Herders Neuer Bibelatlas mit Irene Levi-Sala-Buchpreis 2014 ausgezeichnet

Interdisziplinäres, länderübergreifendes und ökumenisches Gemeinschaftswerk unter Mainzer Beteiligung erhält renommierten Buchpreis

11.04.2014

Herders Neuer Bibelatlas erhält mit dem Irene Levi-Sala-Buchpreis den weltweit wichtigsten Preis auf dem Gebiet der biblischen Archäologie. An dem 400 Seiten umfassenden Werk, das im November 2013 erschienen ist, waren Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) maßgeblich beteiligt. Der Atlas unterscheidet sich von der Vielzahl anderer Bibelatlanten dadurch, dass es neueste exegetische und archäologische Forschungen aufnimmt und viel differenzierter ausgestaltet ist als alle Atlanten zuvor. Herders Neuer Bibelatlas wurde von den Juroren des Preiskomitees einstimmig zum Gewinner des Irene Levi-Sala-Buchpreises 2014 gewählt.

Herders Neuer Bibelatlas beschreibt auf 200 Karten die Geschichte der biblischen Länder, wobei die Kartenausschnitte bei einzelnen Karten von England im Westen bis Indien im Osten reichen. Für den Bereich der südlichen Levante werden kulturgeschichtliche Karten ab dem Neolithikum (ca. 10.000 v.Chr.) geboten, die die kulturgeschichtliche Entwicklung des Landes bis in die frühchristliche Zeit hinein darlegen wollen. Detaillierte Karten für kleine Zeitabschnitte verdeutlichen die geschichtliche Entwicklung vor allem in der Levante und zeigen vielfache Gebietsgewinne und -verluste auf. Eine Vielzahl von Abbildungen, zahlreiche Informationsblöcke, etwa 40 Pläne von Ortslagen und ein umfangreicher Textteil sowie ein nicht weniger als 2.800 Orte umfassendes Ortsnamensregister runden den Band ab.

Das neue Standardwerk der Exegese wurde zu wesentlichen Teilen an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erstellt. So hat Prof. Dr. Wolfgang Zwickel von der Evangelisch-Theologischen Fakultät der JGU einen beträchtlichen Teil der Texte verfasst und verantwortet das Kernstück des Altas, das Ortsnamensregister. Einen Abschnitt des Bandes verfasste Prof. Dr. Isaac Kalimi, Inhaber einer Gutenberg-Forschungsprofessur an der JGU, weitere der Mainzer Doktorand Ulrich Hofeditz. Wesentlichen Anteil an der Gestaltung des Bandes hatte die Mainzer Doktorandin Nike Klostermann. Die 200 Karten, die das Markenzeichen dieses Atlas sind, wurden von einem weiteren Mainzer Doktoranden, Krister Kowalski, erstellt. Damit wurde auch Mainzer Nachwuchswissenschaftlern die Möglichkeit gegeben, an einem Standardwerk mitzuwirken.

Der Irene Levi-Sala Prize for Books on the Archaeology of Israel" ist dem Andenken an Dr. Irene Levi-Sala gewidmet, einer außerordentlichen Archäologin, die sich mit besonderem Interesse der Kultur und Archäologie Israels widmete. Mit dem angesehenen Buchpreis werden qualitativ hochwertige Publikationen über die Archäologie Israels gefördert und ausgezeichnet.