Johannes Gutenberg-Universität Mainz startet Jubiläumsjahr anlässlich 70 Jahre Wiedereröffnung

Universität lädt zu spannendem Jahresprogramm rund um Wissen und Kultur ein

15.02.2016

Zu Gutenbergs Zeiten im Jahr 1477 gegründet und in napoleonischer Zeit geschlossen, wurde die Mainzer Universität 1946 kurz nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs – auf Betreiben der französischen Verwaltung – als Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) wiedereröffnet. Von den Anfängen auf ehemaligem Kasernengelände westlich der fast völlig zerstörten Stadt Mainz wuchs die JGU zu einer der größten deutschen Universitäten mitten im Herzen Europas. Eine beeindruckende Entwicklung: "Heute, 70 Jahre später, findet die Johannes Gutenberg-Universität Mainz weltweit Anerkennung für ihre Leistungen in Forschung und Lehre und nicht zuletzt für den intensiven Austausch mit Politik, Wirtschaft und Gesellschaft", erklärt der Präsident der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, Prof. Dr. Georg Krausch, anlässlich des Festakts anlässlich 70 Jahre Wiedereröffnung der JGU in der Rheingoldhalle. Im Jubiläumsjahr lädt die Johannes Gutenberg-Universität Mainz die Bevölkerung zu einem spannenden Programm rund um Wissen und Kultur auf dem Gutenberg-Campus sowie in der Stadt Mainz ein.

Die Historie der Universität seit 1946 spiegelt in vielem die hochschulpolitische Entwicklung der jungen Bundesrepublik wider – die studentischen Proteste in den späten 1960er-Jahren, die steigenden Studierendenzahlen in Folge der Öffnung des tertiären Bildungssektors in den 1970er- und 1980er-Jahren oder die umfassenden Reformen im Zuge des Bologna-Prozesses in der jüngeren Vergangenheit sowie nicht zuletzt die wachsende Konkurrenz in der Forschung, die sich derzeit in Wettbewerben wie der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder manifestiert. "Diesen Herausforderungen hat sich die Johannes Gutenberg-Universität Mainz in den vergangenen sieben Jahrzehnten immer wieder erfolgreich gestellt und dem tiefgreifenden Strukturwandel der Hochschullandschaft Rechnung getragen, indem sie umfassende universitätsinterne Modernisierungs- und Reformprozesse eingeleitet und durchlaufen hat", so der Präsident.

Dr. Malte Persike vom Psychologischen Institut und Jurastudentin Sina Strupp führten als Moderatoren durch den Festakt zu 70 Jahre Wiedereröffnung der JGU. (Foto: Stefan F. Sämmer) Mainz als international anerkannte Schmiede für individualisierte Immuntherapie stand im Mittelpunkt des Vortrags von PD Dr. Özlem Türeci, Ganymed Pharmaceuticals und Exzellenzcluster für individualisierte Immunintervention (Ci3). (Foto: Peter Pulkowski) Die Geburtsstunde des Simultandolmetschens bei den Nürnberger Prozessen schilderte Univ.-Prof. Dr. Dörte Andres von der Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft am Campus Germersheim. (Foto: Stefan F. Sämmer) Drei Studierende der Dolmetschwissenschaft präsentierten ihr Können und übersetzen das Ende der Ansprache von Ministerpräsidentin Malu Dreyer in die Sprachen des Nürnberger Prozesses. (Foto: Peter Pulkowski) In die Anfänge des Universums führten die Sprecher des Exzellenzclusters PRISMA, Univ.-Prof. Dr. Matthias Neubert und Univ.-Prof. Dr. Hartmut Wittig, ein. (Foto: Peter Pulkowski) Über die geplanten bahnbrechenden Experimente am neuen JGU-Teilchenbeschleuniger MESA berichtete Univ.-Prof. Dr. Concettina Sfienti. Ihr Kollege Univ.-Prof. Dr. Sebastian Böser führte zum Teilchendetektor an den Südpol. (Foto: Peter Pulkowski) Universitätspräsident Univ.-Prof. Dr. Georg Krausch bei der Festansprache in der Rheingoldhalle Mainz (Foto: Peter Pulkowski) Rund 1.700 Gäste nahmen am Festakt teil, darunter Ministerpräsidentin Malu Dreyer und Karl Kardinal Lehmann sowie weitere Prominenz aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft. (Foto: Peter Pulkowski) Unter der Leitung von Univ.-Prof. Felix Koch präsentierte das Collegium musicum ein festliches, musikalisch-romantisches Rahmenprogramm zum Festakt zu 70 Jahre Wiedereröffnung der JGU. (Foto: Peter Pulkowski) Abschließender Höhepunkt des Festakts: die Aufführung des Te Deum von Anton Bruckner durch das Collegium musicum der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Foto: Stefan F. Sämmer)

Heute findet insbesondere die innovative Strategie der Hochschulsteuerung der JGU national und international Aufmerksamkeit. Sie wurde mehrfach ausgezeichnet: von der Einrichtung der drei Exzellenzkollegs für Forschung, Lehre und wissenschaftlichen Nachwuchs zur Beratung der Hochschulleitung in strategischen Fragen und zur Förderung individueller Exzellenz über das sogenannte "Mainzer Modell des Qualitätsmanagements bis hin zur systematischen Personalentwicklung und Etablierung einer campusweiten JGU-Leadership-Kultur. Als Expertenorganisation profitiert die JGU dabei vom breiten Know-how ihrer Mitglieder, die die Universität aktiv mitgestalten.

"Und bereits jetzt beschäftigen wir uns an der JGU gemeinsam natürlich auch mit den Themen der kommenden Jahre und Jahrzehnte", so der Präsident weiter. Wie muss sich die Universität verändern, um eine zunehmend heterogene Studierendenschaft für die Übernahme verantwortlicher Tätigkeiten in der Gesellschaft vorzubereiten? Wie fördern wir unsere Nachwuchstalente und wie bieten wir ihnen optimale Arbeitsbedingungen? Wie gewinnen wir im internationalen Wettbewerb die besten Köpfe für die Johannes Gutenberg-Universität Mainz? Wie garantieren wir exzellenten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern die nötigen Freiräume für ihre Forschung? Welche Rolle kommt der Universität im europäischen Wissenschaftssystem der Zukunft zu? Wie gewährleisten wir mittelfristig die finanzielle Grundlage international wettbewerbsfähiger Universitäten? "Indem wir diese Fragen gemeinsam diskutieren und Lösungen erarbeiten, setzen wir gleichzeitig wertvolle Impulse für die strategische Weiterentwicklung unserer Universität", erklärt der Präsident.

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz ist eine internationale Forschungsuniversität und zählt mit rund 33.000 Studierenden zu den größten Universitäten Deutschlands. Als Volluniversität vereint die JGU nahezu alle akademischen Disziplinen einschließlich einer Universitätsmedizin. Rund 4.150 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, davon 540 Professorinnen und Professoren, forschen und lehren in mehr als 150 Instituten und Kliniken. Einmalig in der bundesdeutschen Hochschullandschaft ist die Integration zweier künstlerischer Hochschulen unter dem Dach der JGU.