Hoechst Dozentenpreis für Ute Hellmich

Juniorprofessorin für Biochemie der JGU erhält hochdotierte Auszeichnung für ihre hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre

08.11.2019

Prof. Dr. Ute Hellmich, Juniorprofessorin für Biochemie an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU), ist am Mittwoch vergangener Woche mit dem Hoechst Dozentenpreis der Aventis Foundation und des Fonds der Chemischen Industrie ausgezeichnet worden. Der Preis ist mit 75.000 Euro dotiert und wird an Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler aus der Chemie vergeben, die sich durch besondere Leistungen in Forschung und Lehre hervorgetan haben. Wie alle Preisträgerinnen und Preisträger wurde Hellmich dem Fonds der Chemischen Industrie vorgeschlagen, von dessen Kuratorium als aussichtsreiche Kandidatin identifiziert und anschließend noch von mindestens zwei unabhängigen Hochschullehrerinnen beziehungsweise -lehrern für preiswürdig befunden. Eigenbewerbungen um den Hoechst Dozentenpreis sind grundsätzlich nicht möglich.

Hellmich erhielt den Preis unter anderem für ihre Forschung zur Bekämpfung von Erregern, die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) definierte "vernachlässigte Tropenkrankheiten" auslösen. Mit ihrer interdisziplinären Arbeitsgruppe konnte sie zum Beispiel nachweisen, wie ein spezieller Hemmstoff an ein lebensnotwendiges Protein des Erregers der Schlafkrankheit andockt und es deaktiviert. Dieses neuartige Konzept soll künftig auch für das Design von Wirkstoffen gegen andere Krankheiten verwendet werden. "Der Preis ist eine große Ehre für mich und er zeigt, dass die JGU mit ihrem kompetitiven Nachwuchsprogramm erfolgreich ist", sagt Hellmich. "Ohne mein großartiges Team sowie die Unterstützung durch meine Kolleginnen und Kollegen aus dem Fachbereich wäre dies nicht möglich gewesen."

Ute Hellmich, Jahrgang 1981, studierte Biochemie in Frankfurt am Main, wo sie 2010 auch promovierte. Danach ging sie mit einem EMBO Fellowship an die Harvard University, um dort an menschlichen Schmerz- und Temperaturrezeptoren zu forschen. 2015 kam sie, gefördert durch die Carl-Zeiss-Stiftung, als Juniorprofessorin an die JGU. Im Rahmen der Rhein-Main-Universitäten (RMU) ist sie auch Mitglied des Biomolekularen Magnetresonanzzentrums (BMRZ) an der Goethe-Universität Frankfurt. In ihrer Forschung beschäftigt sie sich mit der Lipid-Regulation von Membranproteinen, den molekularen Grundlagen von Antibiotikaresistenzen und der funktionellen Modulation parasitärer Proteine durch kleine Moleküle. Hellmich setzt sich stark für die Verzahnung von Forschung und Lehre ein. Dafür wurde sie 2017 mit dem Fulbright-Cottrell Award ausgezeichnet.