Recherche-, Netzwerk- und Karriereplattform für Doktorandinnen und Doktoranden erhält Mainzer Wirtschaftspreis 2014

Onlineportal Thesius als "Beste Gründung" von den Wirtschaftsjunioren Mainz ausgezeichnet

29.10.2014

Die Wirtschaftsjunioren Mainz (Rheinhessen) haben auf der größten Gründermesse in Rheinland-Pfalz, der Ignition, zum achten Mal den Mainzer Wirtschaftspreis in der Kategorie "Beste Gründung" verliehen – und zwar an Jennifer Antomo und Michael Grupp für die erste bundesweite Recherche-, Netzwerk- und Karriereplattform für Studierende und Nachwuchswissenschaftler, die an einer Abschlussarbeit oder Dissertation schreiben. In dem prämierten Onlineportal thesius.de können Studierende oder Doktoranden, die bereits ein Thema für ihre Abschlussarbeit im Blick haben, ein Profil anlegen, das eigene Thema registrieren und nach Kommilitonen oder Fachkollegen, die an ähnlichen Themen arbeiten, recherchieren und sich direkt mit ihnen vernetzen. Wer noch auf der Suche nach einem Thema für die Abschlussarbeit ist, kann hier unter Umständen praxisnahe Vorschläge von Unternehmen finden. Gegründet wurde Thesius bzw. das Start-up-Unternehmen DDL Deutsche Dissertationsliste GmbH im Herbst 2012 von Jennifer Antomo, Michael Grupp und Tim Conradi.

"Wir wissen aus eigener Erfahrung, wie schwierig es ist, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und Forschungsideen auszutauschen, in der eigenen Disziplin wie auch interdisziplinär", erklärt Jennifer Antomo, die Thesius mitgegründet hat. Antomo hat Jura in Mainz und Athen studiert, arbeitet derzeit als wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Rechtswissenschaft der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) und schreibt hier gerade – neben ihrem Engagement für Thesius – an ihrer Dissertation zur Frage "Schadensersatz wegen der Verletzung einer internationalen Gerichtsstandsvereinbarung?". Seit 2013 ist sie außerdem eines von insgesamt 25 Mitgliedern der Gutenberg-Akademie, einer interdisziplinären Vereinigung von herausragenden Doktorandinnen und Doktoranden sowie Künstlerinnen und Künstlern der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. "Während meiner eigenen Forschung habe ich festgestellt, dass ein Ideenaustausch mit Kommilitonen und Fachkollegen oft nur in Nischen möglich ist – ganz abgesehen von der Frage, welche Relevanz die eigene Forschung für Gesellschaft und Wirtschaft haben könnte", so Antomo. "Und genau das wollen wir ändern: Mit Thesius möchten wir Synergien zwischen den Studierenden und Doktorandinnen und Doktoranden schaffen sowie Kontakte zu thematisch interessierten Institutionen und Unternehmen bieten."

Derzeit sind in Thesius rund zwei Millionen Dissertationen gelistet und verschlagwortet, etwa 80 Prozent aller seit 1960 abgegebenen Arbeiten, teils mit Volltext, teils zumindest mit Inhaltsverzeichnis oder Zusammenfassung. "Angefangen haben wir mit den Naturwissenschaften, Mathematik und Informatik sowie den Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. In den nächsten Wochen und Monaten sollen sukzessive auch sozial- und geisteswissenschaftliche Fachinhalte hinzukommen", berichtet Michael Grupp, Mitgründer und Geschäftsführer von Thesius. Grupp hat in Deutschland und Frankreich Jura studiert, in beiden Ländern mit Auszeichnung abgeschlossen und anschließend Arbeitserfahrung in Unternehmen, Kanzleien und Institutionen in Mainz, Frankfurt, Paris, London, Shanghai, Seoul, Washington D.C. und New York City gesammelt. Seine Dissertation "Machbarkeit praxisbezogener Formalisierung für die Rechtswissenschaft" will er 2015 vorlegen.

"Die Webseite www.thesius.de ist seit Anfang 2014 in einer Beta-Version online und versteht sich derzeit noch vornehmlich als Themen- und Netzwerkportal für Doktorandinnen und Doktoranden, aber natürlich sind uns auch Bachelor- und Masterstudierende auf der Suche nach Themen für ihre Abschlussarbeiten herzlich willkommen“, betont der dritte Mitgründer der Thesius-Plattform, Tim Conradi, der an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und an der RWTH Aachen Biologie studiert hat.

Bundesweit zählt Thesius aktuell etwa 1.000 Doktoranden. In mehreren Branchenveröffentlichungen wie zum Beispiel der Legal Tribune Online, dem Chemiereport oder vom Verband der Ingenieure wurde die Plattform bereits als wichtiges, nötiges und lang erwartetes Projekt gelobt.