50 Jahre Notarztsystem an Universitätsmedizin Mainz

Erfolgreiche Weiterentwicklung visionärer Anfänge

24.11.2014

Im Dezember 1964 nahm das damalige Institut für Anästhesiologie der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) erstmalig einen Notarztwagen in Betrieb. Das Besondere daran: Im Gegensatz zur hauptsächlichen Ausrichtung auf chirurgische Notfälle, wie an anderen Standorten, war der Mainzer Notarztwagen von Beginn an mit Anästhesisten besetzt, um dem interdisziplinären Charakter der Notfälle gerecht zu werden. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich die Notfallmedizin weiter professionalisiert und dem gesteigerten Bedarf angepasst. Infolgedessen etablierte die Universitätsmedizin Mainz zwei Notarzteinsatzfahrzeuge, einen Rettungs- und Intensivtransporthubschrauber, einen Intensivtransportwagen sowie das innerklinische Notfallteam und die Leitende Notarztgruppe. Bei einer Feierstunde anlässlich "50 Jahre Mainzer Notarztsystem" war der Blick sowohl auf den visionären Anfang als auch die erfolgreiche Weiterentwicklung des Notarztsystems in der Universitätsmedizin Mainz gerichtet.

Das Gefährt der allerersten Stunde war im Vergleich zu den heutigen Notarztwagen im Hinblick auf seine Ausmaße deutlich größer. Zu jener Zeit war die medizinische Ausstattung im Wageninnern allerdings auch noch nicht speziell auf Notarztwagen zugeschnitten, und es gab noch keine einheitlichen Standards für Notarztwagen. Heute ist deren Mindestausstattung europaweit geregelt, was das Zusammenwirken der Einsatzkräfte enorm erleichtert.

"Vor 50 Jahren wurde Beachtliches geleistet und der Grundstein für das heute etablierte Notarztsystem an der Universitätsmedizin Mainz gelegt. War die Notfallmedizin in zahlreichen deutschen Städten anfangs sehr chirurgisch geprägt, so gilt dies nicht für Mainz. Der Inhaber des ersten Lehrstuhls für Anästhesie an der Universitätsmedizin Mainz, Rudolf Frey, besetzte das Fahrzeug mit Anästhesisten und trug damit der interdisziplinären Vielfalt der Einsätze Rechnung", so der Direktor der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz, Prof. Dr. Christian Werner. Damit habe Frey visionäres Gespür bewiesen. Denn seit nunmehr vielen Jahren sind Anästhesiologie und Notfallmedizin untrennbar miteinander verbunden.

Im Verlauf der Jahre nahm die Notfallmedizin in Mainz immer wieder Sonderstellungen ein, wie beispielweise bei der Etablierung der ersten Leitenden Notarztgruppe in Rheinland-Pfalz im Jahr 1990, der Stationierung des ersten Dual-Use-Hubschraubers 1997 und dem Modellprojekt des 24-Stunden-Intensivtransportwagens 2013. Neben der Ausbildung neuer Notärzte und leitenden Notärzte sind Mitarbeiter der Klinik für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz in landes- und bundesweiten Gremien des Bevölkerungsschutzes etabliert.

Aufgrund des vielschichtigen Engagements der Klink für Anästhesiologie der Universitätsmedizin Mainz im Bereich der Notfallmedizin erfolgte 2006 die Ernennung zu einem von fünf notfallmedizinischen Zentren in Rheinland-Pfalz. In 2013 folgte die landesweit bislang einmalige Auszeichnung als "Kompetenzzentrum für medizinischen Bevölkerungsschutz".