Verwaltungsgebäude in Haft Tappeh aus dem 14. vorchristlichen Jahrhundert freigelegt

Mainzer Altorientalisten vermessen große Areale der antiken elamischen Stadt Kabnak

03.04.2007

Wissenschaftler der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) haben bei archäologischen Grabungen im antiken Ort Haft Tappeh im heutigen Iran ein Verwaltungszentrum aus dem 14. Jahrhundert v.Chr. freigelegt und große Areale des Geländes vermessen. Bei den Grabungen handelte es sich um die dritte Kampagne, die in Zusammenarbeit mit der Iranian Cultural Heritage Organisation durchgeführt wurde. Nachdem das Land über 25 Jahre lang für solche Forschungen nicht zugänglich gewesen war, erhielten die Mainzer Wissenschaftler Anfang 2005 als erste Vertreter einer deutschen Universität wieder Zutritt zu den antiken Städten. Das Projekt wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) finanziell gefördert.

Bei großflächigen Grabungen in der antiken elamischen Stadt Kabnak, dem heutigen Haft Tappeh, haben die Altorientalisten zwischen Dezember 2006 und Februar 2007 ein Verwaltungszentrum aus dem 14. Jahrhundert v.Chr. freigelegt. In drei Räumen waren Keilschrifttexte auf Tontafeln in akkadischer Sprache archiviert. Die Texte sind meistens Inventarlisten von Gegenständen, die für die Reiterei benötigt wurden. Im Gebäude konnten mehrere längliche, parallel zueinander gebaute Räume freigelegt werden, in denen vermutlich die inventarisierten Objekte gelagert waren. "Der Gipsputz der Mauer war mit einer rötlichen Bemalung versehen", erläutert Dr. Behzad Mofidi Nasrabadi die Funde. "Nach der Zerstörung des Gebäudes durch Brand hat man kurz darauf die Ruine als Begräbnisplatz benutzt." Dabei wurden die Toten zusammen mit ihren Beigaben sowohl in Sarkophagen oder großen Gefäßen als auch einfach in der Erde bestattet.

Ebenfalls während der Ausgrabungskampagne wurden große Areale der antiken Stadt in Zusammenarbeit mit den Geophysikern der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel mithilfe der geomagnetischen Methode vermessen. Durch die Vermessung konnten weitere Monumentalanlagen innerhalb des Stadtgebiets festgestellt werden, die für die weitere Planung der Ausgrabung von Bedeutung sind.

 

 

BILDERGALERIE

Antiker Hügel von Haft Tappeh und Projekthaus (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Bergung eines Keramikgefäßes (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Nördliches Grabungsareal in Haft Tappeh (Foto: Aaron Schmitt) Schwert aus Bronze, gefunden in Haft Tappeh (Foto: Ali Zalaghi) Tontafel in Fundlage (Foto: Aaron Schmitt) Erdbestattung der mittelelamischen Zeit in der Ruine des Verwaltungszentrums (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Erdbestattungen der mittelelamischen Zeit in der Ruine des Verwaltungszentrums in Haft Tappeh (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Tontafel in akkadischer Sprache in situ (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Freilegung der elamischen Topfgräber, die in der Ruine des Verwaltungszentrums angelegt wurden (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Geomagnetische Vermessung des Stadtgebiets von Haft Tappeh (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi) Ausgegrabenes Verwaltungszentrum in Haft Tappeh (Foto: Behzad Mofidi-Nasrabadi)