Institut für Kunstgeschichte veranstaltet fiktiven Kunstdiebstahl- und Fälschungsprozess

Simulation bietet Einblick in komplexe Zusammenhänge des Kunstmarkts und seiner kriminellen Seite

17.07.2013

Nach einer fiktiven Kunstauktion im vergangenen Wintersemester haben die Studierenden des Projektseminars "Der Kunstmarkt und seine kriminelle Seite" unter der Leitung von Dr. Benno Lehmann am Institut für Kunstgeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz zum Abschluss des Sommersemesters 2013 eine fiktive Gerichtsverhandlung auf der Grundlage eines Kunstdiebstahls mit anschließender Fälschung inszeniert. Im Seminarverlauf waren zunächst exemplarische Fälle des kriminellen Kunstmarkts behandelt und juristische Grundkenntnisse vermittelt worden. In dem nun veranstalteten fiktiven Prozess ging es darum, die Zusammenhänge, Motive und auch Abläufe eines Kunstdiebstahls und seiner gerichtlichen Verhandlung nachzuzeichnen.       

Ausgangssituation der Simulation ist der Vorwurf an eine vermeintlich Angeklagte, Pablo Picassos "Dora Maar" aus dem Jahr 1935/1936 mit einem Wert von 60 Millionen Euro aus dem "Museum für Moderne Kunst" in Mainz entwendet zu haben. Die Staatsanwaltschaft lastet ihr außerdem an, eine Kopie des Originals in Auftrag gegeben und das Landesmuseum mit einem Lösegeld von 10 Millionen Euro erpresst zu haben. In den Zeugenstand treten neben den Mitarbeitern des Museums, der Versicherung, der Polizei und der Galeristin auch die Gemäldekopistin, der ein gesondertes Strafverfahren bevorsteht.

Die realitätsnahe Simulation eines Diebstahl- und Fälschungsprozesses bietet den Studierenden der Kunstgeschichte einen wertvollen Einblick in die komplexen Zusammenhänge des Kunstmarkts und seiner kriminellen Seite sowie darüber hinaus interdisziplinäre Anknüpfungspunkte in weitere relevanten Bereiche wie etwa Jura und Soziologie.