Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg fördert Transferprojekte in MINT-Fächern

Projekte wollen fachliche oder überfachliche Wissenslücken von Studienanfängerinnen und Studienanfängern schließen

06.12.2016

PRESSEMITTEILUNG DES MINISTERIUMS FÜR WISSENSCHAFT, WEITERBILDUNG UND KULTUR

Das Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg unterstützt mit insgesamt 330.000 Euro den Transfer eines erfolgreich umgesetzten Projekts der Universität Koblenz-Landau in andere Hochschulen im Bereich der MINT-Fächer. Gefördert werden Projekte an den Hochschulen Koblenz und Trier sowie der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), die gezielt fachliche oder überfachliche Wissenslücken von Studienanfängerinnen und Studienanfängern schließen sollen. Die Besonderheit liegt darin, dass hierzu eine Diagnose von etwaigen Kompetenzdefiziten vorangeschaltet wird, um die Angebote passgenau an den individuellen Bedarfen auszurichten.

"Während es bereits vielfältige Initiativen im Bereich der Entwicklung von Tools zur Kompetenzdiagnostik wie auch Maßnahmen zur Unterstützung in der Studieneingangsphase gibt, ist die Verbindung von Kompetenzdiagnostik und den an die Ergebnisse der Diagnostik anknüpfenden Fördermaßnahmen bislang nur schwach ausgeprägt", erläutert der Leiter des Carl-Zeiss-Stiftung Kollegs, Prof. Dr. Uwe Schmidt, den besonderen Ansatz des aktuellen Förderprogramms des Carl-Zeiss-Stiftung Kollegs. Zu diesem Zweck wurde das unter anderem durch den Hochschulpakt geförderte Online-Self-Assessment-Projekt der Universität Koblenz-Landau als Transfergeberprojekt gewählt. Online-Self-Assessments (OSA) sollen Studieninteressierten und Studierenden in der Einstiegsphase durch Selbsttests zu ausgewählten kognitiven Fähigkeiten und Interessen Einschätzungen und damit Entscheidungshilfen im Hinblick auf Studienwahl und Hinweise auf Qualifizierungsbedarfe geben. Bei der Umsetzung des OSA-Transferprojekts in den drei geförderten Hochschulen kann auf die Expertise des Methodenzentrums und Instituts für Wissensmedien der Universität Koblenz-Landau zurückgegriffen werden. Das Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg begleitet den Projekttransferprozess methodisch und inhaltlich in Form einer prozessorientierten Evaluation.

"Das Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg zielt mit dem Förderprogramm auf eine qualitative Weiterentwicklung bestehender Diagnose- und Förderangebote an Hochschulen in Rheinland-Pfalz ab und leistet so eine wertvolle Ergänzung zur dritten Phase des Hochschulpakts. Die geförderten Vorhaben sind auch ein schönes Beispiel dafür, wie digitale Verfahren und Technologien zur Verbesserung der Lehrqualität beitragen können", so der rheinland-pfälzische Minister für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur, Prof. Dr. Konrad Wolf, der das Vorhaben des Kollegs unterstützt.

Insgesamt gingen neun Anträge aus Hochschulen des Landes ein. "Dies zeigt, dass die Ausschreibung einen Themenbereich mit großem Entwicklungspotenzial bei den Hochschulen angesprochen hat. Die eingegangenen Anträge weisen zudem eine hohe konzeptuelle Vielfalt und Qualität auf", betont der Vorsitzende des Lenkungsausschusses des Kollegs und Präsident der Hochschule Mainz, Prof. Dr. Gerhard Muth.

Der Lenkungsausschuss des Kollegs entschied sich für die Projekte "MINT-KompetenzKompass" der Hochschule Koblenz, "Entwicklung einer Online-Diagnose-Toolbox für die Studieneingangsphase" der Hochschule Trier und "Förderung des selbstregulierten Lernens in MINT-Fächern: Individualisierung eines web-basierten Trainings auf Basis von fachspezifischer und fächerübergreifender Kompetenzdiagnostik" der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Das Carl-Zeiss-Stiftung Kolleg wurde durch das rheinland-pfälzische Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur gemeinsam mit dem Hochschulevaluierungsverbund in Rheinland-Pfalz eingerichtet und wird durch die Carl-Zeiss-Stiftung gefördert. Zentrale Zielsetzung des Carl-Zeiss-Stiftung Kollegs ist die Steigerung der Studierendenzahlen sowie die Erhöhung des Studienerfolgs und die Verringerung von Studienabbrüchen in MINT-Fächern. Dahingehend hat sich das Kolleg zur zentralen Aufgabe gemacht, bestehende Ansätze und Projekte in Rheinland-Pfalz zu identifizieren, wissenschaftlich zu begleiten, Good Practice Beispiele auf andere Fächer und Hochschulen zu übertragen und die themenbezogene Vernetzung zwischen Projekten zu fördern.