Ethnologe Jan Beek erhält Nachwuchspreis für praxisrelevante Entwicklungsforschung

Auszeichnung für ethnografische Feldforschung bei der ghanaischen Polizei

30.06.2015

Der Ethnologe Jan Beek wurde für seine Dissertation "Boundary Work. The Police in Ghana" mit dem Nachwuchspreis für praxisrelevante Entwicklungsforschung vom Verein für Socialpolitik (VfS) und der KfW Entwicklungsbank ausgezeichnet. Die Doktorarbeit basiert auf ethnographischer Feldforschung in der ghanaischen Polizei, bei der der Forscher fast zwei Jahre lang integriert war. Alltagsnah beschreibt Jan Beek die Geschichte, die interne Organisation und die Arbeitspraktiken der Polizei. Obwohl Korruption den staatlichen Apparat durchdringt, begrenzen Polizisten diese auch immer wieder und orientieren sich am Ideal der Staatlichkeit – machen also "Boundary Work".

Unterstützt wurde die Arbeit durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in dem von Prof. Dr. Carola Lentz geleiteten Projekt "Boundary Work: Polizei in Westafrika" am Institut für Ethnologie und Afrikastudien der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Jan Beek arbeitet seit Februar 2014 als wissenschaftlicher Mitarbeiter beim interdisziplinären und transregionalen Verbundprojekt "Afrikas Asiatische Optionen (AFRASO)" der Goethe-Universität Frankfurt.

Der Preis wurde am 12. Juni im Rahmen der Jahrestagung des Entwicklungsökonomischen Ausschusses des Vereins für Socialpolitik in Kiel überreicht und ist mit 3.000 Euro dotiert. Mit dem Preis zeichnet die KfW Bankengruppe junge Forscher aus, die wichtige Erkenntnisse für die entwicklungspolitische Praxis vermitteln.