Zentrum für Interkulturelle Studien der JGU verbindet seit 20 Jahren Forschung über Kulturen über Disziplingrenzen hinweg

Interdisziplinäre Forschungsplattform zur Erforschung globaler Kulturphänomene / Kooperation mit internationalen Zentren im Bereich Kultur- und Migrationsforschung

09.11.2017

Das Zentrum für Interkulturelle Studien (ZIS) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz feiert in diesen Tagen sein 20-jähriges Bestehen. Im Jahr 1997 mit dem Ziel gegründet, zu Synergieeffekten in den an der JGU stark vertretenen Geistes- und Kulturwissenschaften zu führen, bietet das ZIS heute eine Plattform, die fächer- und disziplinenübergreifende Forschungsvorhaben, Publikationen und Veranstaltungen unter internationaler und interdisziplinärer Beteiligung unterstützt, vernetzt und auch initiiert. Aktuelle Kernthemen beschäftigen sich beispielsweise mit der Rolle von Übersetzung, dem Aushandeln kultureller Wechselbeziehungen, medialen Darstellungsweisen und Verortung, Migration und Mobilität, Kulturkontakten und Kulturkonflikten sowie Folgen und Problemen der Globalisierung. "Seit 20 Jahren beschäftigen wir uns am ZIS mit Prozessen des interkulturellen Austauschs, der interkulturellen Begegnung, auch der Konfrontation zwischen Menschen verschiedener Kulturen, zwischen den Kulturen selbst. Und mit einer immer weitreichenderen Globalisierung, die immer mehr Menschen auch in ihrem Alltag erfasst, werden diese Prozesse und damit verbundene Fragen wichtiger und drängender", erklärt Prof. Dr. Anton Escher, der das ZIS seit 2006 leitet.

Das Zentrum für Interkulturelle Forschung arbeitet interdisziplinär und zeichnet sich durch eine bundesweit nahezu einmalige Breite in der Interkulturalitätsforschung aus. Rund 200 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, insbesondere aus den Geistes- und Kulturwissenschaften, haben in den vergangenen 20 Jahren mithilfe des ZIS Forschungsprojekte und Kooperationen auf den Weg gebracht, Konferenzen und Gastvorträge organisiert und wissenschaftliche Publikationen veröffentlicht. Interdisziplinär werden in zahlreichen Projekten, internationalen Konferenzen und gemeinsam mit internationalen Gastwissenschaftlern die durch interkulturelle Prozesse veränderten Lebenssituationen und medialen Ausdrucksformen von Menschen sowie deren jeweiligen kulturellen Grundbedingungen betrachtet. Neben zahlreichen Publikationen in den einzelnen Fächern bei ihren jeweiligen Fachverlagen hat das ZIS selbst die mittlerweile sechsbändige Schriftenreihe "Intercultural Studies" etabliert, die Einblicke in die Interkulturalitätsforschung bietet. Der Band "Perspektiven der Interkulturalität: Forschungsfelder eines umstrittenen Begriffs" wird demnächst erscheinen. Für die wissenschaftliche Koordinatorin des Zentrums, Heike C. Spickermann, ist hierbei signifikant, "dass der Blick nicht nur einzelnen Ländern und Phänomenen geschuldet bleibt, sondern es so ermöglicht wird, weltweit parallel verlaufende Entwicklungen zu erkennen, aber auch in Vergleich setzen zu können. Dies ist ein einzigartiger Mehrwert der sehr breiten Forschung."

Auf internationaler Ebene kooperiert das ZIS mit renommierten Institutionen in den USA (u. a. Harvard, Stanford), China und Australien, ist Mitglied im Consortium of Humanities Center and Institutes (CHCI) und kooperiert aktuell enger mit der School of Social and Cultural Studies der Victoria University of Wellington in Neuseeland und dem Center for the Study of American Indian Law and Policy, College of Law, University of Oklahoma, Norman, USA. Es sind teilweise konkrete Projektpartner für größere Forschungsprojekte gewonnen worden, aus der langjährigen Kooperation mit Neuseeland ging ein Band hervor, der nun für den Maori Book Award (Ngā Kupu Ora Award) nominiert wurde. Dieser vierte Band der "Intercultural Studies"-Reihe des ZIS beschäftigt sich mit dem Versöhnungsprozess zwischen der indigenen Bevölkerung, den Māori, die ihre Heimat Aotearoa nennen, und den Nachkommen der europäischen Einwanderer. "Hierauf bin ich besonders stolz, da es zeigt, dass unsere Zusammenarbeit auch für die Kooperationspartner in den jeweiligen Ländern einen außergewöhnlichen Stellenwert haben und einen wissenschaftlichen Beitrag leisten, der auch bei ihnen vor Ort außerordentlich honoriert wird", betont Prof. Dr. Anton Escher.