Annegret Kuhn übernimmt Leitung des Interdisziplinären Zentrums Klinische Studien der Universitätsmedizin Mainz

Stärkung der klinischen Forschung in Deutschland zum Ziel

29.09.2014

Prof. Dr. Annegret Kuhn übernimmt die Leitung des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Interdisziplinären Zentrums Klinische Studien (IZKS) der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Sie tritt damit die Nachfolge von Prof. Dr. Monika Seibert-Grafe an, die in den Ruhestand geht. Die 47-jährige Dermatologin verfügt über umfangreiche Erfahrung im Klinik- und Wissenschaftsmanagement sowie in der Durchführung klinischer Studien und interdisziplinärer Forschungsprojekte. Ziel des von Prof. Dr. Annegret Kuhn geleiteten IZKS ist es, komplexe klinische Studien und patientenorientierte translationale Forschung zu ermöglichen.

Für den medizinischen Fortschritt sind klinische Studien und translationale Forschung unerlässlich. Jahr für Jahr führen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universitätsmedizin Mainz verschiedenste Projekte mit unterschiedlichsten medizinischen Fragestellungen durch. Dabei handelt es sich einerseits um Untersuchungen, mit denen neue Therapien erforscht oder bestehende verbessert werden sollen, andererseits um Projekte zur Risikoerkennung, die längerfristig der Prävention von Erkrankungen – etwa des Herz-Kreislauf-Systems oder des Immunsystems – dienen sollen. Zu den zentralen Aufgaben des IZKS zählt, diese fächerübergreifende translationale und klinische Forschung an der Universitätsmedizin Mainz zu fördern, zu intensivieren und zu optimieren. Dabei bezeichnet Translation unter anderem das Ziel, Ergebnisse der Grundlagenforschung auf ihre klinische Bedeutung in Studien zu untersuchen. Gemeinsam mit Ärzten und Wissenschaftlern erfolgreich klinische Studien und translationale Projekte zu initiieren und durchzuführen, das ist der übergeordnete Anspruch des IZKS. Darüber hinaus verfolgt das IZKS das Ziel, den klinischen und wissenschaftlichen Nachwuchs gezielt zu unterstützen.

Die Vorstandsvorsitzende und Medizinischer Vorstand der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Babette Simon, heißt die neue Leiterin des IZKS herzlich willkommen: "Prof. Dr. Annegret Kuhn ist eine große Bereicherung für die Universitätsmedizin Mainz. Aufgrund ihres enormen Erfahrungsschatzes bringt sie beste Voraussetzungen für ein hervorragendes Wissenschaftsmanagement an der Schnittstelle zwischen universitärer Hochleistungsmedizin und exzellenter patientennaher Forschung mit. Ich bin davon überzeugt, dass es dem IZKS unter ihrer Leitung gelingen wird, sich national und international weiter zu etablieren, um insgesamt die klinische Forschung in Deutschland zu stärken."

Für Prof. Dr. Annegret Kuhn ist die Berufung auf die Leitungsstelle des IZKS Ehre und Herausforderung zugleich. "Als eines von nur fünf vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten klinischen Studienzentren genießt das IZKS deutschlandweit hohe Reputation. Da die moderne Forschung zunehmend auf die Entwicklung personalisierter Therapiekonzepte – beispielsweise in der Krebsmedizin – ausgerichtet ist, haben Einrichtungen wie das IZKS eine Schlüsselrolle. Denn personalisierte Therapiekonzepte sind oft das Ergebnis interdisziplinärer, fächerübergreifender Forschung. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Ärzten und Wissenschaftlern der Universitätsmedizin Mainz konstruktive Ideen für neue und moderne Strukturen und Themen auf den Weg zu bringen." Zu den mittelfristigen Zielen von Kuhn zählen die Einwerbung umfangreicher Drittmittel und der Aufbau von neuen nationalen sowie internationalen Kooperationen. Darüber hinaus will sie mit dem IZKS einen elementaren Beitrag zum Ausbau wissenschaftlicher Karrieren in Medizin und Wissenschaft leisten. So sollen junge Mitarbeiter gefördert und dabei unterstützt werden, eigene wissenschaftliche Schwerpunkte für sich zu entwickeln.

Annegret Kuhn wurde 1967 in Heidelberg geboren und studierte von 1987-1993 Humanmedizin an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Danach war sie als Assistenzärztin an der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf und unter anderem im Rahmen eines Lise-Meitner-Stipendiums des Landes Nordrhein-Westfalen am Zentrum für Molekularbiologie der Entzündung an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster tätig. Nach Beendigung ihrer Weiterbildung zur Fachärztin für Haut- und Geschlechtskrankheiten im Jahr 2001 absolvierte Kuhn unter anderem Ausbildungen zur Prüfärztin und Studienleiterin am Zentrum für Klinische Studien des Universitätsklinikums Münster. Des Weiteren war sie von 2004-2013 Oberärztin an der Hautklinik des Universitätsklinikums Düsseldorf beziehungsweise der Klinik für Hautkrankheiten des Universitätsklinikums Münster. Darüber hinaus war sie seit 2005 unter anderem im Rahmen eines Heisenberg-Stipendiums der Deutschen Forschungsgemeinschaft e.V. als Leiterin einer Forschungsgruppe in der Abteilung für Immungenetik am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg tätig. Ihr klinischer und wissenschaftlicher Schwerpunkt sind Autoimmunerkrankungen, insbesondere der Lupus erythematodes. Seit 2009 war Kuhn auch Leiterin des Studienzentrums für Autoimmunerkrankungen an der Klinik für Hautkrankheiten des Universitätsklinikums Münster. Zudem hat sie 2013 einen Master of Business Administration an der Universität Bayreuth im Bereich Gesundheitsökonomie – Health Care Management erworben.