Johannes Gutenberg-Universität Mainz bringt Forschung mit Eyetracking auf die CeBIT 2016

Projektpräsentation am rheinland-pfälzischen Gemeinschaftsstand

14.03.2016

Die Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU) präsentiert auf der CeBIT 2016 in Hannover noch bis zum 18. März 2016 am rheinland-pfälzischen Gemeinschaftsstand in Halle 6, Stand C 17, drei Eyetracking-Projekte der Arbeitsgruppe um Prof. Dr. Silvia Hansen-Schirra vom Fachbereich 06: Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft (FTSK) am Standort Germersheim. Hier werden Studierende nicht nur zu Übersetzern und Dolmetschern mit hohem sprachlichen Niveau und breitem fachlichen Wissen ausgebildet, sondern es werden auch neue Technologien entwickelt und deren Nutzbarkeit getestet. Mit dem in Germersheim vorhandenen Eyetracker Tobii TX300 können Blickbewegungen aufgezeichnet werden, um so beispielsweise Optimierungspotenzial bei der Gestaltung von Texten in leichter Sprache oder audiovisuellem Material aufzudecken.

Gerade im Hinblick auf Behörden ist der Zugang zu Information für alle Bevölkerungsgruppen ein wichtiges Instrument zur demokratischen Bürgerbeteiligung. Im Rahmen der Barrierefreiheit eröffnet leichte Sprache für viele Menschen genau diese Beteiligungsmöglichkeit. Die Germersheimer Forscherinnen und Forscher untersuchen in Kooperation mit dem rheinland-pfälzischen Ministerium für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie mit dem Eyetracker, wie unterschiedliche Zielgruppen die aufbereiteten Texte lesen und an welchen Stellen noch Verständnisprobleme bestehen. Leichte Sprache spielt aber auch im Rahmen der Softwarelokalisierung eine Rolle. In Germersheim wird erforscht, wie sich der technische Fortschritt auf Formulierungen in Benutzeroberflächen auswirkt, welche Rolle Anglizismen dabei spielen und inwiefern dadurch die deutsche Sprache beeinflusst wird. In einem weiteren Eyetracking-Projekt geht es um die Optimierung von Untertitelung bei Filmen. Traditionelle Untertitel können die Bildkomposition stören und die Aufmerksamkeit des Zuschauers von der Handlung ablenken. Die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen entwickeln daher mögliche moderne Alternativen zur traditionellen Untertitelung: integrierte Titel. Dabei gehen sie der Frage nach, inwieweit integrierte Titel die Rezeption und Informationsaufnahme verbessern und ein authentischeres und ästhetischeres Filmerlebnis ermöglichen.