Forschungsprojekt an der Universitätsmedizin Mainz untersucht übersteigerte Angst vor Spinnen

Probanden im Alter von 25 bis 35 Jahren mit Spinnenangst für wissenschaftliche Studie gesucht

02.06.2014

Für ein Forschungsprojekt suchen Wissenschaftler des Neuroimaging Center Mainz (NIC) und der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universitätsmedizin Mainz Personen, die übersteigerte Angst vor Spinnen haben. Ziel der Studie ist es, einen neuen experimentellen und noch weithin unverstandenen Weg zur Verringerung unnötiger und übersteigerter Ängste besser zu verstehen. Insbesondere geht es um die Konfrontation mit Spinnen. Dieses Verfahren der sogenannten "Exposition", der Begegnung mit Spinnen, ist ein klassischer Bestandteil der Psychotherapie. Mit diesem Therapieansatz lassen sich verschiedene Angsterkrankungen behandeln. Besonders wirksam ist die Exposition bei spezifischen Ängsten, wie der Angst vor Spinnen. Nach einer Expositionsbehandlung ist die Angst oft deutlich reduziert.

Anders als in der klassischen Psychotherapie wird in dieser Studie die Exposition jedoch in einer neuartigen virtuellen Realitätsumgebung (VR), also am Computer durchgeführt. Die molekularen Grundlagen einer solchen VR-Exposition natürlich auftretender Ängste sind bisher noch völlig unverstanden. In Laborstudien konnte die Mainzer Arbeitsgruppe kürzlich nachweisen, dass die Erhöhung des Dopaminspiegels Auswirkungen auf Lernprozesse während der Exposition hat. Daher wird in dieser Untersuchung auch getestet, ob sich der Erfolg der VR-Exposition beeinflussen lässt, wenn der Versuchsteilnehmer zusätzlich das zugelassene Medikament Levodopa-Benserazid, einen Dopamin-Vorläufer, erhält. Aus der Erforschung der Gesetzmäßigkeiten und molekularen Grundlagen der Angstreduktion versprechen sich die Forscher neue Ansätze für die bessere Behandlung von Angsterkrankungen.