentrumsleiters ist. So bleibt der akademische Charakter der universitären Unfallchirurgie und Orthopädie erhalten und die beiden Fächer werden so aufgestellt, dass sie ihr Profil unter optimalen Rahmenbedingungen weiterentwickeln können. Auch ist sichergestellt, dass orthopädische wie unfallchirurgische Schwerpunkte klar erkennbar sind. Ferner trägt die Entwicklung von Subspezialitäten, die teils mit eigenen Professuren besetzt sind, der zunehmenden Spezialisierung innerhalb der muskuloskeletalen Chirurgie Rechnung.
Im Bereich der Patientenversorgung stehen fünf Stationen mit insgesamt 112 Betten zur Verfügung. Patienten mit gleichartigen Krankheits- oder Verletzungsbildern werden möglichst in einem stationären Bereich zusammengeführt. "Durch die Einrichtung solcher Versorgungsbereiche bündeln wir die ärztliche und pflegerische Kompetenz je nach Indikation. So ist die qualitativ hochwertige Behandlung von Patienten mit ähnlichen Erkrankungen aus einer Hand sichergestellt", erläutert Rommens. "Die bisherigen Doppelstrukturen – etwa dass Knie- oder Hüftgelenkserkrankungen sowohl in der Unfallchirurgie als auch in der Orthopädie behandelt wurden – fallen dann weg. Für den Patienten, aber auch für die Zuweiser, bedeutet dies, dass sie leichter den Weg zum richtigen Spezialisten finden." Zudem werden die Abläufe innerhalb der neuen Klinik weiter vereinheitlicht, etwa in Bezug auf das Aufnahmemanagement. Auch dies sorgt für mehr Transparenz bei den Patienten. Schließlich sollen auch die ambulanten Aktivitäten noch stärker als bisher in einem einheitlichen poliklinischen Angebot zusammengeführt werden.
Ein weiteres Argument für die Einheit dieser beiden Abteilungen ist die Facharztweiterbildung, die nur noch einen gemeinsamen Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie vorsieht. "Indem wir die spezifische Expertise aus Orthopädie und Unfallchirurgie in einer Klinik vereinen, können wir unsere Assistenzärzte noch umfassender als bisher ausbilden“, betont Rommens. "Dies ist für unsere Mediziner in der Weiterbildung auch deshalb besonders attraktiv, da sie gleich das gesamte Spektrum des Fachs überblicken und sich dann einfacher für bestimmte Spezialisierungen entscheiden können." In Bezug auf die medizinische Wissenschaft wird die Ausstattung der Forschungslabore zusammengeführt und Forschungsprojekte werden künftig gemeinsam ausgewählt und beantragt. "Die Zusammenführung der bisher eigenständigen medizinischen Betriebseinheiten ist damit sowohl unter medizinischen und wissenschaftlichen als auch wirtschaftlichen Aspekten sinnvoll", resümiert der Medizinische Vorstand und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin Mainz, Univ.-Prof. Dr. Norbert Pfeiffer. "Die neue Struktur bündelt die Kräfte, so dass wir in Zukunft hochqualifizierte Spezialisten für die einzelnen Bereiche wie etwa Wirbelsäulen-, Schulter- oder Handchirurgie vorhalten können. Das wird dem Patienten direkt nützen."
Die Orthopädische Klinik und Poliklinik und die Klinik und Poliklinik für Unfallchirurgie waren seit September 2008 Bestandteile des Zentrums für Muskuloskeletale Chirurgie. In dieser Departmentstruktur wurden bereits stetig Integrationsschritte in Bezug auf die beiden medizinischen Disziplinen vollzogen – wie die Zusammenlegung der chirurgischen und orthopädischen Notaufnahme oder die Zusammenführung der Stationen, Operationsbereiche, Ambulanzen und der Verwaltung im Gebäude 505. Der weiteren Verzahnung der beiden eigenständigen Kliniken waren innerhalb der bisherigen Departmentstruktur jedoch Grenzen gesetzt, weshalb sie nun zu einer Klinik zusammengeführt werden.
