Exzellenz-Graduiertenschule MAINZ vergibt Gastprofessuren 2016

Egbert Willem Meijer und Gen Tatara erhalten MAINZ Visiting Professorship

13.12.2016

Auch in diesem Jahr hat die Exzellenz-Graduiertenschule Materials Science in Mainz (MAINZ) Gastprofessuren an zwei herausragende Wissenschaftler vergeben. Im Rahmen einer Festveranstaltung erhielten der Chemiker Prof. Dr. Egbert Willem Meijer von der Technischen Universität Eindhoven in den Niederlanden und der theoretische Physiker Dr. Gen Tatara vom japanischen Forschungsinstitut RIKEN die Auszeichnung mit dem "MAINZ Visiting Professorship 2016". Mit der Gastprofessur werden auswärtige Wissenschaftler an die Standorte der Graduiertenschule eingeladen, um hier einen Teil ihrer Forschung durchzuführen und mit den Doktorandinnen und Doktoranden von MAINZ zu kooperieren. Sie beteiligen sich zudem durch Vorträge, Seminare und Workshops an der Doktorandenausbildung der Graduiertenschule. Die Gastprofessur wird seit 2013 an bis zu zwei Preisträger jährlich vergeben.

Prof. Dr. Egbert Willem Meijer gehört zu den weltweit führenden Wissenschaftlern auf dem Gebiet der supramolekularen Chemie. Aus seinen Forschungen über funktionale supramolekulare Polymere ist eine neue Klasse von Materialien hervorgegangen. Supramolekulare Polymere, also Suprastrukturen aus selbstorganisierten Molekülen, sind durch seine Arbeiten auch technologisch interessant geworden – zumal es Meijer gelungen ist, unvorhergesehene Materialeigenschaften zu erzielen. Meijer ist wissenschaftlicher Direktor des Institute for Complex Molecular Systems an der Technischen Universität Eindhoven. Für seine Arbeiten erhielt er zahlreichen Preise und Gastprofessuren, darunter 2001 auch den Spinoza-Preis, die höchste Auszeichnung für Wissenschaftler in den Niederlanden. Für die Doktorandinnen und Doktoranden von MAINZ wird der Chemiker unter anderem eine Meisterklasse in supramolekularer Chemie anbieten.

Dr. Gen Tatara leitet am größten japanischen Forschungszentrum RIKEN eine Abteilung für theoretische Physik, genauer auf dem Gebiet der Spin-Physik – eine Forschungsrichtung, die sich mit dem Eigendrehimpuls von Elektronen befasst. Insbesondere beschäftigt sich Tatara mit der Wechselwirkung zwischen Spinströmen und Magnetisierung in kondensierter Materie. Hier hat er zentrale Beiträge zur theoretischen Beschreibung der Dynamik von Domänenwänden geliefert. Als Gastprofessor in Mainz wird er nicht nur Kontakte mit Wissenschaftlern aus der theoretischen Physik knüpfen, sondern auch Verbindungen zu experimentellen Gruppen intensivieren, mit denen er bereits teilweise publiziert hat. Für die Doktorandenausbildung an der Graduiertenschule MAINZ wird der japanische Wissenschaftler insbesondere Kurse über theoretische Methoden in der Spintronik anbieten.

Die Graduiertenschule MAINZ wurde in der Exzellenzinitiative des Bundes und der Länder im Jahr 2007 bewilligt und erhielt 2012 eine Verlängerung für weitere fünf Jahre. Sie besteht aus Arbeitsgruppen der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), der Technischen Universität Kaiserslautern und des Max-Planck-Instituts für Polymerforschung. Doktorandinnen und Doktoranden erhalten hier eine herausragende Ausbildung auf dem Gebiet der Materialwissenschaften.