Leonid Mytnik kommt mit Humboldt-Forschungspreis nach Mainz

Israelischer Mathematiker kooperiert mit Gastgeber Achim Klenke auf dem Gebiet der Wahrscheinlichkeitstheorie

20.04.2017

Der israelische Mathematiker Prof. Dr. Leonid Mytnik hat einen Humboldt-Forschungspreis erhalten und ist im Rahmen dieser Auszeichnung seit Anfang März 2017 für ein Jahr zu Besuch an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU). Gastgeber und Initiator der Nominierung für den Humboldt-Forschungspreis ist Prof. Dr. Achim Klenke vom Institut für Mathematik der JGU. Mytnik, Wissenschaftler am Technion – Israel Institute of Technology in Haifa, wird in Mainz insbesondere die gemeinsame Forschung mit Klenke im Bereich der stochastischen Analysis vertiefen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung vergibt jährlich bis zu 100 Humboldt-Forschungspreise an Wissenschaftler aus dem Ausland. Der Preis ist mit 60.000 Euro dotiert.

Leonid Mytnik hat am Technion Mathematik studiert und dort über stochastische Prozesse promoviert. Auslandsaufenthalte führten ihn anschließend an die University of British Columbia in Kanada, und die Université Paris-Sorbonne in Frankreich. Nach seiner Rückkehr nach Israel im Jahr 1999 übernahm er eine Stelle an der Fakultät für Industrial Engineering am Technion. Hier forscht er insbesondere auf dem Gebiet der Theorie stochastischer Prozesse. Zeitliche Entwicklungen räumlich ausgedehnter Systeme mit zufälligen Schwankungen, etwa Modelle der Populationsbiologie, werden durch sogenannte stochastische partielle Differentialgleichungen beschrieben. Auf diesem Gebiet gehört Mytnik zu den weltweit führenden Experten.

Zusammen mit seinem Gastgeber Prof. Dr. Achim Klenke wird Prof. Dr. Leonid Mytnik in Mainz an einer speziellen stochastischen partiellen Differentialgleichung arbeiten, die ein Modell mit zwei sich gegenseitig beeinflussenden Populationen beschreibt. Die Wechselwirkung der Populationen ist dabei so stark, dass die vorhandenen mathematischen Standardverfahren nicht anwendbar sind und deshalb methodisches Neuland betreten werden muss.

Mit dem Humboldt-Forschungspreis zeichnet die Alexander von Humboldt-Stiftung Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler für ihr bisheriges Gesamtschaffen aus. Die Preisträger haben ihr Fachgebiet nachhaltig geprägt und lassen auch in der Zukunft weitere Spitzenleistungen erwarten. Sie sind eingeladen, selbst gewählte Forschungsvorhaben in Deutschland in Kooperation mit Fachkollegen für einen Zeitraum von bis zu einem Jahr durchzuführen.